Krebsrisiko: Nur 12 Prozent der Deutschen schÀtzen es hoch ein
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 14:46 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDKFZ-Befragungen zeigen WissenslĂŒcken
- Das Deutsche Krebsforschungszentrum veröffentlichte die Ergebnisse am Montag.
- Nur zwölf Prozent der Befragten bewerteten ihr persönliches Krebsrisiko als hoch.
- Fast jeder Zweite erhÀlt im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose.
- Suchmaschinen und GesundheitsfachkrÀfte waren die hÀufigsten Informationsquellen.
In Deutschland wird das persönliche Krebsrisiko deutlich unterschĂ€tzt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum teilte am Montag mit, dass zwei Befragungen WissenslĂŒcken ĂŒber Krebsursachen und Risikofaktoren aufzeigen.
Gefahr wird bei sich selbst unterschÀtzt
Nur zwölf Prozent der Befragten schĂ€tzten ihr eigenes Krebsrisiko als hoch ein, obwohl fast jeder Zweite im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose erhĂ€lt. Gleichzeitig fĂŒhlten sich 61 Prozent gut ĂŒber Krebsvorbeugung und 62 Prozent ĂŒber KrebsfrĂŒherkennung informiert.
Viele halten ihren Lebensstil fĂŒr gesund
Eine weitere Diskrepanz zeigt sich bei der persönlichen EinschĂ€tzung des Lebensstils. Zwei Drittel der Befragten bewerten ihre Lebensweise als gesund, obwohl viele von Bewegungsmangel, Ăbergewicht oder regelmĂ€Ăigem Alkohol- und Tabakkonsum berichten.
Studienautorin Ursula Will erklÀrte, Information allein reiche nicht aus, um VerhaltensÀnderungen zu bewirken. Entscheidend sei, den Zusammenhang zwischen dem eigenen Risiko und dem eigenen Verhalten herzustellen.
Bekannte und weniger bekannte Risikofaktoren
Eine der Studien untersuchte das Wissen ĂŒber einzelne Krebsrisiken. Rauchen, Passivrauchen, Bewegungsmangel und SonnenbrĂ€nde werden demnach als Gefahren erkannt.
Andere wissenschaftlich belegte Risikofaktoren sind dagegen weniger bekannt. Als hÀufigste Informationsquellen nannten die Befragten Suchmaschinen im Internet und GesundheitsfachkrÀfte.
Die Ergebnisse machen eine zentrale LĂŒcke in der KrebsprĂ€vention sichtbar: Viele Menschen kennen einzelne Gefahren wie Rauchen oder SonnenbrĂ€nde, ĂŒbertragen dieses Wissen aber offenbar nicht konsequent auf die eigene Lebenssituation. Das betrifft nicht nur die Frage, ob ein einzelner Risikofaktor bekannt ist, sondern auch die EinschĂ€tzung, wie mehrere Faktoren zusammen das persönliche Erkrankungsrisiko beeinflussen.
Dass fast jeder Zweite im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose erhĂ€lt, beschreibt dabei ein statistisches Lebenszeitrisiko und keine individuelle Vorhersage. Das persönliche Risiko hĂ€ngt unter anderem von Alter, genetischer Veranlagung, Vorerkrankungen, Lebensstil und Umweltfaktoren ab. Vermeidbare Risiken spielen dennoch eine wichtige Rolle: Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Ăbergewicht sowie intensive UV-Belastung gehören zu den Ansatzpunkten, an denen PrĂ€vention ansetzen kann.
Von Information zu Verhalten
Die Befragung deutet zugleich darauf hin, dass allgemeine Gesundheitsinformationen allein nicht ausreichen. Wirksamer sind Angebote, die konkrete Risiken verstĂ€ndlich einordnen und mit erreichbaren VerĂ€nderungen verbinden. Dazu zĂ€hlen verstĂ€ndliche Beratung, UnterstĂŒtzung bei der Tabakentwöhnung, Bewegungsangebote und eine klare Ansprache von Vorsorge- und FrĂŒherkennungsuntersuchungen.
FĂŒr die Bevölkerung bedeutet das: Ein als gesund empfundener Lebensstil ist nicht automatisch risikofrei. PrĂ€vention und FrĂŒherkennung verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich nicht gegenseitig ersetzen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Gesundheitskommunikation stĂ€rker personalisiert werden muss, damit Wissen in eine realistische EinschĂ€tzung und in langfristiges Verhalten ĂŒbergeht.
