Israel-Wahl, Volker Beck

Israel-Wahl: Beck erwartet trotz Regierungswechsel langen Gaza-Krieg

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 08:48 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erwartet auch nach einem Machtwechsel keinen schnellen Frieden im Gazastreifen. Zugleich plädiert er für eine Regierung der nationalen Einheit und ein Ende der Pläne zum Umbau des Rechtsstaats.

Israels Wahl und Becks Koalitionsvorschlag

  • Volker Beck unterstützt einen politischen Wechsel nach den israelischen Parlamentswahlen.
  • Als mögliche Perspektive nennt er eine Koalition mit Netanjahus Likud und wichtigen Oppositionsparteien.
  • Beck verbindet ein Ende der Hamas-Gefahr mit ihrer vorherigen Entwaffnung.
Volker Beck (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Volker Beck erwartet keinen schnellen Frieden in Gaza

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck (Grüne), rechnet auch bei einem Regierungswechsel in Israel nicht mit einem baldigen Ende des Gazakrieges. Die Chance auf Frieden in Gaza gebe es nur, wenn man die Hamas entwaffne, sagte Beck den Sendern RTL und ntv.

Eisenkot will Hamas-Problem binnen 18 Monaten klären

Oppositionsführer Gadi Eisenkot habe angekündigt, das Problem mit der Hamas innerhalb von 18 Monaten zu klären, sagte Beck. Das bedeute, dass Eisenkot den Krieg zu Ende führen würde.

In Deutschland gebe es die Hoffnung, dass die Opposition in den entscheidenden Sicherheitsfragen anders handeln würde. Israel könne sich das nach Becks Einschätzung jedoch nicht leisten, da die Hamas ein erneutes Massaker angekündigt habe, sollte sie dazu militärisch in der Lage sein.

Beck plädiert für politischen Wechsel

Gleichzeitig sprach sich Beck für einen politischen Wechsel nach den Parlamentswahlen aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe zwar einiges Erforderliche getan, aber innen- wie außenpolitisch viel Vertrauen verspielt.

Beck hofft zudem auf einen Stopp der Pläne zum Umbau des Rechtsstaates und zur Einschränkung der gerichtlichen Kontrolle von Politik. Als mögliche Perspektive nannte er eine Koalition der nationalen Einheit unter Einschluss von Netanjahus Likud und den wichtigsten Oppositionsparteien.

Die israelische Parlamentswahl findet vor dem Hintergrund des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023 und des anschließenden Gaza-Krieges statt. Der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot gilt als wichtigster Herausforderer von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Damit verbindet sich die Wahl nicht nur mit der Frage nach der politischen Führung, sondern auch mit der künftigen Sicherheits- und Gaza-Politik Israels.

Becks Einschätzung verweist auf ein Spannungsfeld: Ein Regierungswechsel könnte innenpolitisch einen Kurswechsel einleiten, muss aber nicht automatisch zu einem schnellen Ende des militärischen Konflikts führen. Entscheidend bleibt, wie eine neue Regierung mit der Hamas, der Sicherheit israelischer Bürger und den politischen Folgen des Krieges umgehen würde.

Wahl zwischen Sicherheitskurs und Machtwechsel

In Israel stehen neben dem Gaza-Krieg auch die innenpolitische Vertrauenskrise und der Streit über die Kontrolle staatlicher Macht im Mittelpunkt. Netanjahus Regierung ist wegen ihres Umgangs mit Sicherheitsfragen und wegen Plänen zur Einschränkung gerichtlicher Kontrolle stark umkämpft. Becks Befürwortung eines Regierungswechsels knüpft deshalb an sicherheitspolitische Kontinuität und innenpolitische Veränderung zugleich an.

Eine mögliche Regierung der nationalen Einheit könnte unterschiedliche Lager zusammenführen, würde aber den Konflikt über die Ziele des Krieges nicht automatisch lösen. Für die weitere Entwicklung sind daher sowohl das Wahlergebnis als auch die anschließenden Koalitionsverhandlungen und die konkrete Sicherheitsstrategie maßgeblich.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „Knesset-Wahl 2026: Israel vor der Entscheidung“ (27.10.2026)

Der Beitrag beschreibt die Wahl als Entscheidung zwischen Benjamin Netanjahu und seinem stärksten Herausforderer Gadi Eisenkot. Im Mittelpunkt steht damit vor allem die politische Konkurrenz um das Amt des Ministerpräsidenten, während Beck die möglichen Folgen eines Wechsels für den Gaza-Krieg betont.

Euronews: „Israels Wahlen: Mehr als ein Kampf gegen Iran und Hamas“ (26.10.2026)

Euronews ordnet die Wahl als erste landesweite Abstimmung seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ein und hebt neben Gaza weitere sicherheitspolitische Themen hervor. Gemeinsam ist beiden Perspektiven, dass die Wahl unter dem Eindruck des Krieges steht; offen bleibt, ob ein Machtwechsel tatsächlich zu einem anderen Umgang mit dem Konflikt führt.

Die Berichte rücken den Machtkampf Netanjahus gegen Eisenkot und den sicherheitspolitischen Ausnahmezustand in den Mittelpunkt. Beck setzt zusätzlich den Akzent auf eine mögliche Koalition der nationalen Einheit sowie auf die innenpolitische Frage der gerichtlichen Kontrolle.

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