Ilse Aigner, Bundespräsidentenwahl

Ilse Aigner erhält Rückendeckung für Bundespräsidentenamt

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:27 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion wirbt für die bayerische Landtagspräsidentin. Über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier soll die Bundesversammlung am 30. Januar entscheiden.

Entscheidung der Bundesversammlung im Januar

  • Mechthild Heil bezeichnet Ilse Aigner als am besten geeignete Persönlichkeit für das Amt.
  • Heil gehört dem CDU-Bundesvorstand an, der am Montag über die Kandidatur beraten soll.
  • Die Bundesversammlung besteht aus Bundestagsabgeordneten und ebenso vielen Ländervertretern.
Bundespräsidialamt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Unionsfrauen werben für Ilse Aigner

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner erhält für eine Kandidatur als Bundespräsidentin Rückendeckung aus der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion im Bundestag. Deren Vorsitzende Mechthild Heil sagte der „Rheinischen Post“, Aigner sei die am besten geeignete Persönlichkeit für das Amt.

CDU berät über Kandidatur

Heil erklärte, sie sei weiterhin für Aigner als Bundespräsidentin. Als Mitglied des CDU-Bundesvorstands soll sie am Montag an Beratungen über die Kandidatur teilnehmen.

Mehrere Spitzenpolitiker der CDU sowie Politiker von SPD und Grünen haben sich inzwischen für Aigner ausgesprochen. Eine offizielle Nominierung liegt bislang nicht vor.

Wahl im Januar 2027

Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden. Das Gremium besteht aus allen Bundestagsabgeordneten und der gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Länderparlamenten gewählt werden.

Wahlvorschläge kann jedes Mitglied der Bundesversammlung schriftlich bei der Präsidentin des Bundestages einreichen. Die Union wird die meisten Mitglieder stellen und könnte beispielsweise gemeinsam mit der SPD eine Mehrheit bilden.

Aigner seit April im Gespräch

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits im April als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht. Zuvor war sie auch als mögliche innerparteiliche Konkurrentin Söders im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl 2028 genannt worden.

Die Unterstützung für Ilse Aigner fällt in eine offene Findungsphase der Union. Mehrere CDU-Politiker haben sich zuletzt öffentlich für die CSU-Politikerin ausgesprochen; zugleich äußerten sich führende Unionsvertreter zur konkreten Personalie weiterhin zurückhaltend. Der CDU-Bundesvorstand soll am Montag gemeinsam mit dem Parteipräsidium über die Kandidatur beraten.

Für Aigner spricht aus Sicht ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer vor allem ihre langjährige politische Erfahrung auf Landes- und Bundesebene. Als Präsidentin des Bayerischen Landtags bekleidet sie bereits ein überparteilich angelegtes Verfassungsamt. Eine Nominierung durch die Union wäre dennoch politisch folgenreich, weil die Entscheidung zwischen CDU und CSU abgestimmt werden müsste.

Mehrheit in der Bundesversammlung

Die Bundesversammlung setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleichen Zahl von Ländervertretern zusammen. Die Union wird dort voraussichtlich die größte Gruppe stellen; für eine Wahl im ersten Wahlgang wäre jedoch eine Mehrheit des gesamten Gremiums erforderlich. Ein gemeinsamer Kandidat von Union und SPD könnte deshalb entscheidend sein.

Die Wahl ist für den 30. Januar 2027 angesetzt. Für die Bürgerinnen und Bürger steht damit weniger eine unmittelbare politische Richtungsentscheidung als die Besetzung eines Amtes im Mittelpunkt, das den Staat nach außen repräsentiert und bei politischen Spannungen moderierend wirken soll. Offen bleibt, wann die Union ihre Entscheidung offiziell macht und ob weitere Parteien Aigner unterstützen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Bundespräsidentenwahl - Unterstützung in der CDU für Aigner wächst“ (04.11.2026)

Der Beitrag berichtet über wachsenden Rückhalt für Aigner innerhalb der CDU und nennt weitere Unterstützer aus Landesverbänden. Damit bestätigt er den parteiinternen Rückenwind, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf die Breite der Unterstützung als die dts-Meldung.

SWR: „CDU-Fraktion in BW will Ilse Aigner als neue Bundespräsidentin“ (04.11.2026)

Der SWR hebt die Unterstützung der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion hervor und beschreibt sie als politischen Druck auf die Unionsführung. Gemeinsam ist beiden Beiträgen die wachsende Zustimmung; offen bleibt die formelle Nominierung.

Die Berichte zeichnen damit ein einheitliches Bild zunehmender Unterstützung für Aigner, unterscheiden sich aber beim Schwerpunkt: Während der Deutschlandfunk die innerparteiliche Dynamik beleuchtet, richtet der SWR den Blick auf den Druck aus einem Landesverband.

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