Berlin, Rot-Grün-Rot

Berlin: Wissler wirbt für Rot-Grün-Rot mit Elif Eralp

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Janine Wissler fordert, eine Mehrheit von Linken, Grünen und SPD in Berlin für einen Regierungswechsel zu nutzen. Im Zentrum der Verhandlungen müsse bezahlbares Wohnen stehen.

Wissler wirbt für Rot-Grün-Rot in Berlin
Janine Wissler (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Linke setzt auf Berliner Mehrheitsoption

  • Janine Wissler spricht sich für eine Koalition von Linken, Grünen und SPD in Berlin aus.
  • Wissler verweist auf 41 Prozent Zustimmung für Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin.
  • Die Linke sei stärkste Kraft, zugleich gebe es eine Mehrheit jenseits der CDU.

Die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Linken-Chefin Janine Wissler hat sich für ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis in Berlin ausgesprochen. Sie fordert, die Mehrheit jenseits der CDU zu nutzen und den Wählerwillen umzusetzen.

Wohnen soll im Zentrum stehen

Gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sagte Wissler, 41 Prozent der Berliner wünschten sich Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin. Die Linke sei stärkste Kraft, deshalb sollten die Parteien gewissenhaft verhandeln.

Als wichtigste politische Aufgabe nannte Wissler die Wohnungsfrage. Wohnen müsse bezahlbar bleiben oder wieder bezahlbar werden und im Zentrum der möglichen Zusammenarbeit stehen.

Unterstützung und Kritik in der Linken

Auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow und der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch haben sich ausdrücklich für Rot-Grün-Rot ausgesprochen. Die drei Parteien hatten sich zuvor auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Antisemitismus verständigt.

Diese Vereinbarung stößt innerhalb der Linken auf Widerstand. 120 Politiker kritisierten sie und warfen der Partei vor allem gegenüber der SPD ein Einknicken vor.

Die Berliner Regierungsbildung steht nach der Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026 im Zeichen einer möglichen rot-grün-roten Koalition. Linke, Grüne und SPD haben sich auf den Übergang von Vorgesprächen zu Sondierungen verständigt. Elif Eralp könnte bei einem erfolgreichen Bündnis das Amt der Regierenden Bürgermeisterin übernehmen.

Inhaltlich dürfte die Wohnungs- und Mietenpolitik zu den zentralen Verhandlungsthemen gehören. Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum verbindet die drei Parteien, zugleich unterscheiden sie sich bei Fragen der Stadtentwicklung, bei der Verwaltungsreform und beim Umgang mit Sicherheitspolitik. Eine gemeinsame Regierung müsste daher nicht nur eine rechnerische Mehrheit organisieren, sondern auch tragfähige Kompromisse bei Investitionen, Neubau und Mieterschutz finden.

Antisemitismus-Vereinbarung belastet Gespräche

Zusätzliche Spannungen entstehen durch die Vereinbarung von Linken, Grünen und SPD zum Umgang mit Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens. Innerhalb der Linken haben 120 Politiker Kritik daran geäußert. Die Debatte zeigt, dass die geplante Koalition auch innerparteilich abgesichert werden muss.

Bundespolitisch reicht die Bedeutung über Berlin hinaus: Vor allem in der SPD wird die mögliche Zusammenarbeit mit der Linken aufmerksam beobachtet. Für die Hauptstadt folgen nun Sondierungen, in denen zunächst gemeinsame Inhalte, Vertrauen und die personelle Frage geklärt werden müssen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „Schwerpunkt Rot-Rot-Grün in Berlin“ (12.10.2026)

Der Schwerpunkt bestätigt den Übergang zu Sondierungen und ordnet die mögliche Wahl Elif Eralps zur Regierenden Bürgermeisterin ein. Anders als die dts-Meldung richtet er den Blick stärker auf weitere Hürden der Koalitionsbildung und die innerparteiliche Debatte über die Antisemitismus-Vereinbarung.

tagesschau: „Berliner Sondierungen sorgen für Ärger in der Koalition“ (11.10.2026)

Der Beitrag bestätigt, dass Rot-Grün-Rot in Berlin konkreter wird, und stellt die Auswirkungen auf die Bundespolitik heraus. Im Mittelpunkt stehen dort der Widerstand aus der Union, Vorbehalte bei Teilen der Grünen und die Kontroverse über den Umgang mit der Linken.

Übereinstimmung besteht über die laufende Annäherung von Linken, Grünen und SPD. Unterschiede zeigen sich bei der Gewichtung: Während Wissler die Umsetzung des Wählerwillens und bezahlbares Wohnen betont, konzentrieren sich die anderen Beiträge stärker auf Antisemitismus, politische Widerstände und die bundespolitischen Folgen.

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