Es gelte, "sĂ€mtliche Regelungen auf den PrĂŒfstand zu stellen und möglichst abzuschaffen, die lediglich hohe Kosten verursachen, ohne tatsĂ€chlich zum Klimaschutz beizutragen", schreibt Fraktionsvize Lukas Köhler in einem Gastbeitrag fĂŒr das "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).
Darunter falle auch das deutsche Ziel der KlimaneutralitÀt bis 2045, das im Kontext des europÀischen Ziels der KlimaneutralitÀt bis 2050 keinen zusÀtzlichen Klimaschutz bewirken könne, die deutsche Wirtschaft aber laut einer Fraunhofer-Studie mit etwa einer Billion Euro zusÀtzlich belasten könnte, so Köhler.
Das deutsche Klimaziel zur Erreichung von KlimaneutralitĂ€t wurde 2021 aufgrund eines Urteils den Bundesverfassungsgerichts von 2050 auf 2045 vorgezogen, weil das deutsche CO2-Budget nach den damaligen Berechnungen nicht bis 2050 ausreichte. Aktualisierte Berechnungen des von Karlsruhe zitierten SachverstĂ€ndigenrats fĂŒr Umweltfragen zeigen, dass das CO2-Budget bei einer linearen CO2-Einsparung mittlerweile nur noch bis 2037 ausreicht.
Die FDP-Fraktion will offenbar dennoch die KlimaschutzbemĂŒhungen verringern.
"Angesichts der erheblichen Investitionen, die der Klimaschutz der europĂ€ischen Industrie ohnehin bereits abverlangt, ist das keineswegs eine Lappalie", schreibt Köhler. Denn jede unnötige Zusatzbelastung könne die WettbewerbsfĂ€higkeit und schlieĂlich die Innovationskraft unserer Unternehmen maĂgeblich schwĂ€chen.
"Die Folgen wĂ€ren auch fĂŒr den Klimaschutz fatal, denn letztlich sind es ja gerade die technologischen Innovationen, auf die es dabei ankommt." Sehr viel sinnvoller wĂ€re daher eine noch stĂ€rkere Harmonisierung der deutschen und europĂ€ischen Klimapolitik und die RĂŒckkehr Deutschlands zum einheitlichen EU-Ziel der KlimaneutralitĂ€t bis 2050, schrieb Köhler.
Teil der europĂ€ischen KlimaschutzbemĂŒhungen ist der sogenannte "Effort Sharing"-Mechanismus. Darin werden den Mitgliedsstaaten abhĂ€ngig von der Wirtschaftskraft und der BevölkerungsgröĂe CO2-Einsparziele fĂŒr bestimmte Sektoren vorgegeben. ErklĂ€rtes Ziel ist ein Wettbewerb um mehr Klimaschutz zwischen den EU-Staaten. Schafft ein Land seine Ziele nicht, kann es Emissionszertifikate von anderen EU-LĂ€ndern kaufen oder teure Strafzahlungen an die EU-Kommission hinnehmen.
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