Linke kritisiert Ungleichgewicht bei Regierungsgesprächen
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 05:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deBesonders groß ist die Diskrepanz demnach im Finanzministerium von SPD-Chef Lars Klingbeil: Dort stehen 14 Gespräche mit der Vermieterseite nur einem mit der Mieterseite gegenüber. Im Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) gab es zehn Gespräche mit Vermietern, aber keines mit Mietern. Aus dem Finanzministerium hieß es zur Begründung, es seien regelmäßig Gespräche mit Investoren und der Bauwirtschaft notwendig, unter anderem wegen der Gründung der Wohnungsbaugesellschaft des Bundes.
In einer weiteren Anfrage erfragte die Linke zudem, wie oft zwischen dem 7. Mai und dem 1. Juli 2026 Gespräche mit dem Wohnungskonzern Vonovia geführt wurden. Das Ergebnis: vier Gespräche, darunter zwei mit Bauministerin Verena Hubertz (SPD), eines mit Finanzminister Klingbeil und eines auf Staatssekretärsebene im Justizministerium.
Die Linken-Bundestagsabgeordnete Caren Lay nannte die Gespräche im Zusammenhang mit dem Plan von Schwarz-Rot, die Vergesellschaftung von Wohnungen großer Konzerne zu verbieten, "delikat". Ihr Fazit: Die Bundesregierung höre der Immobilienlobby mehr zu als den Mietern. Sie forderte mehr Transparenz und eine Verschärfung des Lobbyregistergesetzes.
