Markus Söder, Hendrik Wüst

Markus Söder: 70 Prozent halten ihn nicht für kanzlertauglich

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:55 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine Forsa-Erhebung für RTL und ntv zeigt deutliche Unterschiede zwischen den beiden Unionspolitikern. Besonders bei den Anhängern von CDU und CSU erreicht Hendrik Wüst höhere Zustimmungswerte als Markus Söder.

Mehrheit hält Söder nicht für kanzlertauglich
Markus Söder (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

CSU-Chef Markus Söder stößt als möglicher Ersatz für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf breite Skepsis. Laut einer Forsa-Umfrage für RTL und ntv halten 26 Prozent der Befragten, die ihn kennen, Söder für kanzlertauglich, 70 Prozent sprechen ihm diese Eignung ab.

Söder verliert auch im Unionslager

Söder ist 95 Prozent der Befragten bekannt. Unter den Anhängern von CDU und CSU halten 57 Prozent ihn für nicht geeignet für das Kanzleramt, während 41 Prozent ihm das Amt zutrauen.

Auch in Bayern überwiegt die Ablehnung: 59 Prozent derjenigen, die Söder kennen, halten ihn für ungeeignet, 37 Prozent für geeignet. Die Bewertung bezieht sich jeweils auf Befragte mit Kenntnis des jeweiligen Politikers.

Wüst schneidet deutlich besser ab

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst erreicht bei der Frage nach der Kanzlertauglichkeit bessere Werte. Von den Befragten, die ihn kennen, halten ihn 47 Prozent für geeignet und 41 Prozent für ungeeignet; zwölf Prozent haben noch kein Urteil. Wüst ist 75 Prozent der Befragten bekannt.

In Nordrhein-Westfalen sehen 50 Prozent Wüst als kanzlertauglich an, 42 Prozent widersprechen. Unter den Unionsanhängern sprechen sich 57 Prozent für seine Eignung aus.

Wüst erhält Zustimmung über Parteigrenzen hinweg

Auch unter Anhängern anderer Parteien fällt Wüsts Bewertung vergleichsweise positiv aus. Bei SPD-Anhängern halten ihn 58 Prozent und bei Grünen-Anhängern 63 Prozent für kanzlertauglich.

Bei AfD-Anhängern dreht sich das Bild um: Nur acht Prozent halten Wüst für geeignet, 87 Prozent für ungeeignet. Söder kommt in dieser Gruppe auf 28 Prozent Zustimmung. Grundlage der Befragung sind 1.002 Befragte; erhoben wurde sie am 2. und 5. Oktober 2026.

Die Umfrage fällt in eine Phase, in der die politische Bewertung der Bundesregierung und der Union stark unter Druck steht. Für die Nachfolgefrage ist dabei entscheidend, dass Bekanntheit und Eignung auseinanderfallen: Markus Söder ist mit 95 Prozent nahezu allen Befragten bekannt, erreicht unter denjenigen, die ihn kennen, aber nur 26 Prozent Zustimmung zur Kanzlertauglichkeit.

Hendrik Wüst verfügt bundesweit über eine geringere Bekanntheit, erzielt jedoch ein deutlich ausgeglicheneres Urteil. 47 Prozent halten ihn für geeignet, 41 Prozent für ungeeignet. Besonders relevant für die innerparteiliche Debatte ist der Unterschied bei den Unionsanhängern: Während Söder dort keine Mehrheit erreicht, sprechen sich bei Wüst 57 Prozent für seine Eignung aus.

Signal für die Union

Die Zahlen sind keine direkte Abstimmung über eine Kanzlerkandidatur und ersetzen auch keine Wahlentscheidung. Sie zeigen jedoch, dass ein hoher Bekanntheitsgrad nicht automatisch in politische Akzeptanz übersetzt wird. Söder steht als CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident bundespolitisch seit Jahren im Blickpunkt; Wüst wird dagegen stärker mit seiner Arbeit in Nordrhein-Westfalen verbunden.

Für die Union liegt darin ein strategisches Spannungsfeld. Ein möglicher Herausforderer müsste nicht nur in der eigenen Partei Rückhalt gewinnen, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus anschlussfähig sein. Die Werte unter SPD- und Grünen-Anhängern sprechen bei Wüst für ein breiteres Ansehen, während die besonders niedrige Zustimmung unter AfD-Anhängern seine Einordnung im bürgerlichen Parteienlager unterstreicht.

Bewertungen bleiben Momentaufnahme

Die Befragung umfasst 1.002 Personen und wurde am 2. und 5. Oktober 2026 durchgeführt. Sie bildet damit die aktuelle Wahrnehmung ab, sagt aber nichts darüber aus, wie sich mögliche Kandidaturen, Regierungsergebnisse oder ein späterer Wahlkampf auf die Einschätzungen auswirken würden.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „CDU-Kanzler: Worin ein Wahlforscher das Problem von Merz sieht“ (05.10.2026)

Der Beitrag ordnet die Unzufriedenheit mit Friedrich Merz ein und nennt Hendrik Wüst als einen möglichen, zugleich aber mit Risiken verbundenen Wechsel von der Landes- auf die Bundesebene. Damit bestätigt er den politischen Kontext der Umfrage, behandelt jedoch stärker die Folgen eines Kanzlerwechsels als den direkten Vergleich der beiden Ministerpräsidenten.

n-tv: „Berliner CDU-Chef spricht Merz Empathie ab“ (05.10.2026)

Der Artikel verweist auf schwache Zustimmungswerte für den Bundeskanzler und beleuchtet damit den Ausgangspunkt der laufenden Nachfolgedebatte. Anders als die Forsa-Erhebung konzentriert sich der Beitrag auf die Kritik an Merz und nicht auf die unterschiedliche Akzeptanz von Söder und Wüst.

Übereinstimmend steht die Union unter erheblichem Zustimmungsdruck. Die Umfrage liefert den konkreten Vergleich zwischen Söder und Wüst, während die beiden Beiträge den politischen Kontext und die Risiken einer personellen Neuorientierung hervorheben.

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