Israels, Ex-Botschafter

Israels Ex-Botschafter: Zweistaatenlösung muss auf Tagesordnung

23.10.2023 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Israels frĂŒherer Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, hat sein Land und internationale Partner aufgerufen, die Zweistaatenlösung mit den PalĂ€stinensern wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen.

Pro-PalĂ€stina-Protest am 18.10.2023 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Sie ist momentan in weiter Ferne, aber sie muss im Auge behalten werden", sagte Stein dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Montagausgaben). "Die gegenwÀrtige israelische Regierung hat das von ihrer Tagesordnung gestrichen. Das war ein Fehler."

Stein mahnte: "Eine militĂ€rische Operation ohne eine politische Perspektive wĂ€re eine verpasste Chance." Er hoffe, dass die israelische Bodenoffensive "mit der Neutralisierung der militĂ€rischen Gefahr durch Hamas" erfolgreich sein werde. "Und dann stellen wir die Frage: Was passiert am Tag danach? Und hoffentlich werden uns die USA, Deutschland, die EuropĂ€ische Union dabei helfen." Es werde eine sehr schwierige Aufgabe sein. Die Frage sei, ob der Westen dazu in der Lage sein werde, wenn gleichzeitig Russland Krieg gegen die Ukraine fĂŒhrt, und ob es genĂŒgend Ressourcen geben werde, die Gaza und die PalĂ€stinensergebiete zu stabilisieren. Stein sagte ferner, er hoffe, dass die deutsche SolidaritĂ€t durch die israelische Bodenoffensive nicht bröckeln werde. "Das GedĂ€chtnis hĂ€lt nicht immer sehr lange. Schon jetzt verlagern sich die Bilder von dem schrecklichen Massaker der Hamas-Terroristen auf israelische Zivilisten am 7. Oktober hin zum Leiden der PalĂ€stinenser im Gazastreifen. Und sie leiden wirklich. Indem wir das Leid miteinander vergleichen, sind wir schon in einem anderen Film." Die Traumata und Posttraumata, die die israelische Gesellschaft durch den Hamas-Terror am 7. Oktober erlitten habe, seien noch nicht absehbar. "Es wird die Menschen bis zu ihrem Tod begleiten." Es mĂŒsse alles dafĂŒr getan werden, um die Geiseln zu befreien. "Israel wird einen Preis dafĂŒr bezahlen mĂŒssen. Wir haben 6.000 Hamas-HĂ€ftlinge. Ich weiß nicht, ob wir ĂŒber sie sprechen mĂŒssen." Stein geht von einem "relativ langen Krieg" aus. "Ein Krieg inmitten einer Stadt ist schwierig. Ich habe das als Soldat 1967 selbst erlebt, als ich in Gaza war. Es war verdammt blutig." Die israelische Gesellschaft zeige aber gegenwĂ€rtig, dass sie nirgendwo anders leben könne und wolle als in Israel. "Weder Hamas noch Hisbollah werden uns auslöschen."

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