Israel-Wahl: Thorsten Frei will mit jedem Regierungschef arbeiten
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIsraels Regierungsbildung nach der Wahl
- Thorsten Frei kĂŒndigte Zusammenarbeit mit jedem israelischen MinisterprĂ€sidenten an.
- Frei verwies auf die zentrale Bedeutung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.
- Er ordnete die israelische Gesellschaft seit dem 7. Oktober 2023 als stark belastet und polarisiert ein.
Thorsten Frei setzt auf Zusammenarbeit mit jeder israelischen Regierung
Unions-Fraktionsvorsitzender Thorsten Frei hat angesichts des unklaren Wahlausgangs in Israel eine Zusammenarbeit mit jedem kĂŒnftigen israelischen MinisterprĂ€sidenten angekĂŒndigt. Die Beziehungen zu Israel seien fĂŒr Deutschland unabhĂ€ngig vom Wahlergebnis zentral.
Frei verweist auf Belastung der israelischen Gesellschaft
Die israelische Gesellschaft stehe seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 enorm unter Stress und sei polarisiert, sagte Frei am Mittwochmorgen gegenĂŒber RTL/ntv. Israel sei von auĂen wie von innen gefĂ€hrdet und existenziell bedroht.
Wahl bleibt ohne klare Mehrheit
Auf das offenbar gute Abschneiden von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu trotz der Unsicherheiten und vieler Kriege reagierte Frei zurĂŒckhaltend. Derzeit sei es noch sehr knapp, man respektiere aber natĂŒrlich jedes Ergebnis.
Bei der Bewertung der politischen VerhĂ€ltnisse mĂŒsse man aus Deutschland heraus immer sehr vorsichtig sein, sagte der CDU-Politiker. Die Haltung Deutschlands zu Israel werde damit nicht von der konkreten Zusammensetzung der Regierung abhĂ€ngig gemacht.
Die israelische Parlamentswahl zeichnet sich durch ein Patt zwischen dem Lager von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu und dem OppositionsbĂŒndnis um Gadi Eisenkot aus. Nach ersten Prognosen liegt der Likud zwar vorn, doch die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen ist fĂŒr keines der beiden groĂen Lager erkennbar.
Damit hÀngt die Regierungsbildung von Koalitionsverhandlungen und möglichen Absprachen mit kleineren Parteien ab. Ein solches Ergebnis kann die politische Entscheidungsfindung in Israel verlÀngern und die innenpolitische Polarisierung verschÀrfen, insbesondere weil Sicherheitsfragen, der Krieg und der Umgang mit den Folgen des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 den Wahlkampf prÀgen.
Folgen fĂŒr Deutschland
FĂŒr Deutschland bleibt Israel unabhĂ€ngig vom Wahlausgang ein zentraler Partner. Die von Thorsten Frei angekĂŒndigte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit jedem israelischen Regierungschef verweist auf die KontinuitĂ€t der bilateralen Beziehungen, wĂ€hrend Berlin zugleich mit unterschiedlichen politischen Positionen in Jerusalem umgehen muss.
Entscheidend wird sein, ob Netanjahu oder Eisenkot eine tragfĂ€hige Mehrheit organisieren kann. Bis zur endgĂŒltigen Sitzverteilung und dem Abschluss möglicher KoalitionsgesprĂ€che bleibt offen, wie schnell Israel eine neue Regierung bilden kann und welchen Kurs sie in Sicherheits-, AuĂen- und Innenpolitik einschlĂ€gt.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: âWahlen in Israel: Netanjahu vorne, Regierungsblock hintenâ (27.10.2026)
Der Beitrag hebt hervor, dass Netanjahu und seine Partei zwar vorne liegen, ihnen aber die Koalitionsmehrheit fehlt. Damit bestÀtigt er den unklaren Ausgang und legt den Schwerpunkt auf die komplizierte Regierungsbildung.
Die Meldung beschreibt ebenfalls einen fehlenden klaren Sieger und stellt stÀrker die Möglichkeit einer erneuten Wahl heraus. Einigkeit besteht beim Patt, offen bleibt der konkrete Weg zur Bildung einer Regierung.
Die Berichte stimmen darin ĂŒberein, dass Netanjahus Likud stĂ€rkste Kraft werden kann, ohne allein eine Mehrheit zu erreichen. Unterschiede gibt es vor allem bei der Gewichtung der Koalitionsoptionen und der Frage, wie wahrscheinlich ein erneuter Urnengang ist.
