Frankfurt Flughafen, Malaria Infektionen

Malaria-Fall nahe Frankfurter Flughafen endet tödlich in Schwanheim

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 15:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

In Frankfurt-Schwanheim ist eine weitere Person nach einer Malaria-Infektion gestorben, nachdem bereits mehrere FĂ€lle im Umfeld des Flughafens bekannt geworden waren. Die Behörden rufen Anwohner und BeschĂ€ftigte dazu auf, Fieberbeschwerden frĂŒhzeitig Ă€rztlich abklĂ€ren zu lassen.

Todesfall nach Malaria-Infektion nahe Frankfurter Flughafen
Frankfurt/Main Flughafen Fernbahnhof (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

In Frankfurt am Main ist eine weitere Person nach einer Infektion mit Malaria verstorben. Das Gesundheitsamt der Stadt und die UniversitÀtsmedizin Frankfurt teilten mit, dass es sich um einen der Anfang der Woche gemeldeten FÀlle aus dem Stadtteil Schwanheim in unmittelbarer NÀhe zum Flughafen handelt.

Fall gehört zu neu gemeldeten Erkrankungen in Schwanheim

Die verstorbene Person gehörte zu den beiden jĂŒngst bekannt gewordenen FĂ€llen aus Schwanheim, bei denen eine Infektion mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum nachgewiesen wurde. Beide Betroffenen wohnen nahe dem Frankfurter Flughafen, hatten jedoch zuvor kein Malaria-Endemiegebiet bereist und waren nicht am Flughafen beschĂ€ftigt.

Bereits sechs FĂ€lle mit Bezug zum Flughafen seit Juli

Seit Anfang Juli sind zudem sechs Personen an Malaria erkrankt, die sich im Zusammenhang mit ihrer beruflichen TĂ€tigkeit am Flughafen aufgehalten hatten. FĂŒnf dieser Erkrankungen traten Anfang Juli auf, ein weiterer Fall Mitte August. Zwei der insgesamt bekannten Erkrankungen verliefen tödlich. Keiner der sechs Betroffenen hatte zuvor ein Malaria-Endemiegebiet besucht oder eine Bluttransfusion erhalten.

Behörden untersuchen Infektionswege

Wie es zu den Malaria-Infektionen kommen konnte, wird derzeit noch untersucht. Das Gesundheitsamt bittet Ärztinnen und Ärzte, bei Patienten mit unklarem Fieber auch ohne vorherige Reise in ein Malaria-Endemiegebiet eine mögliche Malaria in Betracht zu ziehen. Dies gilt insbesondere fĂŒr Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umfeld arbeiten, sich dort aufhalten oder in rĂ€umlicher NĂ€he zum Airport wohnen.

Hinweise fĂŒr BĂŒrger im Flughafenumfeld

BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die in der NĂ€he des Flughafens wohnen oder dort arbeiten, sollen bei entsprechenden Beschwerden Ă€rztlichen Rat einholen und dabei ausdrĂŒcklich auf den Wohnort im Umfeld des Flughafens hinweisen. Malaria tropica ist bei frĂŒhzeitiger Diagnose und rasch eingeleiteter Behandlung gut und vollstĂ€ndig behandelbar, weshalb eine schnelle AbklĂ€rung von Fiebersymptomen entscheidend ist.

Malaria in Deutschland weiterhin sehr selten

Im Alltag wird Malaria nicht von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen; fĂŒr eine Ansteckung ist der Stich einer infizierten MĂŒcke erforderlich. In Deutschland kommen Malaria-FĂ€lle bislang nur Ă€ußerst selten vor, betroffen sind fast ausschließlich Reisende, die sich in Malaria-Gebieten infiziert haben. Der Erreger kann sich nach Angaben der Behörden bei den Wintertemperaturen hierzulande nicht in Moskitos weiterentwickeln.

Experten warnen vor langfristigen Klimaeffekten

Mit Blick auf die zunehmende Erderhitzung weisen Fachleute jedoch darauf hin, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Malaria langfristig auch in Europa wieder endemisch werden könnte. Die aktuellen FĂ€lle im Umfeld des Frankfurter Flughafens werden daher aufmerksam beobachtet, um mögliche Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Der erneute Todesfall nach einer Malaria-Infektion nahe dem Flughafen Frankfurt rĂŒckt ein bislang in Deutschland außergewöhnliches Infektionsgeschehen in den Fokus. Dass inzwischen insgesamt zwei Menschen im Umfeld des grĂ¶ĂŸten deutschen Flughafens an Malaria gestorben sind, zeigt, dass es sich nicht um einen isolierten Einzelfall handelt, sondern um eine HĂ€ufung, die von den Behörden sehr ernst genommen wird.

Besondere Lage im Umfeld des Flughafens

AuffĂ€llig ist, dass keiner der bisher bekannten FĂ€lle zuvor ein klassisches Malaria-Endemiegebiet bereist hat. Auch Bluttransfusionen als Infektionsweg wurden ausgeschlossen. Damit rĂŒckt der Flughafen selbst als möglicher Aufenthaltsort in den Mittelpunkt der Ermittlungen, ohne dass die Ursachen bereits geklĂ€rt wĂ€ren. Die zeitliche HĂ€ufung seit Anfang Juli sowie die rĂ€umliche NĂ€he zum Airport und dem Stadtteil Schwanheim sprechen fĂŒr ein lokales Cluster, fĂŒr das derzeit verschiedene ErklĂ€rungen geprĂŒft werden.

Seltene Krankheit – hohes Risiko bei verspĂ€teter Diagnose

Malaria gilt in Deutschland nach wie vor als sehr seltene Erkrankung, die nahezu ausschließlich von Reisenden aus Tropenregionen eingeschleppt wird. Der Erreger Plasmodium falciparum, Auslöser der Malaria tropica, kann bei verspĂ€teter Behandlung sehr rasch lebensbedrohlich verlaufen. Dass Malaria tropica zugleich bei frĂŒher Diagnose gut behandelbar ist, erklĂ€rt den dringenden Appell des Gesundheitsamts an Ärztinnen und Ärzte, auch ohne Reiseanamnese an diese Diagnose zu denken.

Klima und zukĂŒnftige Risiken

Die Behörden weisen darauf hin, dass sich der Malaria-Erreger bei den typischen Wintertemperaturen in Deutschland in heimischen MĂŒcken bislang nicht dauerhaft weiterentwickeln kann. Zugleich wird betont, dass die zunehmende ErderwĂ€rmung langfristig das Risiko erhöht, dass Malaria in Teilen Europas wieder endemisch werden könnte. FĂŒr BĂŒrger im Umfeld des Frankfurter Flughafens bedeutet die aktuelle Situation vor allem: unklare FieberzustĂ€nde frĂŒhzeitig abklĂ€ren lassen und den Wohn- oder Arbeitsort im Flughafenumfeld ausdrĂŒcklich angeben, damit Ärztinnen und Ärzte eine mögliche Malaria rasch erkennen.

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