Kinder, Wochenstunden

Immer mehr Kinder sind mehr als 35 Wochenstunden in der Kita

Veröffentlicht am: 21.01.2025 um 09:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Immer mehr Eltern setzen auf lÀngere Betreuungszeiten in Kitas. Trotz steigender FachkrÀftezahl bleibt die Personalsituation vielerorts angespannt.
Nur der Anteil der Kinder, die weniger als 25 Stunden pro Woche in der Kita sind, sank. (Archivfoto) - Bild: Christoph Soeder/dpa

Lange Betreuungszeiten in Kindertageseinrichtungen werden in Deutschland immer hÀufiger. Die Zahl der Kinder mit einer vertraglich vereinbarten Betreuungszeit von mehr als 35 Stunden in der Woche nahm von 2014 bis 2024 um 30 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) dieser Kinder hatten sogar eine festgelegte Betreuungszeit von mehr als 45 Wochenstunden. 

Auch die Zahl von Kindern mit kĂŒrzeren Betreuungszeiten stieg an: Demnach gab es 2024 rund 25 Prozent mehr Kinder mit einer Betreuungszeit von 25 bis 35 Stunden pro Woche als noch 2014. Einen RĂŒckgang gab es hingegen bei Kindern mit einer kĂŒrzeren Betreuungszeit von bis zu 25 Stunden in der Woche. Deren Zahl nahm von 2014 bis 2024 um 8 Prozent ab. 

Die durchschnittlich vereinbarte Betreuungszeit stieg damit in den vergangenen zehn Jahren von 35,3 auf 36,1 Stunden pro Woche. Im selben Zeitraum wuchs auch die Zahl der betreuten Kinder - von 3,29 Millionen auf 3,94 Millionen.

Mehr Personal, doch EngpÀsse bleiben

Mit der Zahl der Kinder steigt auch der Personalbedarf in KindertagesstÀtten. Die Zahl der pÀdagogisch tÀtigen Menschen in Kitas stieg deshalb in den vergangenen zehn Jahren. Rund 724.000 BetreuungskrÀfte arbeiteten 2024 in Kindertageseinrichtungen, im Jahr 2014 waren es noch gut 494.000. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl somit um 46 Prozent.

Dennoch gilt die Personalsituation in vielen Einrichtungen als angespannt. Das Statistische Bundesamt nennt den Anteil der Vollzeit-BetreuungskrĂ€fte als einen Grund dafĂŒr. 67 Prozent des pĂ€dagogischen Kita-Personals im Jahr 2024 arbeiteten weniger als 38,5 Stunden pro Woche (2014: 65 Prozent), erklĂ€rten die Bundesstatistiker.

FachkrÀfte aus dem Ausland

Im Jahr 2023 schlossen mehr als 55.000 Menschen eine Ausbildung als Erzieher, Sozialassistent oder sozialpĂ€dagogischer Assistent beziehungsweise als Kinderpfleger ab. Das war laut Bundesamt ein neuer Höchststand - obwohl fĂŒr Schleswig-Holstein die Zahl nicht vorlag. Im Jahr 2013 hatten bundesweit noch etwa 44.000 Absolventinnen und Absolventen eine Ausbildung in einem dieser Erziehungsberufe abgeschlossen. 

FĂŒr die Kinderbetreuung wird auch auf FachkrĂ€fte aus dem Ausland gesetzt. 2.778 Verfahren zur Anerkennung eines auslĂ€ndischen Berufsabschlusses als Erzieher oder Erzieherin gab es im Jahr 2023. Davon wurden 1.743 positiv, 624 negativ und 222 noch nicht beschieden. 186 Verfahren wurden ohne Bescheid beendet. Besonders hĂ€ufig ging es um die Anerkennung von AbschlĂŒssen aus Spanien (324), der Ukraine (237) und der TĂŒrkei (231).

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