FDP, RĂŒckzug

FDP verlangt RĂŒckzug Niedersachsens aus VW-Aufsichtsrat

03.11.2024 - 11:01:24 | dts-nachrichtenagentur.de

In der Debatte um die Zukunft des Volkswagen-Konzerns fordern fĂŒhrende FDP-Politiker einen RĂŒckzug der niedersĂ€chsischen Landesregierung aus dem Aufsichtsrat des Automobilkonzerns.

VW-Werk am Mittellandkanal in Wolfsburg - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Statt sich in die betriebswirtschaftliche Feinsteuerung des Unternehmens einzumischen, sollte die Politik Volkswagen und anderen Autobauern diese Strategie ermöglichen", sagte Niedersachsens FDP-Landesvorsitzender Konstantin Kuhle der "Welt" (Montagsausgabe). Das Land mĂŒsse seinen politischen Einfluss auf den Konzern reduzieren. Ein erster Schritt, so Kuhle weiter, könnte darin bestehen, "dass MinisterprĂ€sident Stephan Weil und Kultusministerin Julia Wille Hamburg ihre Sitze im Aufsichtsrat zur VerfĂŒgung stellen". Ähnlich Ă€ußerte sich der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian DĂŒrr.

Es sei "nicht die Aufgabe der Politik, Unternehmen RatschlĂ€ge im operativen GeschĂ€ft zu geben", so der FDP-Politiker. "Unternehmen mĂŒssen Entscheidungen am Markt treffen und nicht nach politischen Vorgaben." So sei die Fokussierung Volkswagens auf die ElektromobilitĂ€t nachfrageseitig eine "riskante Entscheidung" gewesen. "Das Problem sitzt aber nicht nur in Wolfsburg, sondern auch in Hannover", fĂŒgte DĂŒrr hinzu. "Mit der niedersĂ€chsischen Kultusministerin sitzt eine erklĂ€rte Gegnerin des motorisierten Individualverkehrs im Aufsichtsrat von Volkswagen. Die Frage, die sich nun umso drĂ€ngender stellt, ist, ob im VW-Aufsichtsrat nicht besser jemand sitzen sollte, der im Interesse des Wirtschaftsstandortes handelt und die notwendige Kompetenz mitbringt." Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (GrĂŒne) wies die VorwĂŒrfe des FDP-Politikers als "boulevardeske Äußerungen" zurĂŒck. "Mit der niedersĂ€chsischen Landesregierung im Aufsichtsrat hat VW schon viele erfolgreiche Jahre und Jahrzehnte durchlebt, aber auch diverse Krisen gemeistert. Das wird auch jetzt so sein", sagte Hamburg der "Welt". "Insgesamt bereichern unterschiedliche Perspektiven im Aufsichtsrat die Arbeit und die Sicht auf die Dinge." Gegen einen RĂŒckzug der Politik aus dem obersten Gremium des Automobilkonzerns sprach sich zudem der niedersĂ€chsische SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Grant Hendrik Tonne aus. Die Beteiligung des Landes Niedersachsen an Volkswagen und die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern seien "Garanten fĂŒr den Erfolg" des Unternehmens gewesen. "Der Anteil Niedersachsens an VW hat sich in den vergangenen Jahrzehnten fĂŒr beide Seiten ausgezahlt und darf daher nicht zur Disposition stehen."

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