SozialverbĂ€nde offen fĂŒr höhere RentenbeitrĂ€ge
01.06.2026 - 13:47:54 | dts-nachrichtenagentur.deWeiter sagte sie: "In der aktuellen Debatte wird oft verschleiert, dass es in Wahrheit um die Frage geht, wie dieses Geld aufgebracht werden soll. Entweder im Umlagesystem, paritÀtisch finanziert von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, oder von jedem privat. Das ist die Entscheidung, vor der wir stehen."
Laut Engelmeier werde die gesetzliche Rente in der öffentlichen Diskussion oft schlechter dargestellt, als sie in Wirklichkeit sei. "Ja, es braucht Reformen, aber das umlagefinanzierte System ist stabil, verlĂ€sslich und solidarisch." Deshalb brauche es jetzt einen ausgewogenen MaĂnahmenmix: Versicherungsfremde Leistungen mĂŒssten aus Steuermitteln finanziert werden, alle ErwerbstĂ€tigen mĂŒssten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden, "und erst danach kann geprĂŒft werden, ob eine moderate Anhebung des Beitragssatzes erforderlich ist".
Auch der Sozialverband VdK Deutschland verwies auf die Bereitschaft der Menschen, höhere BeitrĂ€ge zu zahlen, wenn dadurch stabile oder sogar bessere Rentenleistungen gesichert werden. VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele sagte den Funke-Zeitungen, der VdK habe deshalb ein FĂŒnf-Punkte-Programm zur langfristigen Finanzierung der gesetzlichen Rente vorgelegt. Dieses sehe neben höheren BundeszuschĂŒssen und der Einbeziehung von Beamten auch höhere Beitragsbemessungsgrenzen sowie eine stĂ€rkere Beteiligung der Arbeitgeber am demografisch bedingten Beitragssatzanstieg vor. Da die Rente noch immer zu drei Vierteln aus BeitrĂ€gen und damit aus den Löhnen der Versicherten finanziert werde, mĂŒssten MaĂnahmen zur StĂ€rkung der ErwerbstĂ€tigkeit von Frauen sowie zur besseren Integration von GeflĂŒchteten und Ă€lteren BeschĂ€ftigten in den Arbeitsmarkt nicht nur angestoĂen, sondern auch konsequent umgesetzt werden.
Die Potenziale des Arbeitsmarktes gezielt zu nutzen und zugleich qualitativ hochwertige Betreuungs- und Bildungsinfrastrukturen auszubauen, bleibe ein zentraler Ansatz, um die demografisch bedingten Herausforderungen der gesetzlichen Rente auf mehr Schultern zu verteilen und damit auch den Anstieg der BeitrĂ€ge zu begrenzen, so Bentele. "Dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente aufgrund der demografischen Entwicklung im Jahr 2028 steigen wird, ist seit Jahren bekannt. Auch an der GröĂenordnung des Anstiegs hat sich bislang wenig geĂ€ndert."
Am Montag berichteten mehrere Medien darĂŒber, dass die RentenbeitrĂ€ge ab dem Jahr 2028 von derzeit 18,6 Prozent auf 19,9 Prozent steigen könnten. Die Deutsche Rentenversicherung Bund bestĂ€tigte die Zahlen den Funke-Zeitungen. Der SchĂ€tzung der Rentenversicherung zufolge können sich die RentenbeitrĂ€ge in den Jahren bis 2040 auf 21,1 Prozent erhöhen.
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