Bafin, Wirecard-Prozess

Bafin bestÀtigt im Wirecard-Prozess Verdacht der Kursmanipulation

26.03.2025 - 12:35:00 | dpa.de

Im Wirecard-Skandal hat die Finanzaufsicht Bafin das Offensichtliche festgestellt: Die mutmaßlich jahrelang falschen GeschĂ€ftszahlen des 2020 kollabierten Dax DE0008469008-Konzerns trieben die Börsenkurse in die Höhe.

Das sagte ein als Gutachter und Zeuge geladener Mitarbeiter der Bundesbehörde im MĂŒnchner Strafprozess um den grĂ¶ĂŸten Fall von Wirtschaftsbetrug in Deutschland nach 1945. "Wir hĂ€tten einen sehr starken KursrĂŒckgang gesehen, wenn das so bekannt gewesen wĂ€re", sagte der 44 Jahre altes Bundesbeamte.

Ein schwieriges Kapitel fĂŒr die Finanzaufsicht

Die Bafin war im Zuge des Skandals in die Kritik geraten, weil die Aufsicht von Bilanzmanipulationen bei Wirecard lange nichts bemerkte. Stattdessen hatte die Behörde Anzeige gegen den britischen Journalisten Dan McCrum erstattet, der mit jahrelangen Recherchen den Skandal aufdeckte. Im Januar 2021 rĂ€umte der damalige Bafin-Chef Felix Hufeld nach monatelangen VorwĂŒrfen gegen die Behörde schließlich seinen Stuhl.

Nach der Pleite kam der Gutachten-Auftrag

Nach der Insolvenz gab die MĂŒnchner Staatsanwaltschaft bei der Bafin das Gutachten in Auftrag, ĂŒber das der 44-JĂ€hrige nun vor Gericht berichtete. Der Auftrag: Die Behörde sollte beurteilen, ob die nach EinschĂ€tzung der Ermittler seit 2015 falschen Bilanzen des Zahlungsdienstleisters Einfluss auf den Kurs der Wirecard-Aktie hatten. Grundlage waren Berechnungen, bei denen der mutmaßlich erfundene Teil der Wirecard-UmsĂ€tze und Gewinne von den mutmaßlich ehrlichen GeschĂ€ften abgezogen wurde.

Wirecard ohne ScheingeschÀfte immer tiefer in den roten Zahlen

Ohne die angenommenen ScheingeschĂ€fte hĂ€tte Wirecard demnach schon 2017 fast 100 Millionen Euro Verlust vor Steuern geschrieben, 2018 dann ein mehr als doppelt so hohes Minus von 190 Millionen Euro verbucht. "WĂ€re das so bekanntgeworden, wĂ€re das ein großer Anreiz gewesen, Wirecard-Aktien zu verkaufen, oder erst gar nicht zu erwerben", sagte der Beamte. "Das ĂŒberrascht jetzt nicht, wenn man die Zahlen zugrunde legt", kommentierte der Vorsitzende Richter Markus Födisch.

Vom Börsenwunder zur Zombie-Aktie

Die Wirecard-Aktie wurde Anfang 2017 an der Frankfurter Börse fĂŒr knapp 50 Euro gehandelt und schoss bis zur Aufnahme in den Leitindex Dax im September 2018 auf knapp 200 Euro in die Höhe. Der Insolvenz im Juni 2020 folgte der Crash. Heute macht der vom Insolvenzverwalter weitgehend abgewickelte Konzern zwar keine GeschĂ€fte mehr, doch die Aktie gibt es noch. Der aktuelle Kurs liegt bei unter zwei Cent.

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