JD.com, MediaMarktSaturn

JD.com übernimmt MediaMarktSaturn für 2,2 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die EU-Kommission erlaubt JD.com den Einstieg bei Ceconomy unter Auflagen. Der Vollzug der rund 2,2 Milliarden Euro schweren Transaktion soll in den kommenden Tagen erfolgen.

Ceconomy erhält neue Eigentümerperspektive

  • Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme von Ceconomy durch JD.com unter Bedingungen.
  • Die Verpflichtungen zu marktüblichen Finanzierungen gelten für zehn Jahre.
  • Das Angebot bewertet den Düsseldorfer Konzern mit rund 2,2 Milliarden Euro.
  • Die MediaMarktSaturn Retail Group gehört heute zum Handelsunternehmen Ceconomy. (Archivbild) - Bild: Armin Weigel/dpa
  • Die Filialen sind in vielen deutschen Innenstädten zu finden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Die MediaMarktSaturn Retail Group gehört heute zum Handelsunternehmen Ceconomy. (Archivbild) - Bild: Armin Weigel/dpa Die Filialen sind in vielen deutschen Innenstädten zu finden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

EU-Kommission erlaubt JD.com die Übernahme von Ceconomy

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Elektronikfachhändlers MediaMarktSaturn durch den chinesischen Onlinekonzern JD.com unter Bedingungen genehmigt. JD.com und Ceconomy kündigten an, die Transaktion nach Erfüllung aller Angebotsbedingungen in den kommenden Tagen zu vollziehen.

Brüssel verlangt Schutz vor Quersubventionierung

Die EU-Wettbewerbshüter stellten fest, dass JD.com von China Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse erhalten hatte. Die Kommission sah deshalb das Risiko, dass daraus finanzierte Kapazitäten Ceconomy zugutekommen und Wettbewerber durch eine aggressive Preispolitik unter Druck geraten könnten.

Die Unternehmen müssen unter anderem sicherstellen, dass konzerninterne Geschäfte zwischen JD.com und Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Die Verpflichtungszusagen gelten zehn Jahre und sollen eine Quersubventionierung verhindern.

Übernahme bewertet Ceconomy mit 2,2 Milliarden Euro

JD.com will den Düsseldorfer Konzern Ceconomy übernehmen, zu dem MediaMarkt und Saturn gehören. Das Angebot bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Die Zustimmung der EU-Kommission war eine der Voraussetzungen für den Eigentümerwechsel.

China hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht

China hatte der EU im August wegen der Untersuchung mit Gegenmaßnahmen gedroht. Peking untersagte Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen in China zu unterstützen, und warf Brüssel vor, umfangreiche und unnötige Informationen verlangt zu haben.

Die EU-Kommission begründete die Prüfung mit dem Ziel gleicher Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen aus der EU und Drittstaaten. Wettbewerbs- und Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begrüßte den konstruktiven Ansatz der beteiligten Unternehmen.

Deutschland verbindet Freigabe mit weiteren Auflagen

JD.com hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot abgegeben und sich wenige Monate später die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Behörden in mehreren Ländern, darunter Deutschland, prüften die Transaktion und erteilten ebenfalls Genehmigungen, teils unter Auflagen.

In Deutschland sollen die Vorgaben den Schutz personenbezogener Kundendaten sicherstellen. Zudem erhält die Bundesregierung weitreichende Überwachungs- und Kontrollrechte und kann die Genehmigung bei Verstößen widerrufen.

Ceconomy beschäftigt rund 50.000 Menschen

Ceconomy ist mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern aktiv, rund 400 davon in Deutschland. Im Geschäftsjahr bis Ende September erzielte das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen 24,0 Milliarden Euro Umsatz; das bereinigte Ebit stieg um 27 Prozent auf 515 Millionen Euro.

JD.com setzte 2024 knapp 159 Milliarden US-Dollar um und beschäftigte rund 570.000 Menschen. In Deutschland startete der Konzern im März seinen Onlineshop Joybuy. Ceconomy beschäftigte 2024 weltweit rund 50.000 Menschen, davon knapp 20.000 in Deutschland.

Die EU-Kommission verbindet die Freigabe der Übernahme mit Auflagen aus der europäischen Beihilfenkontrolle. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob staatliche Unterstützung aus Drittstaaten einem Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschaffen kann, die Wettbewerber in der EU nicht haben.

Der Fall fällt in eine Phase, in der die EU chinesische Handelsplattformen und Importe stärker unter gleichen Wettbewerbsbedingungen einordnen will. Für den stationären und digitalen Handel geht es dabei nicht nur um Verkaufspreise, sondern auch um Finanzierung, Logistik, Daten, Produktsicherheit und die Einhaltung europäischer Regeln.

Auflagen prägen den Eigentümerwechsel

Die zehnjährige Verpflichtung zu marktüblichen konzerninternen Geschäften soll verhindern, dass Ceconomy über günstige Finanzierungen oder andere Vorteile indirekt quersubventioniert wird. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt entscheidend, ob MediaMarkt und Saturn ihre Marktstellung behaupten und mögliche Effizienzgewinne in Form wettbewerbsfähiger Preise weitergeben.

Die Transaktion betrifft einen Konzern mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern und rund 50.000 Beschäftigten. In Deutschland kommen neben den wettbewerbsrechtlichen Vorgaben Anforderungen an Kundendaten sowie weitreichende staatliche Kontrollrechte hinzu. Damit steht der Eigentümerwechsel zugleich für eine engere Prüfung ausländischer Investitionen in wirtschaftlich relevanten Bereichen.

Bedeutung für Handel und Kunden

JD.com erhält mit der Übernahme Zugang zu einem etablierten Filial- und Onlinegeschäft, während Ceconomy von zusätzlicher Technologie, Logistik und Finanzierung profitieren könnte. Ob daraus dauerhaft mehr Wettbewerb entsteht, hängt davon ab, wie wirksam die Auflagen umgesetzt und kontrolliert werden. Die angekündigte Abwicklung in den kommenden Tagen markiert daher den nächsten konkreten Schritt nach der europäischen Genehmigung.

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