Bundesregierung, Deutschland

Bundesbank macht 2025 Verlust von 8,6 Milliarden Euro

05.03.2026 - 11:00:19 | dpa.de

In der Bilanz der Bundesbank stehen tiefrote Zahlen. Eine Überweisung aus Frankfurt an das Bundesfinanzministerium fällt damit erneut aus. Die Verlustserie ist noch nicht beendet.

  • Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat schon auf weitere Verlustjahre eingestimmt. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Die Bundesbank legt ihren Geschäftsbericht für 2025 vor. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa
  • Auch die EZB macht infolge der Geldpolitik seit Jahren Verluste. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat schon auf weitere Verlustjahre eingestimmt. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa Die Bundesbank legt ihren Geschäftsbericht für 2025 vor. (Archivbild) - Foto: Arne Dedert/dpa Auch die EZB macht infolge der Geldpolitik seit Jahren Verluste. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa

Die Bundesbank hat auch 2025 einen Milliardenverlust gemacht. Damit fällt eine Gewinnüberweisung aus Frankfurt an den Bund im sechsten Jahr in Folge aus. 2025 stand ein Minus von rund 8,6 Milliarden Euro in der Bilanz und damit der zweithöchste Fehlbetrag in der Geschichte der Notenbank. Verglichen mit dem Rekordminus von mehr als 19 Milliarden Euro 2024 hat sich der Verlust aber mehr als halbiert. 

«Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach», sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel in Frankfurt. Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen. Gleichwohl werde die Bundesbank «im laufenden Jahr erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen».

Denn die Bundesbank schleppt die Milliardenverluste - eine Folge der Geldpolitik im Euroraum - in ihrer Bilanz mit. Der Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich auf 27,8 Milliarden Euro. 

Die Belastungen der Bundesbank seien vorübergehend, betonte Nagel. «Künftige Jahresüberschüsse werden wir nutzen, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft ab- und die notwendige Risikovorsorge aufzubauen.» Auch mit einem Bilanzverlust könne die Bundesbank ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen. Sie habe eine solide Bilanz.

Rücklagen aufgezehrt

Nagel hatte bereits bei der Bilanzvorlage vor einem Jahr gewarnt, dass Gewinn-Ausschüttungen an den Bund auf längere Sicht nicht im Raum stünden. 2023 hatte die Bundesbank rote Zahlen unter dem Strich geradeso vermieden - allerdings nur, weil sie mit milliardenschweren Rücklagen Belastungen der Zinswende ausgleichen konnte.

Letzter Bundesbank-Gewinn für den Bund 2019

Jahrelang plante das Bundesfinanzministerium im Bundeshaushalt einen Bundesbank-Gewinn von 2,5 Milliarden Euro ein. 2019 durfte sich Olaf Scholz (SPD) als damaliger Ressortchef über die höchste Summe seit der Finanzkrise freuen: 5,85 Milliarden Euro. Es war der bislang letzte Geldsegen aus Frankfurt.

Hauptziel von Notenbanken ist es nicht, Gewinne zu erzielen. Die Europäische Zentralbank (EZB) und mit ihr die nationalen Zentralbanken im Eurosystem sollen vor allem für stabile Preise und somit eine stabile Währung im Euroraum sorgen.

Zinspolitik fordert Tribut

Die Geldpolitik hat allerdings auch Folgen für die Bilanzen der Notenbanken: Ab Sommer 2022 hatte die EZB die Leitzinsen im Euroraum rasant erhöht, um die damals hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Höhere Zinsen an den Finanzmärkten führten zu steigenden Zinsausgaben seitens der Notenbanken für Gelder, die Geschäftsbanken bei ihnen parken. 

Damit halten die Zinseinnahmen der Notenbanken nicht Schritt: Denn viele Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen mit langer Laufzeit, die die Euro-Notenbanken im Rahmen ihrer Geldpolitik über Jahre in großem Umfang kauften, werfen vergleichsweise niedrige Zinsen ab. 

Auch die EZB tief in den roten Zahlen

Inzwischen ist die Inflation von Rekordständen weit entfernt, daher hat die EZB die Leitzinsen im Euroraum wieder gesenkt. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagensatz liegt bei 2,0 Prozent. 

Dennoch stehen auch in der EZB-Bilanz für 2025 rote Zahlen: Gut 1,25 Milliarden Euro Minus hat die Notenbank gemacht. Damit fällt eine Gewinnausschüttung an die nationalen Zentralbanken im Euroraum, darunter die Bundesbank, erneut aus. 2024 hatte die EZB mit mehr als 7,9 Milliarden Euro den höchsten Verlust ihrer Geschichte verbucht. 

Die EZB erwartet, dass sie 2026 oder 2027 in die Gewinnzone zurückkehren wird. Bis die nationalen Zentralbanken im Euroraum wieder von Ausschüttungen profitieren, kann es aber noch Jahre dauern: Die in den vergangenen Jahren aufgelaufenen rund 10,5 Milliarden Euro Verlust schleppt die EZB in ihrer Bilanz mit, bis diese durch künftige Gewinne ausgeglichen werden können.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 68637524 |

Weitere Meldungen

Deutsche sehen wenig Einfluss von Berlin im Nahost-Konflikt. Dabei betreffen Fluchtbewegungen in dieser Region meist auch Deutschland. USA, Israel, Iran, Libanon - eine Mehrheit der Deutschen hält die Rolle der Bundesregierung bei den Gesprächen für marginal. (Politik, 15.04.2026 - 05:00) weiterlesen...

E-Autos laden in Mehrfamilienhäusern: Förderprogramm beginnt. Ein neues Förderprogramm der Bundesregierung soll nun Abhilfe schaffen. Bei Ladestationen an Mehrfamilienhäusern besteht erheblicher Nachholbedarf. (Wirtschaft, 15.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Merz und Selenskyj vereinbaren «strategische Partnerschaft». Jetzt erreicht die Zusammenarbeit eine neue Ebene. Der schrittweise Rückzug der USA aus der Ukraine-Hilfe hat Deutschland zum wichtigsten Unterstützer des von Russland attackierten Landes gemacht. (Politik, 14.04.2026 - 15:24) weiterlesen...

Gesetzentwurf für Tankrabatt ist fertig. Doch die Wirkung könnte erst schleichend einsetze, heißt es. Auch das Kartellamt meldet sich zu Wort. Wann wird der Sprit billiger? Das Finanzministerium bringt den Tankrabatt schnell auf den Weg. (Wirtschaft, 14.04.2026 - 15:02) weiterlesen...

Deutschland und Ukraine wollen Zusammenarbeit ausbauen. Kein anderer Staat unterstützt das von Russland angegriffene Land militärisch stärker. Jetzt soll die Zusammenarbeit noch enger werden. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine ist eng. (Politik, 14.04.2026 - 13:38) weiterlesen...

Merz: Unterstützen Ziel eines EU-Beitritts der Ukraine Merz fordert mehr Reformen in der Ukraine: Korruptionsbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit seien entscheidend auf dem Weg zu einem EU-Beitritt. (Politik, 14.04.2026 - 12:56) weiterlesen...