KrankenhÀuser behandeln 2025 17,7 Millionen Patienten
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:10 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSKrankenhÀuser zwischen Auslastung und Strukturwandel
- Destatis zÀhlte 2025 bundesweit 1.807 KrankenhÀuser mit durchschnittlich 468.803 aufgestellten Betten.
- Die Innere Medizin kam auf 5,0 Millionen FĂ€lle, die Allgemeine Chirurgie auf 2,7 Millionen Behandlungen.
- Psychiatrische Fachabteilungen verzeichneten mit bis zu 47,0 Tagen die lÀngsten durchschnittlichen Aufenthalte.
KrankenhÀuser behandeln 2025 wieder mehr Patienten
In Deutschland wurden 2025 insgesamt 17,7 Millionen Patienten vollstationÀr in KrankenhÀusern behandelt. Das waren 203.000 FÀlle oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Trotz des Anstiegs blieb die Zahl deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie: Zwischen 2014 und 2019 wurden jÀhrlich mehr als 19 Millionen Menschen stationÀr behandelt, 2019 waren es 19,4 Millionen.
Innere Medizin fĂŒhrt bei den Behandlungen
Die meisten stationÀren FÀlle entfielen 2025 auf die Fachabteilung Innere Medizin. Dort wurden 5,0 Millionen Patienten behandelt, was 28,1 Prozent aller stationÀren FÀlle entsprach.
Auf Platz zwei lag die Allgemeine Chirurgie mit 2,7 Millionen Behandlungen beziehungsweise 15,3 Prozent aller FĂ€lle.
Weniger Betten, höhere Auslastung
In den 1.807 KrankenhÀusern Deutschlands standen im Jahresdurchschnitt 468.803 Betten bereit. Das waren 0,9 Prozent weniger als 2024.
Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Bettenauslastung von 72,0 auf 72,6 Prozent. Besonders hoch war sie in HÀusern mit mehr als 800 Betten und lag dort bei 75,3 Prozent. KrankenhÀuser mit weniger als 50 Betten kamen dagegen auf 55,2 Prozent.
Ăffentliche HĂ€user stellen die meisten Betten
Ăffentliche KrankenhĂ€user verfĂŒgten mit 529 Einrichtungen ĂŒber 47,4 Prozent der aufgestellten Betten. 549 freigemeinnĂŒtzige HĂ€user stellten 31,6 Prozent der Betten bereit.
Die meisten Einrichtungen gehörten mit 729 HÀusern zur privaten TrÀgerschaft. Ihr Anteil an den Betten lag jedoch bei 21,0 Prozent, weil diese KrankenhÀuser im Durchschnitt kleiner waren.
Aufenthalte werden kĂŒrzer
Ein stationÀrer Aufenthalt dauerte 2025 im Durchschnitt 7,0 Tage und damit 0,1 Tage weniger als im Vorjahr. Seit Beginn der Krankenhausstatistik 1991 hat sich die durchschnittliche Verweildauer halbiert: Damals lag sie bei 14,0 Tagen.
In der Inneren Medizin betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 5,0 Tage, in der Allgemeinen Chirurgie 4,8 Tage. Die lÀngsten Aufenthalte gab es in psychiatrischen Fachabteilungen mit 24,3 bis 47,0 Tagen sowie in der Geriatrie mit 14,8 Tagen.
Mehr BeschÀftigte in den Kliniken
Zum Jahresende 2025 arbeiteten 221.800 Menschen im Ă€rztlichen Dienst und 1.271.700 im nichtĂ€rztlichen Dienst direkt bei den KrankenhĂ€usern. GegenĂŒber dem Vorjahr stieg ihre Zahl um 1,9 beziehungsweise 2,5 Prozent.
Auf Vollzeitstellen umgerechnet waren im Jahresdurchschnitt 1.038.000 VollkrÀfte beschÀftigt. Davon entfielen 184.100 auf den Àrztlichen und 854.000 auf den nichtÀrztlichen Dienst.
Die Krankenhausstatistik fĂŒr 2025 zeigt eine gegenlĂ€ufige Entwicklung: Die Zahl der vollstationĂ€ren Behandlungen stieg gegenĂŒber 2024 leicht, blieb aber deutlich unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie. Damit hat sich die stationĂ€re Versorgung in Deutschland strukturell verĂ€ndert. KĂŒrzere Aufenthalte, weniger Betten und eine höhere Auslastung weisen auf eine stĂ€rkere Konzentration der Behandlung in den verbliebenen KapazitĂ€ten hin.
Besonders relevant ist der RĂŒckgang gegenĂŒber 2019. Damals wurden 19,4 Millionen Patienten vollstationĂ€r behandelt, 2025 waren es 9,4 Prozent weniger. Ein Teil der Versorgung hat sich in ambulante Strukturen verlagert; zugleich beeinflussen verĂ€nderte BehandlungsablĂ€ufe, demografische Entwicklungen und die wirtschaftliche Lage der Kliniken die Fallzahlen.
Mehr Personal, weniger Betten
Die BeschĂ€ftigtenzahlen stiegen sowohl im Ă€rztlichen als auch im nichtĂ€rztlichen Dienst. Das bedeutet jedoch nicht automatisch eine Entlastung im Klinikalltag, weil Personalbedarf und Arbeitsaufwand je Behandlung, Fachabteilung und Versorgungsstufe unterschiedlich ausfallen. Die höhere Auslastung groĂer HĂ€user unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung zentraler Standorte.
FĂŒr Patienten kann die Entwicklung kĂŒrzere stationĂ€re Aufenthalte bedeuten, aber auch eine stĂ€rkere Bedeutung der ambulanten Nachsorge und regionaler Versorgungsangebote. Die Krankenhausplanung muss deshalb nicht nur Bettenzahlen, sondern auch Erreichbarkeit, Notfallversorgung und verfĂŒgbare FachkrĂ€fte berĂŒcksichtigen.
