Israel, Gadi Eizenkot

Israel: Herzog beauftragt Eizenkot mit Regierungsbildung

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 22:18 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Nach den Konsultationen mit den Fraktionen der Knesset ĂŒbertrĂ€gt Israels PrĂ€sident Isaak Herzog dem OppositionsfĂŒhrer die Bildung einer Regierung. Eizenkot startet mit 67 Empfehlungen, wĂ€hrend Benjamin Netanjahu auf 46 kommt.

Mehrheitsempfehlungen in der Knesset

  • Isaak Herzog lĂ€dt Gadi Eizenkot fĂŒr Sonntag um 17 Uhr in den PrĂ€sidentenpalast ein.
  • Fraktionen mit insgesamt 67 Abgeordneten empfahlen Eizenkot fĂŒr die Regierungsbildung.
  • Benjamin Netanjahu erhielt Empfehlungen von Fraktionen mit zusammen 46 Abgeordneten.
Isaak Herzog (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Herzog ĂŒbertrĂ€gt Eizenkot Auftrag zur Regierungsbildung

Israels StaatsprĂ€sident Isaak Herzog hat den bisherigen OppositionsfĂŒhrer und Vorsitzenden der Partei Jaschar, Gadi Eizenkot, mit der Regierungsbildung beauftragt. Herzog lud Eizenkot fĂŒr Sonntag um 17 Uhr in den PrĂ€sidentenpalast ein.

67 Abgeordnete empfehlen Eizenkot

Die Entscheidung fiel nach einer Konsultationsrunde mit den Fraktionen der Knesset sowie GesprĂ€chen Herzogs mit verschiedenen Akteuren des politischen Systems nach der Wahl. Fraktionen mit insgesamt 67 Knesset-Abgeordneten empfahlen Eizenkot fĂŒr die Regierungsbildung.

Netanjahu erhÀlt 46 Empfehlungen

MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu kam dagegen auf die UnterstĂŒtzung von Fraktionen mit insgesamt 46 Abgeordneten. Eine weitere Fraktion mit sieben Knesset-Abgeordneten entschied, keinen Kandidaten zu empfehlen.

GesprÀche im PrÀsidentenpalast

Herzog traf nach eigenen Angaben sowohl Eizenkot als auch Netanjahu, um ihnen seine Absicht mitzuteilen. Mit der Einladung am Sonntag beginnt fĂŒr Eizenkot die nĂ€chste formale Phase der Regierungsbildung.

Der Auftrag an Gadi Eizenkot folgt auf eine Wahl, bei der sich im PrĂ€sidentenpalast keine eindeutige Vorentscheidung zugunsten des bisherigen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu ergeben hat. Entscheidend ist die Zahl von 67 Empfehlungen: Sie liegt ĂŒber der absoluten Mehrheit von 61 Sitzen in der 120 Mitglieder umfassenden Knesset.

Die Empfehlung bedeutet allerdings noch keine gesicherte Regierungsmehrheit. Eizenkot muss nun unterschiedliche Fraktionen auf ein gemeinsames Programm und eine tragfĂ€hige Koalition verpflichten. Dass eine weitere Fraktion mit sieben Abgeordneten keinen Kandidaten unterstĂŒtzte, zeigt zugleich, dass die Mehrheitsbildung nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt ist.

KoalitionsgesprĂ€che entscheiden ĂŒber die Mehrheit

FĂŒr Netanjahu fĂ€llt die unmittelbare Ausgangslage schwĂ€cher aus: Auf ihn entfielen 46 Empfehlungen. Eizenkots Vorteil besteht deshalb zunĂ€chst darin, dass mehrere Fraktionen eine Regierungsbildung unter seiner FĂŒhrung fĂŒr aussichtsreicher halten. Ob daraus ein belastbares BĂŒndnis entsteht, hĂ€ngt von politischen und möglicherweise auch personellen ZugestĂ€ndnissen ab.

Mit dem Termin am Sonntag um 17 Uhr beginnt formal die nĂ€chste Phase des Verfahrens. FĂŒr Israel bedeutet der Auftrag vor allem eine Verschiebung der politischen Initiative zur Opposition; fĂŒr die Bevölkerung bleibt offen, wie schnell eine neue Regierung gebildet werden kann und welche Mehrheiten sie in der Knesset tatsĂ€chlich trĂ€gt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „Nach der Wahl in Israel: Bekommt Eisenkot das Mandat, eine Koalition zu bilden?“ (06.11.2026)

Der Beitrag ordnet die Konsultationen und die besseren Aussichten Eizenkots im Vergleich zu Netanjahu ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob aus der UnterstĂŒtzung im PrĂ€sidentenpalast eine regierungsfĂ€hige Koalition entstehen kann.

Frankfurter Rundschau: „Israel nach der Wahl: Eisenkot vor Regierungsauftrag – Netanjahu abgeschlagen“ (06.11.2026)

Die Frankfurter Rundschau hebt wie die Meldung den Abstand zwischen den 67 Empfehlungen fĂŒr Eizenkot und den 46 fĂŒr Netanjahu hervor. Der Schwerpunkt liegt auf Eizenkots Favoritenrolle und dem weiteren Weg zur Regierungsbildung.

Beide BeitrÀge sehen Eizenkot nach den Konsultationen in der besseren Ausgangsposition. Offen bleibt in beiden Perspektiven, ob die empfohlenen Mehrheiten auch in konkrete Koalitionsvereinbarungen umgesetzt werden können.

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