Ilse Aigner: Schuster hĂ€lt sie fĂŒr BundesprĂ€sidentenamt geeignet
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 16:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSSchusters Kriterien fĂŒr das PrĂ€sidentenamt
- Josef Schuster bezeichnete Ilse Aigner als fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin absolut geeignet.
- Der PrÀsident des Zentralrats der Juden nannte keine weiteren geeigneten Kandidaten.
- Schuster erwartet von der Neubesetzung BrĂŒcken zwischen politischen Strömungen und weniger gesellschaftliche Konflikte.
- FĂŒr die deutsch-israelischen Beziehungen sieht er mögliche Erleichterungen bei einem Wegfall umstrittener ĂuĂerungen aus israelischen Regierungskreisen.
Schuster sieht Aigner fĂŒr BundesprĂ€sidentenamt geeignet
Der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hĂ€lt die CSU-Politikerin Ilse Aigner fĂŒr âabsolut geeignetâ fĂŒr das Amt der BundesprĂ€sidentin. âIch fĂ€nde sie eine gute Wahl, das heiĂt aber nicht, dass eine andere Wahl eine schlechte Wahl wĂ€reâ, sagte er der ARD.
Weitere geeignete Kandidaten wollte Schuster nicht nennen. Von der Neubesetzung erwartet er, politische Strömungen links und rechts zusammenzufĂŒhren, Konflikte nicht auszuweiten und BrĂŒcken zu bauen.
Schuster fordert ausgleichende Rolle
Mit seiner EinschĂ€tzung reiht sich Schuster in die Debatte ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ein. Aigner ist PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags und wird innerhalb der Union als mögliche Kandidatin fĂŒr das BundesprĂ€sidentenamt diskutiert.
Schusters MaĂstab ist dabei vor allem die integrierende Funktion des Amtes. Er stellte Aigner als geeignete Wahl dar, ohne andere mögliche Personalentscheidungen abzuwerten.
ZurĂŒckhaltung nach der Wahl in Israel
Mit Blick auf den Ausgang der Wahlen in Israel Ă€uĂerte sich Schuster zurĂŒckhaltend. Auf die Frage, ob er sich einen deutlichen politischen Wandel gewĂŒnscht hĂ€tte, sagte er: âDas Leben ist kein Wunschkonzert. Das ist das Wesen der Demokratie. Der WĂ€hler hat gesprochen.â
Schuster hatte sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch ĂŒber die Regierung von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu geĂ€uĂert, insbesondere ĂŒber die Minister Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich.
Mögliche Folgen fĂŒr Beziehungen
Sollte es in Israel zu einem Regierungswechsel kommen, könnte das nach Schusters EinschĂ€tzung die deutsch-israelischen Beziehungen erleichtern. Er verwies auf ĂuĂerungen der beiden rechtsradikalen Minister, die fĂŒr ihn nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel seien.
Wenn solche Töne aus Regierungskreisen wegfielen, könne dies gemeinsames Vorgehen und gemeinsame PlĂ€ne erleichtern, sagte Schuster. Als Beispiel nannte er FriedensbemĂŒhungen, die von beiden Seiten notwendig seien; Deutschland habe dabei indirekt eine Vermittlungsfunktion.
Die Debatte ĂŒber die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ist in eine frĂŒhe Sondierungsphase eingetreten. Ilse Aigner, PrĂ€sidentin des Bayerischen Landtags, wird dabei innerhalb der Union als mögliche Kandidatin fĂŒr das BundesprĂ€sidentenamt genannt. Die CSU wirbt fĂŒr sie, wĂ€hrend die Frage des Vorschlagsrechts zwischen CDU und CSU politisch noch nicht abschlieĂend geklĂ€rt ist.
Josef Schusters UnterstĂŒtzung ist vor diesem Hintergrund politisch relevant, weil der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden ĂŒber seine eigene Organisation hinaus als Stimme in gesellschaftlichen Debatten wahrgenommen wird. Seine BegrĂŒndung stellt weniger die Parteizugehörigkeit Aigners als ihre mögliche FĂ€higkeit zum Ausgleich in den Mittelpunkt. Genau diese Erwartung richtet sich traditionell an das BundesprĂ€sidentenamt, das nicht die Regierung fĂŒhrt, sondern gesellschaftliche Orientierung und ReprĂ€sentation leisten soll.
Israel-Wahl als zweiter Schwerpunkt
Schusters ĂuĂerungen zur israelischen Wahl verbinden die Personaldebatte mit einem auĂenpolitischen Thema. Er bewertet das Wahlergebnis grundsĂ€tzlich als demokratische Entscheidung und knĂŒpft mögliche Verbesserungen der deutsch-israelischen Zusammenarbeit an den politischen Kurs einer kĂŒnftigen Regierung. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ton israelischer Regierungsvertreter, gemeinsame FriedensbemĂŒhungen und Deutschlands mögliche Vermittlungsrolle.
FĂŒr die bilateralen Beziehungen wĂ€re ein Regierungswechsel nicht automatisch mit einer neuen deutschen Politik verbunden. Er könnte jedoch die politischen GesprĂ€chsrĂ€ume verĂ€ndern, insbesondere wenn umstrittene ĂuĂerungen aus Regierungskreisen an Gewicht verlieren. Die weitere Entwicklung hĂ€ngt deshalb sowohl von der Regierungsbildung in Israel als auch von der Entscheidung ĂŒber Steinmeiers Nachfolge ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Bayerischer Rundfunk: âBundesprĂ€sidentin Aigner? UnterstĂŒtzung auch auĂerhalb Bayernsâ (26.10.2026)
Der Beitrag ordnet die UnterstĂŒtzung fĂŒr Ilse Aigner ĂŒber Bayern hinaus ein und bestĂ€tigt damit den politischen Kontext der Personaldebatte. Im Vergleich zur Aussage Schusters liegt der Schwerpunkt stĂ€rker auf den parteipolitischen UnterstĂŒtzern und der Reichweite des Vorschlags.
tagesschau: âNachfolge fĂŒr Steinmeier: Merz beharrt auf CDU-Vorschlagsrechtâ (28.10.2026)
Der Artikel stellt die Aigner-Debatte in den Zusammenhang des Streits ĂŒber das Vorschlagsrecht fĂŒr die nĂ€chste BundesprĂ€sidentenwahl. Damit ergĂ€nzt er Schusters persönliche EignungseinschĂ€tzung um die offene innerunionale Entscheidungsfrage.
Ăbereinstimmung besteht darin, dass Aigner als ernsthaft diskutierte Kandidatin gilt. Unterschiedliche Akzente liegen bei der Bewertung ihrer gesellschaftlichen Eignung und bei der Frage, wer innerhalb der Union den maĂgeblichen Vorschlag bestimmen wird.
