SPD, GrĂŒne

SPD und GrĂŒne drĂ€ngen auf zusĂ€tzliche staatliche Investitionen

17.06.2024 - 07:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

In der koalitionsinternen Auseinandersetzung um den Bundeshaushalt 2025 sprechen sich SPD und GrĂŒne fĂŒr zusĂ€tzliche staatliche Investitionen aus.

Finanzministerium (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Finanzministerium (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wir brauchen Investitionen in die innere Sicherheit, also die StĂ€rkung unserer Polizei und Sicherheitsbehörden, eine leistungsfĂ€hige Bundeswehr und eine StĂ€rkung der sozialen Sicherheit", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Achim Post der "Welt" (Montagsausgabe). Das umfasse etwa Investitionen in stabile Renten, gute Gesundheitsversorgung und der Kampf gegen Kinderarmut. "Daher ist es richtig, lösungsorientiert alle Wege zu prĂŒfen, wie mehr finanzielle Mittel mobilisiert werden können." Post begrĂŒĂŸt deshalb die VorschlĂ€ge von DGB und BDI zur Auflage eines Sondervermögens fĂŒr staatliche Investitionen in Klimaschutz und Infrastrukturen.

"Auch die Schaffung von Sondervermögen ist dabei ein möglicher Weg. Wir dĂŒrfen nicht vorschnell Optionen vom Tisch nehmen, sondern mĂŒssen jetzt angesichts von Krieg und Krisen demokratische Handlungs- und ZukunftsfĂ€higkeit unter Beweis stellen", so Post. Auch die Bundestagsfraktion der GrĂŒnen lobte die VorschlĂ€ge aus der Wirtschaft: "Wir mĂŒssen hunderte Milliarden Euro in die Zukunft Deutschlands investieren: in die neuen Klima-Technologien, in unsere Infrastruktur, in unsere WettbewerbsfĂ€higkeit gegenĂŒber China und den USA. Da hat der BDI-PrĂ€sident, Sigfried Russwurm, völlig recht." Deutschland mĂŒsse alle Anstrengungen unternehmen, Menschen noch schneller und besser in Arbeit zu vermitteln, und man mĂŒsse investieren. "Dem muss der Haushalt gerecht werden." Dagegen verwies der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Otto Fricke, auf die geltende Rechtslage, die es unmöglich mache, zusĂ€tzliche Schulden aufzunehmen. "FĂŒr ein verfassungsgemĂ€ĂŸes neues Sondervermögen bedĂŒrfte es einer Zwei-Drittel-Zustimmung in Bundestag und Bundesrat. Die nötigen Mehrheiten kann ich in keiner der beiden Kammern erkennen", sagte Fricke. Auch inhaltlich wĂŒrden staatliche Investitionen und Sondervermögen in der aktuellen Debatte ĂŒberschĂ€tzt, da diese "nur langfristig und trĂ€ge" wirkten. "Wir mĂŒssen vielmehr schauen, wie man den permanenten ĂŒberproportionalen Ausgabenanstieg beim Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales dĂ€mpfen kann, um wieder mehr Spielraum fĂŒr unsere Zukunft zu haben", so der FDP-HaushĂ€lter mit Blick auf die Haushaltsverhandlungen der Ampel-Koalition. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel lehnt die Aufnahme zusĂ€tzlicher Kredite ebenfalls ab: "Sondervermögen sind Sonderschulden. Diese HintertĂŒre zur Ausweitung der Staatsverschuldung muss geschlossen und nicht ausgeweitet werden." Stattdessen mĂŒssten "fragwĂŒrdige Ausgaben" gestrichen werden. "Zu letzteren gehören planwirtschaftliche `Klimaschutz`- und `Transformations`-Programme ebenso wie unsinnige `Entwicklungshilfe`-Projekte und die milliardenteure Alimentierung illegaler Migranten, die konsequent abgeschoben werden sollten. Statt Abermilliarden in MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine zu versenken, sollten diplomatische Wege zur Beendigung des Krieges gesucht werden", sagte Weidel.

de | politik | 65338658 |