Lars Klingbeil, BĂ€rbel Bas

Klingbeil attackiert CDU wegen Bas-Kritik: „Was soll das?“

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 11:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Lars Klingbeil weist den Angriff aus der Union auf Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas scharf zurĂŒck. Der SPD-Chef warnt vor wachsender Koalitionsspannung und fordert mehr Zusammenhalt in der Regierung.

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil verwahrt sich scharf gegen Angriffe aus der Union auf seine Co-Parteichefin BĂ€rbel Bas. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil verwahrt sich scharf gegen Angriffe aus der Union auf seine Co-Parteichefin BĂ€rbel Bas. - Bild: Moritz Frankenberg/dpa

SPD-Chef Lars Klingbeil hat den heftigen Angriff auf seine Co-Parteichefin und Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas aus der Union scharf zurĂŒckgewiesen.

„Was soll das?“

Im niedersĂ€chsischen Celle fragte der Finanzminister und Vizekanzler mit Blick auf die Debatte: „Was soll das? Wir sind in verdammt schwierigen Zeiten. Wir mĂŒssen zusammenhalten in einer Regierung.“

Klingbeil reagierte damit auf Äußerungen des Vorsitzenden des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten.

Angriff aus der Union

Von Stetten hatte erklĂ€rt, Bas sei „nicht mehr tragbar“ und werfe ihr vor, seit Monaten Reformen zu blockieren, die das Land brauche.

Klingbeil nannte den CDU-Abgeordneten in seiner Rede nicht beim Namen, verwies aber auf den entsprechenden Pressebericht und stellte die Frage, wohin es einige in der CDU eigentlich ziehe.

Warnung vor weiterer Zuspitzung

Der SPD-Chef sagte außerdem, es gebe im Bundestag eine „zweite Mehrheit“ neben Union und SPD, nĂ€mlich Union und AfD. Er betonte, dass er eine solche Konstellation nicht wolle und dass die demokratische Mitte in Deutschland zusammenhalten mĂŒsse.

Zum Schluss warb Klingbeil fĂŒr mehr Harmonie in der Koalition und sagte, er wĂŒnsche sich, dass alle in Berlin mithelfen, das kĂŒnftige Miteinander wieder besser zu machen.

Koalitionsdisziplin unter Druck

Der öffentliche Schlagabtausch trifft die Bundesregierung in einer Phase, in der Union und SPD auf VerlĂ€sslichkeit angewiesen sind. Klingbeils Reaktion zeigt, dass nicht nur die Sachebene der angekĂŒndigten Reformen belastet ist, sondern auch das politische Klima innerhalb der Koalition.

Der Vorwurf gegen BĂ€rbel Bas zielt auf die Arbeits- und Sozialpolitik und damit auf ein Feld, das fĂŒr die SPD identitĂ€tsstiftend ist. Wenn einflussreiche Unionsvertreter die Ministerin als nicht mehr tragbar bezeichnen, erhöht das den Druck auf die Regierungsarbeit und verschĂ€rft die ohnehin schwierige Abstimmung zwischen beiden Partnern.

Signalwirkung ĂŒber den Einzelfall hinaus

FĂŒr die SPD ist der Streit doppelt heikel: Einerseits muss sie ihre Ministerin verteidigen, andererseits zugleich den Eindruck vermeiden, zentrale Reformen blockierten den Koalitionsfrieden. Klingbeils Hinweis auf eine mögliche Zusammenarbeit von Union und AfD verweist darauf, wie schnell politische Konflikte im Bundestag zum Test fĂŒr die Abgrenzung der demokratischen Mitte werden.

FĂŒr Leser ist der Vorgang deshalb mehr als ein Personalkonflikt. Er zeigt, wie fragil die Zusammenarbeit in einer Koalition werden kann, wenn wirtschafts- und sozialpolitische Interessen aufeinandertreffen und einzelne Wortmeldungen den Ton im Regierungsalltag verschĂ€rfen.

Was jetzt politisch entscheidend ist

Entscheidend wird sein, ob die Spitze von Union und SPD den Streit begrenzt oder ob aus der Kritik an Bas ein neuer Dauerstreit entsteht. Gerade bei sensiblen Reformen entscheidet sich daran, ob die Koalition handlungsfĂ€hig bleibt oder sich in gegenseitigen VorwĂŒrfen festfĂ€hrt.

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