JD.com, MediaMarktSaturn

JD.com übernimmt MediaMarktSaturn für 2,2 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die EU-Kommission erlaubt die Übernahme des Ceconomy-Konzerns durch JD.com, verlangt aber Schutzvorkehrungen gegen eine Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Unterstützung. Der Vollzug soll nach Angaben der Unternehmen in den kommenden Tagen erfolgen.

Ceconomy vor dem Eigentümerwechsel

  • JD.com will den Düsseldorfer Handelskonzern Ceconomy mit MediaMarkt und Saturn übernehmen.
  • Die EU-Kommission verlangt zehn Jahre lang marktübliche Bedingungen für konzerninterne Geschäfte.
  • Das Angebot bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro.
  • Die MediaMarktSaturn Retail Group gehört heute zum Handelsunternehmen Ceconomy. (Archivbild) - Bild: Armin Weigel/dpa
  • Die Filialen sind in vielen deutschen Innenstädten zu finden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Die MediaMarktSaturn Retail Group gehört heute zum Handelsunternehmen Ceconomy. (Archivbild) - Bild: Armin Weigel/dpa Die Filialen sind in vielen deutschen Innenstädten zu finden. (Archivbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

EU erlaubt JD.com die Übernahme von MediaMarktSaturn

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Elektronikfachhändlers MediaMarktSaturn durch den chinesischen Onlinekonzern JD.com unter Bedingungen genehmigt. JD.com und Ceconomy kündigten an, die Transaktion nach Erfüllung aller Angebotsbedingungen in den kommenden Tagen zu vollziehen.

Brüssel verlangt Schutz vor Quersubventionierung

Die Wettbewerbshüter stellten fest, dass JD.com von China unter anderem Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüsse erhalten hatte. Sie sahen deshalb das Risiko, dass daraus finanzierte Kapazitäten auch Ceconomy zugutekommen und Wettbewerber durch eine aggressive Preispolitik unter Druck geraten könnten.

Die Unternehmen müssen konzerninterne Geschäfte, insbesondere Finanzierungen, zu marktüblichen Bedingungen abwickeln. An diese Verpflichtungszusagen sind sie zehn Jahre gebunden.

Übernahme bewertet Ceconomy mit 2,2 Milliarden Euro

JD.com will den Düsseldorfer Konzern Ceconomy übernehmen, zu dem MediaMarkt und Saturn gehören. Das Angebot bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro.

Die Zustimmung der EU-Kommission war eine Voraussetzung für den Eigentümerwechsel. Behörden in mehreren Ländern, darunter Deutschland, hatten die Übernahme ebenfalls geprüft und Freigaben vielfach mit Auflagen verbunden.

China hatte mit Gegenmaßnahmen gedroht

China hatte im August mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte die EU an ihrer Untersuchung festhalten. Peking kritisierte die verlangten Auskünfte als umfangreich und unnötig und untersagte Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen zu unterstützen.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begrüßte den konstruktiven Ansatz der beteiligten Unternehmen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollten von einem wettbewerbsfähigen Einzelhandels- und E-Commerce-Sektor mit gleichen Bedingungen für alle Unternehmen profitieren.

Deutschland sichert Kontrollrechte

Deutschland verband seine Freigabe unter anderem mit Vorgaben zum Schutz personenbezogener Kundendaten. Zudem erhielt die Bundesregierung weitreichende Überwachungs- und Kontrollrechte und kann die Genehmigung bei Verstößen widerrufen.

MediaMarktSaturn bleibt großes Filialnetz

Ceconomy ist mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern aktiv, rund 400 davon in Deutschland. Im Geschäftsjahr bis Ende September erzielte das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen 24,0 Milliarden Euro Umsatz; das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 27 Prozent auf 515 Millionen Euro.

Weltweit beschäftigte Ceconomy 2024 rund 50.000 Menschen, davon knapp 20.000 in Deutschland. JD.com setzte 2024 knapp 159 Milliarden US-Dollar um und beschäftigte etwa 570.000 Menschen. In Deutschland startete der Konzern im März seinen Onlineshop Joybuy.

Die Genehmigung fügt sich in die verschärfte EU-Kontrolle staatlicher Unterstützung aus Drittstaaten ein. Mit der seit 2023 geltenden Verordnung über ausländische Subventionen kann die Kommission prüfen, ob finanzielle Vorteile außerhalb der EU den Wettbewerb im Binnenmarkt verzerren.

Im Fall von JD.com richtet sich der Blick damit nicht allein auf die Größe der geplanten Übernahme. Entscheidend ist, ob Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen oder Zuschüsse dem Käufer ermöglichen könnten, das europäische Geschäft günstiger zu finanzieren oder Wettbewerber durch eine aggressive Preispolitik unter Druck zu setzen. Die zehnjährige Bindung an marktübliche Bedingungen soll solche konzerninternen Vorteile begrenzen.

Kontrolle bleibt bestehen

Für Ceconomy und MediaMarktSaturn bedeutet die Freigabe, dass der Eigentümerwechsel nach Erfüllung der weiteren Angebotsbedingungen kurzfristig vollzogen werden kann. Die Auflagen schaffen zugleich dauerhafte Kontrollpflichten und machen die Transaktion auch nach dem Abschluss aufsichtsrechtlich relevant.

Für Kundinnen und Kunden steht weniger eine unmittelbare Änderung in den Filialen als die langfristige Wettbewerbswirkung im Mittelpunkt. MediaMarktSaturn verfügt über mehr als 1.000 Märkte in elf europäischen Ländern und erzielte zuletzt 24,0 Milliarden Euro Umsatz. Der Einstieg von JD.com verbindet dieses stationäre Netz mit einem international großen Online- und Logistikkonzern.

Politisch markiert der Vorgang zudem einen Belastungstest für die Beziehungen zwischen der EU und China. Brüssel will gleiche Wettbewerbsbedingungen durchsetzen, während Peking die Untersuchung zuvor als überzogen kritisiert und Gegenmaßnahmen angedroht hatte. Weitere Aufmerksamkeit dürfte deshalb der Umsetzung der Auflagen sowie dem Umgang mit Kundendaten und staatlichen Kontrollrechten gelten.

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