Josef Schuster, EKD-Synode

Josef Schuster fordert bei EKD-Synode Mut zum Widerspruch

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 12:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei der EKD-Synode in WĂŒrzburg ruft Josef Schuster dazu auf, antisemitische und rassistische Äußerungen im Alltag nicht hinzunehmen. Der Appell richtet sich ausdrĂŒcklich an Schulen, ArbeitsplĂ€tze, Vereine und Familien.

Schusters Appell an den Alltag

  • Josef Schuster sprach bei der EKD-Synode in WĂŒrzburg ĂŒber den Umgang mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen.
  • Er forderte Lehrer zum Einschreiten auf, wenn SchĂŒler rassistisch beleidigt werden.
  • Die Tagung lĂ€uft bis Mittwoch unter dem Motto „Gemeinsam weiter“.
  • Schuster sprach bei der EKD ein Grußwort. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die 7. Tagung der 13. Synode der EKD findet bis zum 11. November in WĂŒrzburg statt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Schuster sprach bei der EKD ein Grußwort. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die 7. Tagung der 13. Synode der EKD findet bis zum 11. November in WĂŒrzburg statt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Schuster ruft bei EKD-Synode zum Widerspruch auf

Der PrĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in WĂŒrzburg dazu aufgerufen, Unrecht klar zu benennen. Wer den Mund aufmache, erleichtere es anderen, ebenfalls zu widersprechen, sagte Schuster.

Appell an Schulen und ArbeitsplÀtze

Lehrer mĂŒssten einschreiten, wenn SchĂŒler von MitschĂŒlern rassistisch beleidigt wĂŒrden, sagte Schuster. Auch im Freundeskreis, am Arbeitsplatz und im Verein sollten Menschen nicht schweigen, wenn Antisemitismus Raum greife.

Schuster verwies darauf, dass Widerspruch besonders im Umgang mit vertrauten Menschen Mut erfordern könne. Man wolle einen Kollegen nicht bloßstellen oder beim Familienessen einen Streit beginnen. Trotzdem solle niemand darauf warten, dass jemand anderes den Anfang mache.

Steinmeier wird in WĂŒrzburg erwartet

Die diesjĂ€hrige EKD-Tagung findet bis Mittwoch unter dem Motto „Gemeinsam weiter - Kirche als Werkstatt fĂŒr Demokratiebildung und intergenerationales Lernen als Ausdruck gelebten Glaubens“ statt. Am Dienstag wird BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier als Gast erwartet.

Wechsel an der Synodenspitze

Die Synode ist das Kirchenparlament der EKD. Im April 2027 tritt das Gremium in neu gewÀhlter Form zusammen; die PrÀses Anna-Nicole Heinrich kandidiert nach sechsjÀhriger Amtszeit nicht erneut.

Als möglicher Nachfolger wird der frĂŒhere Verkehrsminister Volker Wissing genannt. Zur EKD zĂ€hlen insgesamt knapp 17,4 Millionen Menschen.

Schusters Appell steht im Zentrum einer EKD-Synode, die Demokratiebildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt beraten will. In WĂŒrzburg kommen 128 Delegierte des evangelischen Kirchenparlaments zusammen. Die Tagung findet vor dem Hintergrund politischer Polarisierung und der Debatte ĂŒber den Umgang mit demokratiefeindlichen Positionen statt.

Der Aufruf zum Widerspruch richtet sich dabei nicht nur an kirchliche Gremien. Schuster nennt Alltagssituationen in Schulen, am Arbeitsplatz, im Freundeskreis und in Familien. FĂŒr Leser bedeutet das eine sehr konkrete Handlungsaufforderung: Diskriminierende oder antisemitische Äußerungen sollen nicht unwidersprochen bleiben, auch wenn ein Eingreifen persönliche Konflikte auslösen kann.

Kirche als demokratischer Lernort

Die EKD will bei ihrer Tagung darĂŒber sprechen, wie Kirchen RĂ€ume fĂŒr Begegnung, Diskussion und demokratische Bildung schaffen können. Zugleich wird innerhalb der Synode darĂŒber gestritten, wie weit kirchliche Positionierungen reichen sollen und wo gesellschaftlicher Dialog Grenzen braucht.

Die Anwesenheit von BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier und Bayerns MinisterprÀsident Markus Söder unterstreicht die politische Bedeutung des Treffens. Neben Demokratiefragen stehen auch die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und ein anstehender Wechsel an der Spitze der Synode im Blickpunkt. Anna-Nicole Heinrich kandidiert nach sechs Jahren Amtszeit nicht erneut; die Neuwahl soll im April 2027 erfolgen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Bayerischer Rundfunk: „Evangelische Jahressynode berĂ€t ĂŒber Demokratie“ (08.11.2026)

Der Beitrag berichtet ĂŒber den Auftakt der Synode mit mehr als 100 Delegierten und dem Grußwort Josef Schusters. Im Mittelpunkt stehen Menschenrechte und gesellschaftlicher Zusammenhalt; der Artikel hebt außerdem die erwarteten Besuche von Steinmeier und Söder hervor.

Bayerischer Rundfunk: „Evangelisches Kirchenparlament kommt in WĂŒrzburg zusammen“ (08.11.2026)

Der Beitrag ordnet die Zusammenkunft in WĂŒrzburg als Tagung des evangelischen Kirchenparlaments ein und verweist auf die fĂŒr Dienstag angekĂŒndigten Besuche von Steinmeier und Söder. Damit liegt der Schwerpunkt stĂ€rker auf Ablauf und GĂ€sten als auf Schusters Appell.

Beide BeitrÀge bestÀtigen den Tagungsort, den Beginn der Synode und die geplanten politischen GÀste. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung: WÀhrend der eine Bericht Demokratie und Menschenrechte hervorhebt, konzentriert sich der andere auf das Zusammentreffen und den Terminplan.

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