GefÀngnisse in zehn BundeslÀndern vollbelegt
22.05.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deIn zehn LĂ€ndern verschlechterte sich die Lage seit der letzten Befragung im Sommer 2025. Nur in Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland sank die Belegungsquote der Justizvollzugsanstalten. In Hamburg verblieb die Auslastung bei 96 Prozent.
Bereits bei einer Auslastung von 85 bis 90 Prozent ist in Fachkreisen von einer Vollbelegung die Rede, da nicht alle HaftrĂ€ume fĂŒr alle Arten des Strafvollzugs nutzbar und Renovierungs- und Umbauarbeiten einzukalkulieren sind.
Bundesweit ergibt sich aus den Angaben der Justizbehörden der LĂ€nder im Schnitt eine Belegung von gut 86 Prozent der HaftplĂ€tze im FrĂŒhjahr 2026. Eine Auslastung von mehr als 100 Prozent verzeichnete nur das Land Bremen, mit einer Belegungsquote von 103 Prozent zum 1. MĂ€rz. Eine Gesamtauslastung von ĂŒber 90 Prozent war zu den jeweiligen Stichtagen im Zeitraum MĂ€rz bis April 2026 in Rheinland-Pfalz (97,2 Prozent), Hamburg (96 Prozent), Baden-WĂŒrttemberg (92,93 Prozent), Hessen (91,9 Prozent) und dem Saarland (91,47 Prozent) feststellbar.
In jedem Bundesland gibt es mindestens eine vollbelegte JVA, deren HaftplĂ€tze zu mehr als 85 Prozent ausgelastet sind. Einzelne Haftanstalten waren - selbst unter Einbezug des wenig ausgelasteten offenen Vollzugs - deutlich ĂŒberbelegt. Besonders stark aus- beziehungsweise ĂŒberlastet waren die baden-wĂŒrttembergischen Justizvollzugsanstalten in Rottweil (mit einer Belegungsquote von 125 Prozent), Offenburg (114 Prozent) und Ravensburg (113 Prozent).
Das RND hat alle 16 Justizministerien der BundeslĂ€nder befragt. Die Abfrage der Zahlen erfolgte am 29. April 2026. Manche Justizbehörden nannten tagesaktuelle Zahlen, andere lieferten Zahlen von anderen Stichtagen im MĂ€rz oder April. In den Statistiken sind sowohl MĂ€nner, Frauen als auch Jugendliche im geschlossenen und offenen Vollzug erfasst, die eine Freiheitsstrafe verbĂŒĂen oder aus sonstigen GrĂŒnden inhaftiert sind.
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