Tourismuskoordinator Ploß unterstützt liberalere Sonntagsöffnungen
07.07.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deScharfe Kritik äußerte der Sozialverband Deutschland (SoVD). Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier warnte davor, den Sonntagsschutz aufzuweichen. Der Sonntag sei verfassungsrechtlich geschützt und weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor - er sei ein unverzichtbarer Tag für Erholung, Familie und gesellschaftlichen Zusammenhalt, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sonntagsarbeit sei dort notwendig, wo sie der Daseinsvorsorge diene, etwa im Gesundheitswesen oder bei Polizei und Verkehr. In anderen Bereichen müsse sie aber die Ausnahme bleiben. Beschäftigte bräuchten verlässliche Arbeitszeiten, echte Mitbestimmung und faire Bedingungen. "Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein", betonte Engelmeier. Bei jeder Reform dürfe nicht allein die wirtschaftliche Perspektive zählen, sondern auch der Wert des Sonntags für Zusammenhalt und Lebensqualität.
Die Debatte um den Sonntagsschutz hatte neuen Schwung erhalten, nachdem Union und SPD im Koalitionsausschuss längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken vereinbart hatten. Damit setzt die Koalition eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Daraufhin erneuerte der HDE seine Forderung nach einer weitergehenden Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Gewerkschaften und Sozialverbände verweisen dagegen auf den besonderen Schutz der Sonn- und Feiertage durch das Grundgesetz und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.
