Joshua Kimmich fehlt gegen Serbien: Klopp schickt DFB-KapitÀn nach Hause
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJoshua Kimmich verlĂ€sst nach dem 0:1 der deutschen FuĂball-Nationalmannschaft gegen Griechenland vorzeitig das DFB-Quartier und steht damit beim Spiel gegen Serbien am Donnerstag in MĂŒnchen nicht im Aufgebot.
Klopp hÀlt an seinem Kaderplan fest
Der 31 Jahre alte KapitÀn hÀtte die LÀnderspielwoche gern komplett bestritten, akzeptiert aber Klopps Entscheidung. Der Bundestrainer will in zwei Wochen mit zwei Kadern möglichst viele Spieler kennenlernen und bleibt deshalb bei der Aufteilung.
Kimmich sagte, er wĂ€re gern geblieben, verstehe aber, dass der Trainer weitere Spieler sehen wolle. Er werde von zu Hause aus die Daumen drĂŒcken. Ein festes Programm fĂŒr die freien Tage habe er zunĂ€chst nicht; wegen der Schule seiner Kinder wolle er in MĂŒnchen bleiben.
UnglĂŒcklicher Abend gegen Griechenland
Die Niederlage in Augsburg war fĂŒr Kimmich persönlich besonders bitter. Nach einem Fehlpass im Spielaufbau wurde er beim Gegentor von Dimitrios Kourbelis entscheidend angeschossen und fĂ€lschte den Ball unhaltbar ab.
Der RĂŒckschlag passt zu einem enttĂ€uschenden Neustart der Nationalmannschaft unter Klopp. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande folgte im zweiten Spiel die erste Niederlage des neuen Bundestrainers.
Serbien-Spiel ohne den KapitÀn
Ausgerechnet in Kimmichs Heimstadion in MĂŒnchen wird er am Donnerstag voraussichtlich nur Zuschauer sein. Zwei EinsĂ€tze auf dem Weg zum Rekordnationalspieler fallen fĂŒr ihn aus; bis zu Lothar MatthĂ€us fehlen Kimmich weiterhin 34 LĂ€nderspiele.
Seit seinem DebĂŒt 2016 hatte der fitte Kimmich keine LĂ€nderspielwoche mehr verpasst. Unter Klopps VorgĂ€nger Julian Nagelsmann fehlte er nur in drei von 37 Partien.
Schweinsteiger lobt Kimmichs Bedeutung
Bastian Schweinsteiger sieht den KapitĂ€n als zentralen Faktor im Spielaufbau. Ohne Kimmich werde es schwierig, aus der Defensive heraus kreative PĂ€sse zu spielen, sagte der frĂŒhere Weltmeister als ARD-Experte.
Kimmich selbst bewertete die erste Trainingswoche unter Klopp trotz der EnttĂ€uschung positiv. Die Mannschaft mĂŒsse sich auf den neuen Ansatz einlassen und werde sich weiterentwickeln. Einen Konflikt zwischen KapitĂ€n und Bundestrainer gibt es nach der gemeinsamen Ansprache an die Fans nicht.
Neustart mit bewusstem Personalwechsel
JĂŒrgen Klopp nutzt die Nations-League-Woche, um unterschiedliche Spieler unter Wettbewerbsbedingungen zu testen. Nach dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden und der 0:1-Niederlage gegen Griechenland steht dabei nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, welche Rollen sich im neuen 4-3-3-System herausbilden.
Der Plan mit zwei Kadern vergröĂert den Kreis der Beobachteten, bringt aber zugleich Unruhe in AblĂ€ufe und Hierarchien. Joshua Kimmich bleibt als KapitĂ€n und zentraler Mittelfeldspieler eine wichtige Bezugsperson, erhĂ€lt gegen Serbien jedoch keine weitere Einsatzchance. Aleksandar Pavlovic kann dadurch im Zentrum fĂŒr sich werben.
Ergebnisdruck trotz Testcharakter
Die Niederlage gegen Griechenland zeigt, dass der personelle Umbruch kurzfristig mit sportlichen Risiken verbunden ist. Kimmichs abgefĂ€lschter Gegentreffer war unglĂŒcklich, zugleich blieb die deutsche Offensive ĂŒber weite Strecken zu harmlos. FĂŒr Klopp wird das Spiel gegen Serbien deshalb zu einem weiteren PrĂŒfstein fĂŒr defensive StabilitĂ€t, Ballbesitz und die Integration neuer KrĂ€fte.
FĂŒr die Zuschauer bedeutet der ungewöhnliche Kaderwechsel, dass die Aufstellung der Nationalmannschaft derzeit weniger festgelegt ist als in den Jahren zuvor. Kimmichs frĂŒhe Abreise ist dabei kein Hinweis auf einen Bruch mit dem Trainer, sondern folgt dem angekĂŒndigten Rotationsprinzip. FĂŒr ihn persönlich bleibt die Pause dennoch ungewohnt: Seit seinem DebĂŒt 2016 hatte er keine LĂ€nderspielwoche mehr vollstĂ€ndig verpasst, obwohl er fit war.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: â"Drecksding" fĂŒr DFB-Elf: Griechenland verdirbt JĂŒrgen Klopp die Heimpremiereâ (27.09.2026)
Der Bericht bestĂ€tige die 0:1-Niederlage und hebe Kimmichs abgefĂ€lschten Gegentreffer als entscheidende Szene hervor. Zugleich ordne er die Partie als Teil eines groĂen Castings ein und betone, dass die vielen Wechsel den Spielfluss beeintrĂ€chtigt hĂ€tten.
FOCUS online: âErste Pfiffe unter Klopp: Er ist halt kein Wunderheilerâ (28.09.2026)
Der Artikel bestÀtige den Fehlstart Klopps im Heimspiel und richte den Schwerpunkt stÀrker auf die Stimmung im Stadion sowie die grundsÀtzlichen Probleme der Mannschaft. Er vertrete die EinschÀtzung, Klopps Einfluss könne die strukturellen Schwierigkeiten nicht sofort beheben; offen bleibe, wie schnell sich die neue Spielidee stabilisieren lasse.
Beide Berichte stimmten im Ergebnis und in der Bedeutung des Kimmich-Fehlers ĂŒberein. Unterschiede gebe es bei der Bewertung: WĂ€hrend der eine Beitrag vor allem Rotation und Spielverlauf betone, rĂŒcke der andere die lĂ€ngerfristige Leistungs- und Erwartungslage der Nationalmannschaft in den Vordergrund.
