Kommunale Schulden steigen 2025 auf 378,9 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRegionale Unterschiede bei Kommunalschulden
- Das Statistische Bundesamt ermittelte zum Jahresende 2025 integrierte kommunale Schulden von 378,9 Milliarden Euro.
- Die Schulden der Kernhaushalte stiegen 2025 um 15,5 Prozent, jene der Extrahaushalte um 14,7 Prozent.
- In Niedersachsen wuchsen die integrierten Schulden um 13,3 Prozent, in Baden-Württemberg um 13,1 Prozent.
Kommunale Schulden steigen 2025 deutlich
Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland sind 2025 um 9,9 Prozent auf 378,9 Milliarden Euro gestiegen. Zum Jahresende entsprach das einer integrierten kommunalen Verschuldung von 4.907 Euro pro Kopf.
Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Belastung ist regional stark unterschiedlich verteilt.
Breitere Schuldenbilanz erfasst
In die integrierten kommunalen Schulden fließen neben den Kernhaushalten auch Extrahaushalte sowie sonstige öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen ein.
Der Anstieg geht den Angaben zufolge vor allem auf den Schuldenaufbau der kommunalen Kern- und Extrahaushalte zurück. Deren Schulden nahmen 2025 um 15,5 beziehungsweise 14,7 Prozent zu.
Rekorddefizit belastet Haushalte
In den Kern- und Extrahaushalten lief 2025 im zweiten Jahr in Folge ein Rekorddefizit auf. Die Schulden kommunaler Beteiligungen an Fonds, Einrichtungen und Unternehmen wuchsen um 4,5 Prozent.
Hessen liegt pro Kopf vorn
Die höchste Verschuldung verzeichneten die Gemeinden und Gemeindeverbände in Hessen mit 6.763 Euro pro Kopf. Es folgten die saarländischen Kommunen mit 6.408 Euro.
Die niedrigsten Pro-Kopf-Schulden wiesen Ende 2025 die Kommunen in Brandenburg mit 2.733 Euro, in Sachsen mit 3.338 Euro und in Thüringen mit 3.692 Euro auf.
Schulden steigen in allen Ländern
Die integrierten kommunalen Schulden erhöhten sich 2025 in allen Bundesländern. Den stärksten Anstieg meldete das Statistische Bundesamt für Niedersachsen mit 13,3 Prozent und Baden-Württemberg mit 13,1 Prozent.
Am geringsten fiel das Wachstum im Saarland mit 2,3 Prozent und in Thüringen mit 2,9 Prozent aus.
Die kommunale Finanzlage hat sich 2025 bundesweit weiter verschärft. Das Statistische Bundesamt erfasst dabei nicht nur die Kernhaushalte, sondern auch kommunale Extrahaushalte sowie öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen. Dadurch bildet die Kennzahl die finanzielle Belastung der kommunalen Ebene umfassender ab als eine Betrachtung einzelner Stadthaushalte.
Der Anstieg der integrierten Schulden fällt regional unterschiedlich aus. Hessen und das Saarland weisen die höchsten Pro-Kopf-Werte auf, während Brandenburg, Sachsen und Thüringen deutlich niedriger liegen. Solche Unterschiede hängen unter anderem mit der Wirtschafts- und Steuerkraft, der Bevölkerungsentwicklung, der Aufgabenverteilung sowie dem Umfang kommunaler Beteiligungen zusammen.
Wachsende Haushaltslücken
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit steigenden Ausgaben und wiederholten Defiziten in den kommunalen Kern- und Extrahaushalten. Wenn laufende Einnahmen nicht ausreichen, um Pflichtaufgaben, soziale Leistungen, Personal und Investitionen zu finanzieren, steigt der Kreditbedarf oder notwendige Vorhaben werden verschoben.
Für Bürgerinnen und Bürger kann sich die angespannte Lage mittelbar durch höhere Gebühren, geringere Investitionen oder längere Planungs- und Sanierungszeiten bemerkbar machen. Die Zahlen erhöhen zugleich den Druck auf Länder und Bund, die kommunale Finanzausstattung, Aufgabenverteilung und Investitionsfinanzierung zu überprüfen. Der starke Anstieg in Niedersachsen und Baden-Württemberg zeigt, dass die Belastung nicht auf die Länder mit den höchsten absoluten Pro-Kopf-Schulden begrenzt ist.
