Jens Spahn zieht sich aus Haushaltsausschuss zurĂŒck
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der frĂŒhere Unionsfraktionschef Jens Spahn zieht sich nach Informationen des «Spiegel» aus dem Haushaltsausschuss des Bundestags zurĂŒck.
Nachricht an Unionsabgeordnete
Eine entsprechende Nachricht des CDU-Politikers an die Unionsabgeordneten im Ausschuss lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin teilte Spahn seinen RĂŒckzug aus dem Gremium mit.
Personalentscheidung im Bundestag
Spahn war erst Anfang September in den Haushaltsausschuss eingezogen. Der RĂŒckzug erfolgt nach einer Auseinandersetzung ĂŒber seine Abwesenheit wĂ€hrend einer Sitzungswoche und seinen Verbleib in dem Ausschuss.
Debatte in der Union
In der Unionsfraktion war zuvor ĂŒber Konsequenzen fĂŒr Spahn beraten worden. Mehrere Abgeordnete hatten nach Medienberichten seinen Ausschluss aus dem Ausschuss gefordert.
RĂŒckzug als Reaktion auf parteiinternen Druck
Der RĂŒckzug aus dem Haushaltsausschuss beendet vorerst die Debatte ĂŒber Spahns Verbleib in einem der wichtigsten Gremien des Bundestags. Der Ausschuss berĂ€t den Bundeshaushalt und kontrolliert die Verwendung öffentlicher Mittel; seine Mitglieder arbeiten deshalb in einem besonders sensiblen parlamentarischen Bereich.
Spahn war erst Anfang September in den Haushaltsausschuss berufen worden, nachdem er im Juli den Vorsitz der Unionsfraktion aufgegeben hatte. Auslöser fĂŒr die erneuten Spannungen war seine Abwesenheit wĂ€hrend einer Sitzungswoche, die öffentlich mit Bildern eines Aufenthalts auf Sardinien verbunden wurde. In der Unionsfraktion entstand daraufhin die Forderung, seine Ausschussmitgliedschaft zu beenden.
Signal fĂŒr die Unionsfraktion
Politisch zeigt der Vorgang, dass Spahns RĂŒckhalt in der eigenen Fraktion deutlich geschwĂ€cht ist. Der freiwillige RĂŒckzug nimmt der Union zunĂ€chst eine offene Personalauseinandersetzung wĂ€hrend der Haushaltsberatungen, lĂ€sst die Debatte ĂŒber Vertrauen, PrĂ€senzpflicht und den Umgang mit prominenten Abgeordneten aber bestehen.
FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger hat der Vorgang vor allem indirekte Bedeutung: Spahn wird nicht mehr an den Beratungen und Entscheidungen dieses Ausschusses beteiligt sein. Die Union muss zugleich klĂ€ren, wie sie den frei werdenden Sitz besetzt und wie sie mit den politischen Folgen der Auseinandersetzung umgeht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Deutschlandfunk: âEx-Fraktionschef Neue Aufregung ĂŒber Spahn in der Unionsfraktion - wegen Urlaubsfotosâ (27.09.2026)
Der Bericht habe die Irritationen in der Unionsfraktion ĂŒber Spahns Abwesenheit wĂ€hrend der Sitzungswoche bestĂ€tigt. Er hebe hervor, mehrere Mitglieder der Arbeitsgruppe Haushalt hĂ€tten seinen Ausschluss gefordert; zugleich sei eine formelle BewĂ€hrungsfrist bis Jahresende nicht bestĂ€tigt worden. Damit beleuchte der Artikel vor allem die innerparteilichen AblĂ€ufe und die weiterhin offene Frage, wie verbindlich die zuvor diskutierte Frist gewesen sei.
Berliner Zeitung: âUnions-Mehrheit wollte Spahn aus Haushaltsausschuss werfen â nur Frei rettet ihnâ (26.09.2026)
Der Artikel habe berichtet, eine Mehrheit der Unions-HaushĂ€lter habe Spahns Entfernung aus dem Ausschuss befĂŒrwortet. Anders als die aktuelle Meldung richte er den Schwerpunkt auf die innerfraktionĂ€re Vorgeschichte und die Rolle Thorsten Freis, der Spahn zunĂ€chst eine Frist bis Dezember habe einrĂ€umen wollen. Zugleich beschreibe der Bericht Kritik an einer möglichen Sonderbehandlung.
Beide Berichte hĂ€tten den parteiinternen Druck und die Debatte ĂŒber Spahns Ausschussmitgliedschaft bestĂ€tigt. WĂ€hrend der Deutschlandfunk die offenen Verfahrensfragen betone, stelle die Berliner Zeitung stĂ€rker die Konflikte innerhalb der Unionsfraktion und Freis Einfluss heraus.
