Litauen lehnt Erhalt jüdischer Partisanenfestung ab
Veröffentlicht: 21.06.2026 um 17:16 Uhr, dts-nachrichtenagentur.deAuf dem neuen Truppenübungsplatz der Litauen-Brigade der Bundeswehr im Wald von R?dninkai, südlich von Vilnius, befinden sich die Überreste einer Partisanenfestung. In dieser hatten sich einst Juden versteckt, die aus dem Ghetto von Wilna fliehen konnten. Von dort aus kämpften sie an der Seite sowjetischer Partisanen gegen die deutschen Besatzungstruppen.
Die Bundesregierung hatte im Dezember 2025 erklärt, sie befürworte "den Erhalt des ehemaligen Partisanenlagers im Wald von R?dninkai als Lern- und Erinnerungsort nachdrücklich". Man habe die litauische Regierung gebeten, "die Schutzwürdigkeit des betreffenden Bereichs zu prüfen und im Zuge der weiteren Planungen zu berücksichtigen". Die Bundeswehr verweist auf die Zuständigkeit litauischer Stellen.
Das litauische Kulturministerium hält eine Schutzwürdigkeit des Partisanenlagers jedoch nicht für gegeben. Wie die Behörde dem "Spiegel" mitteilte, seien die Bauten zu Sowjetzeiten für Propagandazwecke "rekonstruiert" worden und damit nicht authentisch. Als Propagandabau falle die historische Stätte unter das litauische Verbot der "Förderung totalitärer und autoritärer Regime und ihrer Ideologie". Demnach könnte es potenziell als öffentliches Objekt entfernt werden.
Aus Sicht der Behörde gelten jüdische Partisanen als Teil der sowjetischen Streitkräfte im Kampf gegen Nazideutschland 1941 bis 1945. Ein Sprecher sagte, ihre Aktivitäten würden als feindlich gegenüber der litauischen Staatlichkeit bewertet.
