Streit, Huawei-Verbot

Streit um mögliches Huawei-Verbot im 5G-Netz hÀlt an

20.12.2023 - 16:41:30 | dts-nachrichtenagentur.de

In der Ampel-Koalition wĂ€chst die Unruhe ĂŒber die Verzögerungen beim geplanten Verbot von Huawei-Bauteilen im modernsten Mobilfunknetz 5G.

Huawei (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Seine Geduld gegenĂŒber "denjenigen, die diese vor Monaten nach intensiven Beratungen gemeinsam getroffene Entscheidungen nun wieder infrage" stellen, sei mittlerweile "wirklich sehr gering", sagte der stellvertretende Fraktionschef der GrĂŒnen, Konstantin von Notz, der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Die Risiken durch Technologie aus autoritĂ€ren LĂ€ndern in digitalen Lebensadern seien groß, warnte der Innenpolitiker, der auch Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste ist. "Die Warnungen unserer Sicherheitsbehörden könnten klarer nicht sein. Auch der Kanzler muss sich hier klar verhalten und nötigenfalls ein Machtwort sprechen", sagte von Notz weiter.

Bereits im September waren PlĂ€ne von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bekannt geworden, chinesische Technologie-Anbieter aus zentralen Teilen des neuen Mobilfunknetzes rasch auszuschließen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland (O2) sollten demnach ihre Kernnetze bis Ende 2025 von kritischen Komponenten chinesischer Herkunft befreien. Bis 2026 sollten im Zugangsnetz möglichst die großen Metropolen - allen voran die Hauptstadt Berlin, frei von chinesischen Bauteilen von Huawei und ZTE sein. Auch die China-Strategie und die Nationale Sicherheitsstrategie der Regierung mahnen mehr Schutz kritischer Infrastrukturen an. Noch immer aber gibt es keinen finalen Beschluss der Regierung, auch weil das fĂŒr Digitales verantwortliche Verkehrsministerium unter Leitung von Volker Wissing (FDP) die PlĂ€ne des Innenministeriums dem Vernehmen nach ablehnt. Das Ressort fĂŒrchte, der 5G-Ausbau wĂŒrde teurer und verlangsame sich, heißt es in Regierungskreisen. Das Ministerium Ă€ußerte sich am Mittwoch nicht zur Kritik. Innenministerin Faeser mahnte derweil erneut eine Lösung an. "Ich habe drei Sicherheits-PrioritĂ€ten, wenn es um GefĂ€hrdungen aus China geht: Wir mĂŒssen Risiken frĂŒhzeitig erkennen, Gefahren abwehren und anders als in der Vergangenheit einseitige AbhĂ€ngigkeiten vermeiden", sagte Faeser der SZ. "Wir mĂŒssen unabhĂ€ngiger und krisenfester werden." Ihr Ministerium prĂŒfe und berate "gerade intensiv, wie wir mit schon im 5G-Netz verbauten chinesischen Komponenten umgehen." Auch die Union plĂ€dierte fĂŒr den Abbau der AbhĂ€ngigkeiten im Mobilfunk. "NatĂŒrlich ist die Reduzierung der AbhĂ€ngigkeit ein langer Prozess und fĂŒr die betroffenen Unternehmen schwierig", sagte die stellvertretende Unionsfraktionschefin Andrea Lindholz (CSU). "Im Zweifel mĂŒssen die Sicherheitsinteressen aber Vorrang vor den Wirtschaftsinteressen haben." Wenn sich der FDP-Verkehrsminister dem nicht beuge, mĂŒsse "der Bundeskanzler ein Machtwort sprechen", so Lindholz.

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