Ilse Aigner, CSU-Parteitag

Ilse Aigner: Merz schweigt auf CSU-Parteitag zur PrÀsidentenwahl

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 13:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
CSU-Chef Markus Söder wirbt weiter fĂŒr die bayerische LandtagsprĂ€sidentin als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier. Kanzler Friedrich Merz vermied auf dem Parteitag eine Festlegung und verschĂ€rft damit die offene Personalfrage in der Koalition.

Parteitag legt nÀchste Schritte offen

  • Markus Söder schlug Ilse Aigner auf dem CSU-Parteitag erneut als nĂ€chste BundesprĂ€sidentin vor.
  • Friedrich Merz erwĂ€hnte Aigner zu Beginn seiner 52-minĂŒtigen Rede, beantwortete die PrĂ€sidentenfrage aber nicht.
  • Die Bundesversammlung entscheidet am 30. Januar ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier.
  • Könnte Ilse Aigner die erste BundesprĂ€sidentin werden? - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Von den Delegierten gibt es Jubel fĂŒr Ilse Aigner. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Friedrich Merz begrĂŒĂŸt Ilse Aigner mit WangenkĂŒsschen. - Bild: Peter Kneffel/dpa
  • Markus Söder setzt sich seit Monaten fĂŒr Ilse Aigner als nĂ€chste BundesprĂ€sidentin ein. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Friedrich Merz und Markus Söder stehen auf dem CSU-Parteitag eng zusammen. - Bild: Peter Kneffel/dpa
Könnte Ilse Aigner die erste BundesprĂ€sidentin werden? - Bild: Sven Hoppe/dpa Von den Delegierten gibt es Jubel fĂŒr Ilse Aigner. - Bild: Sven Hoppe/dpa Friedrich Merz begrĂŒĂŸt Ilse Aigner mit WangenkĂŒsschen. - Bild: Peter Kneffel/dpa Markus Söder setzt sich seit Monaten fĂŒr Ilse Aigner als nĂ€chste BundesprĂ€sidentin ein. - Bild: Sven Hoppe/dpa Friedrich Merz und Markus Söder stehen auf dem CSU-Parteitag eng zusammen. - Bild: Peter Kneffel/dpa

Merz begrĂŒĂŸt Aigner, bleibt bei PrĂ€sidentenfrage aber stumm

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die bayerische LandtagsprĂ€sidentin Ilse Aigner auf dem CSU-Parteitag in MĂŒnchen mit WangenkĂŒsschen begrĂŒĂŸt und gleich zu Beginn seiner Rede namentlich erwĂ€hnt. Zur entscheidenden Frage, ob Aigner die Wunschkandidatin der CSU fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin wird, sagte Merz in seiner 52-minĂŒtigen Rede jedoch nichts.

CSU feiert Aigner als Wunschkandidatin

Die rund 700 Delegierten reagierten auf die BegrĂŒĂŸung mit Jubel und erhoben sich von ihren PlĂ€tzen. Aigner, die bei ihrem Auftritt schwarz-rot gekleidet eine goldene Kette trug, nahm den Applaus sichtbar an.

CSU-Chef Markus Söder hatte Aigner bereits vorgeschlagen und bekrĂ€ftigte seine UnterstĂŒtzung auf dem Parteitag. Auch aus SPD und GrĂŒnen erhĂ€lt die 61-JĂ€hrige Zustimmung, wĂ€hrend in der CDU der Wunsch nach einem eigenen Vorschlag fortbesteht.

Söder erhöht den Druck

Söder sagte, die Entscheidung werde an anderer Stelle getroffen, er wĂŒrde es Aigner aber von Herzen gönnen, nĂ€chste BundesprĂ€sidentin zu werden. Einen Versprecher, in dem er sagte, er wĂŒnsche sich, dass Aigner das Amt ĂŒbernehme, korrigierte er spĂ€ter auf Instagram.

Nach dem Parteitag argumentierte Söder, die CSU habe in 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den BundesprĂ€sidenten gestellt. Deshalb könne man nun dafĂŒr eintreten, dass Bayern beziehungsweise die CSU an der Reihe sei.

Merz’ Schweigen belastet die Koalition

Merz hatte im Sommer angekĂŒndigt, nach den Landtagswahlen im September eine Entscheidung herbeizufĂŒhren. Eine Festlegung blieb auf dem CSU-Parteitag dennoch aus.

Damit droht die PrĂ€sidentenwahl zu einem weiteren Konfliktthema der Koalition zu werden. Union und SPD verfĂŒgen in der Bundesversammlung ĂŒber eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen, mĂŒssen sich aber zunĂ€chst auf einen gemeinsamen Vorschlag verstĂ€ndigen.

Mehrere CDU-Namen im GesprÀch

Als mögliche Alternativen zu Aigner werden in der CDU seit Monaten Bildungsministerin Karin Prien, BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner, die frĂŒhere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein genannt.

Merz hatte Aigner im Juli als „respektable, denkbare BundesprĂ€sidentin“ bezeichnet. Ob er sich am Ende fĂŒr sie oder fĂŒr eine CDU-Persönlichkeit entscheidet, blieb auch nach dem CSU-Parteitag offen.

Die BundesprĂ€sidentenwahl ist fĂŒr den 30. Januar angesetzt. Bis dahin mĂŒssen CDU, CSU und SPD einen gemeinsamen Vorschlag finden, weil die Koalitionsparteien in der Bundesversammlung ĂŒber eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen verfĂŒgen.

Die UnterstĂŒtzung fĂŒr Ilse Aigner hat damit eine doppelte Bedeutung: Sie ist ein Signal der CSU an den Kanzler und zugleich ein Test fĂŒr den inneren Zusammenhalt der Union. Markus Söder stellt die Personalie demonstrativ öffentlich heraus, wĂ€hrend Friedrich Merz eine Festlegung vermeidet.

Entscheidung belastet Koalition

Eine gemeinsame Kandidatur mĂŒsste nicht nur zwischen den Parteichefs abgestimmt, sondern auch in CDU, CSU und SPD politisch abgesichert werden. Je lĂ€nger Merz schweigt, desto stĂ€rker wird die PrĂ€sidentenwahl zu einer Frage der KoalitionsfĂŒhrung.

FĂŒr Aigner spricht, dass sie parteiĂŒbergreifend Zustimmung erhĂ€lt und das Amt aus einem herausgehobenen Landesparlament heraus kennt. FĂŒr die CDU bleibt zugleich der Anspruch auf eine eigene Personalentscheidung bestehen. Neben Aigner werden weiterhin Karin Prien, Julia Klöckner, Annegret Kramp-Karrenbauer und Boris Rhein als mögliche CDU-Kandidaten genannt.

Wahltermin setzt Frist

Die Debatte betrifft nicht nur die Nachfolge Frank-Walter Steinmeiers, sondern auch das VerhÀltnis zwischen CDU und CSU. Söders Forderung nach einer Entscheidung zugunsten Aigners erhöht den Druck auf Merz, ohne dessen Entscheidung vorwegzunehmen.

FĂŒr die Öffentlichkeit wird entscheidend sein, ob die Union sich auf Aigner verstĂ€ndigt oder einen eigenen Vorschlag durchsetzt. Eine lĂ€ngere offene Auseinandersetzung könnte die ohnehin belastete Zusammenarbeit in der Bundesregierung zusĂ€tzlich verschĂ€rfen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „CSU-Parteitag: Delegierte brechen in Jubel und Applaus aus, als Merz namentlich Aigner begrĂŒĂŸt“ (24.10.2026)

Der Bericht hebt Söders Werben fĂŒr Aigner und die erwartete UnterstĂŒtzung auf dem Parteitag hervor. Im Mittelpunkt steht damit stĂ€rker die CSU-Kampagne, wĂ€hrend die dpa-Meldung den ausbleibenden Schritt von Merz analysiert.

tagesschau: „CSU-Parteitag: Merz Ă€ußert sich nicht zur PrĂ€sidentinnen-Frage“ (24.10.2026)

Die tagesschau bestĂ€tigt, dass Merz Aigner begrĂŒĂŸte, sich aber nicht zur möglichen Kandidatur Ă€ußerte. Anders als der dpa-Bericht konzentriert sich der Beitrag stĂ€rker auf das politische Signal dieses Schweigens und die offene Personalentscheidung.

Einigkeit besteht damit ĂŒber Söders UnterstĂŒtzung fĂŒr Aigner und Merz’ fehlende Festlegung. Offen bleibt, ob die CDU den CSU-Vorschlag ĂŒbernimmt und wann die Koalitionsparteien einen gemeinsamen Kandidaten benennen.

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