Karsten Wildberger, KI-Steuer

KI-Steuer: Wildberger setzt zunÀchst auf Wachstum statt Abgabe

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger lehnt eine zusĂ€tzliche Abgabe auf KĂŒnstliche Intelligenz zunĂ€chst ab. Deutschland mĂŒsse erst eigene Technologien, Plattformen und digitale GeschĂ€ftsmodelle aufbauen, bevor ĂŒber eine Besteuerung beraten werde.

Wildberger setzt auf KI-Wachstum statt zusÀtzlicher KI-Steuer
Karsten Wildberger am 11.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Wildberger setzt auf digitale Wertschöpfung

  • Karsten Wildberger will zunĂ€chst keine Steuer auf KĂŒnstliche Intelligenz einfĂŒhren.
  • Der Bundesdigitalminister Ă€ußerte sich am Dienstag gegenĂŒber RTL und ntv.
  • Über den regulatorischen Rahmen der KI will die Bundesregierung strategisch beraten.
  • Wildberger fordert eigene Technologien, Plattformen und Bezahlsysteme aus Deutschland.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will zunĂ€chst keine zusĂ€tzliche Steuer auf KĂŒnstliche Intelligenz einfĂŒhren. Im GesprĂ€ch mit RTL und ntv setzte er stattdessen auf Wachstum durch KI und höhere Einnahmen infolge einer stĂ€rkeren digitalen Wirtschaft.

Steuerdebatte bleibt grundsÀtzlich offen

Wildberger sagte, eine zusĂ€tzliche Steuer sei fĂŒr das angestrebte Wachstum zunĂ€chst nicht notwendig. Über den passenden regulatorischen Rahmen wolle die Bundesregierung zugleich strategisch beraten.

Zuvor hatte der Minister dem „Tagesspiegel“ gesagt, der extrem hohe Umsatz mit der Technologie mĂŒsse besteuert werden, um den Umbau des Arbeitsmarktes zu finanzieren. Auf die Frage nach einer möglichen Besteuerung großer Technologiekonzerne erklĂ€rte er, diese Diskussion könne gefĂŒhrt werden.

Deutschland soll eigene Wertschöpfung schaffen

Nach Wildbergers Darstellung muss Deutschland zunÀchst selbst mehr digitale Wertschöpfung erzeugen. Er verwies auf eigene Technologien, digitale GeschÀftsmodelle sowie eine stÀrkere Position bei PlattformgeschÀften und Bezahlsystemen.

Zu viel Wertschöpfung sei bislang an Deutschland vorbeigegangen, sagte der CDU-Politiker. Dadurch fehlten ArbeitsplĂ€tze und Steuereinnahmen; deshalb mĂŒsse die Politik vor allem Bedingungen fĂŒr Innovation und eigenes Wachstum schaffen.

Die Äußerungen markieren einen politischen Zielkonflikt: Einerseits soll Deutschland stĂ€rker von der Wertschöpfung durch KĂŒnstliche Intelligenz profitieren, andererseits könnten neue Abgaben Investitionen und den Aufbau junger Technologieunternehmen bremsen. Wildberger stellt deshalb zunĂ€chst Wachstum, eigene digitale GeschĂ€ftsmodelle und technologische SouverĂ€nitĂ€t in den Mittelpunkt.

Eine mögliche KI-Steuer wÀre zudem schwer eindeutig abzugrenzen. KI steckt inzwischen in Cloud-Diensten, Software, Plattformen, Werbung und industriellen Anwendungen. Eine Abgabe auf UmsÀtze könnte daher nicht nur spezialisierte KI-Anbieter, sondern auch Unternehmen treffen, die KI als Bestandteil anderer Produkte einsetzen. Entscheidend wÀren Bemessungsgrundlage, ZustÀndigkeit und die Vermeidung einer Doppelbesteuerung.

Arbeitsmarkt als zentraler Bezugspunkt

Hinter der Debatte steht die erwartete VerĂ€nderung vieler TĂ€tigkeiten. ZusĂ€tzliche Einnahmen könnten grundsĂ€tzlich fĂŒr Weiterbildung, Umschulung und neue BeschĂ€ftigungsfelder eingesetzt werden. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung an die Voraussetzung geknĂŒpft, dass in Deutschland selbst mehr digitale Wertschöpfung entsteht. Wildbergers Position verbindet damit Industrie- und Steuerpolitik: Erst sollen heimische Unternehmen wachsen, anschließend könnte die Verteilung der daraus entstehenden Einnahmen neu bewertet werden.

Politischer Ausblick

FĂŒr die Bundesregierung dĂŒrfte damit zunĂ€chst die Frage im Vordergrund stehen, wie Investitionen, Forschung und UnternehmensgrĂŒndungen erleichtert werden können. Die Steuerdebatte ist nicht beendet, aber zeitlich nachgeordnet. FĂŒr BeschĂ€ftigte und Unternehmen bleibt offen, welche konkreten Regeln fĂŒr den Umgang mit möglichen Arbeitsplatzverlusten und neuen Qualifikationsanforderungen folgen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Gewinnbringende Technologie: Wildberger fordert Steuer auf KI-UmsĂ€tze“ (13.10.2026)

Der Beitrag stellt Wildbergers frĂŒhere Forderung nach einer Besteuerung von KI-UmsĂ€tzen und die Finanzierung des Arbeitsmarktumbaus heraus. Anders als die aktuelle dts-Meldung liegt der Schwerpunkt dort auf dem Steuerkonzept; die nun betonte PrioritĂ€t von Wachstum und der Verzicht auf eine sofortige neue Steuer stehen im Mittelpunkt der aktuellen Entwicklung.

Deutschlandfunk: „Digitalminister Wildberger will KI-UmsĂ€tze in Deutschland besteuern“ (13.10.2026)

Deutschlandfunk berichtet ĂŒber die zuvor geĂ€ußerte Absicht, KI-UmsĂ€tze zur Finanzierung des Arbeitsmarktumbaus heranzuziehen. Der Beitrag setzt damit einen anderen zeitlichen Akzent als die dts-Meldung: Er beschreibt die Steuerforderung, wĂ€hrend Wildberger sie aktuell zunĂ€chst zugunsten von Wachstum zurĂŒckstellt.

Beide BeitrĂ€ge greifen den Zusammenhang zwischen KI-Wertschöpfung, Steuereinnahmen und Arbeitsmarkt auf. Offen bleibt, wann und nach welchen Kriterien eine mögliche Besteuerung konkret geprĂŒft werden soll.

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