Kita-Betreuung: 99.900 weniger U3-Kinder seit 2023
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 08:13 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Zahl der unter Dreijährigen in Kindertagesbetreuung ist in Deutschland zum 1. März 2026 im dritten Jahr in Folge gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 756.700 Kinder unter drei Jahren betreut, rund 44.600 oder 5,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Seit dem Höchststand im Jahr 2023 ging die Zahl damit um insgesamt 99.900 Kinder oder 11,7 Prozent zurück.
Betreuungsquote sinkt leicht
Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen lag zum Stichtag bei 37,2 Prozent. Im Vorjahr hatte sie 37,8 Prozent betragen. Das Statistische Bundesamt führt die Entwicklung vor allem auf sinkende Geburtenzahlen und die dadurch rückläufige Zahl kleiner Kinder zurück.
Auch insgesamt wurden weniger Kinder in Kindertagesbetreuung erfasst. Am 1. März 2026 waren bundesweit 3.980.200 Kinder im Alter von 0 bis unter 14 Jahren in Betreuung. Das waren 79.200 oder 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr und der zweite Rückgang in Folge.
Ost-West-Unterschied bleibt groß
In Kindertageseinrichtungen wurden 3.848.800 Kinder betreut, weitere 131.400 Kinder in öffentlich geförderter Kindertagespflege. Die Zahl der Kindertageseinrichtungen sank erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2006 auf rund 61.000.
Deutliche Unterschiede bestehen weiterhin zwischen den Regionen. In den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin lag die Betreuungsquote der unter Dreijährigen bei 53,5 Prozent, in den westlichen Bundesländern bei 34,1 Prozent.
Personal wächst langsamer
In den Kindertageseinrichtungen arbeiteten 799.500 Personen im pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungsbereich. Das waren 3.800 Beschäftigte oder 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In den zehn Jahren davor hatte der jährliche Zuwachs im Durchschnitt bei rund 3,7 Prozent gelegen.
Der Männeranteil unter diesen Beschäftigten stieg auf 8,6 Prozent. Insgesamt waren 68.700 Männer in diesem Bereich tätig. Die Zahl der Tagesmütter und Tagesväter sank dagegen im sechsten Jahr in Folge um 3.200 oder 8,6 Prozent auf 34.200.
Der Rückgang bei den unter Dreijährigen folgt einer veränderten demografischen Ausgangslage. Sinkende Geburtenzahlen reduzieren die Zahl der Kinder, die grundsätzlich einen Betreuungsplatz benötigen. Dadurch kann die Gesamtzahl betreuter Kinder zurückgehen, ohne dass der Bedarf berufstätiger Eltern nach verlässlicher Betreuung im selben Maß sinkt.
Die Betreuungsquote von 37,2 Prozent zeigt zugleich, dass die Entwicklung nicht allein durch weniger Kinder erklärt wird. Entscheidend ist auch, wie viele Familien einen Platz nutzen können und wollen. Der Abstand zwischen Ost und West bleibt groß: Während in den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin 53,5 Prozent der unter Dreijährigen betreut werden, sind es im Westen 34,1 Prozent. Dahinter stehen unterschiedliche Betreuungstraditionen, regionale Angebotsstrukturen und Arbeitsmarktbedingungen.
Personal bleibt zentral
Trotz sinkender Kinderzahlen wuchs das Personal in Kindertageseinrichtungen noch leicht auf 799.500 Beschäftigte. Der deutlich schwächere Zuwachs gegenüber den Vorjahren weist darauf hin, dass Einrichtungen ihre personellen Kapazitäten nicht automatisch im gleichen Tempo anpassen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Tagespflegepersonen bereits seit sechs Jahren. Für Eltern kann das regional bedeuten, dass sich die Betreuungsform verändert, auch wenn rechnerisch mehr Plätze verfügbar werden.
Für Kommunen und Länder verschiebt sich damit die Aufgabe: Neben dem Ausbau rücken die Sicherung bestehender Qualität, die Finanzierung und eine gleichmäßigere regionale Versorgung in den Vordergrund. Die steigende Zahl männlicher Beschäftigter bleibt dabei ein kleiner, aber stetiger Strukturwandel im Kita-Personal.
