Markus Söder, Friedrich Merz

Markus Söder schließt Kanzlersturz von Friedrich Merz durch CSU aus

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Markus Söder stellt sich klar hinter Bundeskanzler Friedrich Merz und erteilt Spekulationen über einen Kanzlersturz durch die CSU eine Absage. Zugleich kritisiert der bayerische Regierungschef die SPD und spricht von einem „schweren Durchhänger“ der Regierung, ohne personelle Konsequenzen zu fordern.

Söder schließt Kanzlersturz durch CSU aus
CSU-Logo (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder hat Spekulationen über einen Sturz von Bundeskanzler Friedrich Merz durch seine Partei klar zurückgewiesen. Zugleich stärkte er Merz den Rücken und betonte dessen Reformkurs trotz schwieriger politischer Lage.

Söder stärkt Merz und kritisiert die SPD

In einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ erklärte Söder, Gedankenspielen über einen Kanzlerwechsel eine Absage zu erteilen. Unabhängig davon, wer an die Spitze der Regierung treten würde, sehe er zunächst ähnliche Probleme, insbesondere mit einer SPD, die sich nach seinen Worten mit Reformen schwertue. Als schlechtes Signal bezeichnete er, dass die SPD nach dem jüngsten Wahlergebnis plötzlich beginne, vieles infrage zu stellen.

„Merz ist der richtige Kanzler“

Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Bundeskanzler sei, antwortete Söder mit einem klaren Ja. Merz stehe zu den notwendigen Reformen und habe in der zurückliegenden Woche gezeigt, dass ihn sowohl das Wahlergebnis als auch seine eigenen Zustimmungswerte berührten. Innerhalb der Union sei es normal, dass über Parteien und Personen gesprochen werde, doch die Partei müsse zusammenstehen und dürfe sich nicht durch die AfD auseinanderbringen lassen, sagte Söder.

CSU schließt Kanzlersturz aus

Einen Sturz des Kanzlers durch seine Partei schloss der CSU-Chef ausdrücklich aus. „Von der CSU auf keinen Fall“, stellte er klar. Für die CDU könne er nicht sprechen, da er dort nicht Vorsitzender sei, für die CSU sei seine Position jedoch eindeutig. Zwar sieht Söder Verbesserungsbedarf in der Arbeit des Kanzleramts, insbesondere nach anderthalb Jahren im Amt, doch personelle Konsequenzen hält er nicht für angezeigt.

„Schwerer Durchhänger, aber kein Grund zum Aufgeben“

Die aktuelle Lage beschreibt der bayerische Ministerpräsident als „schweren Durchhänger“, möglicherweise als den schwersten, den man sich vorstellen könne. Gleichwohl sei dies aus seiner Sicht kein Anlass, im Kanzleramt oder an der Spitze der Union aufzugeben. Statt eines Führungswechsels setzt Söder auf Geschlossenheit der Union und die Fortsetzung des Reformkurses unter Kanzler Merz.

Die Äußerungen von Markus Söder fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz nach rund anderthalb Jahren im Amt mit schwachen Zustimmungswerten und einem schwierigen Reformklima konfrontiert ist. Zugleich steht die SPD nach einem enttäuschenden Wahlergebnis unter Druck, ihre Position zu zentralen Reformprojekten neu zu bestimmen.

Innerunionische Geschlossenheit als strategisches Ziel

Wenn Söder einen Kanzlersturz durch die CSU kategorisch ausschließt, signalisiert er demonstrative Geschlossenheit innerhalb der Union. Dies richtet sich sowohl nach innen, wo Spekulationen über Personaldebatten gebremst werden sollen, als auch nach außen, um den Eindruck einer handlungsfähigen Regierung zu vermitteln. Seine Betonung, Merz stehe zu den Reformen, unterstreicht den Anspruch der Union, trotz schwieriger Mehrheitsverhältnisse eine klare Linie zu halten.

Druck auf die SPD und Umgang mit der AfD

Bemerkenswert ist die Kritik an der SPD, die sich mit Reformen schwertue und nach dem Wahlergebnis vieles in Frage stelle. Damit lenkt Söder die Aufmerksamkeit auf mögliche Blockaden im Gesetzgebungsprozess und versucht, Verantwortung für stockende Vorhaben bei der Koalitionspartnerin zu verorten. Zugleich warnt er davor, dass sich die Union durch die AfD auseinanderbringen lässt – ein Hinweis darauf, dass die rechtspopulistische Partei weiterhin als spaltende Kraft im Parteiensystem wahrgenommen wird.

Stabilitätssignal trotz „schwerem Durchhänger“

Indem Söder den aktuellen Zustand als „schweren Durchhänger“ beschreibt, aber keinen Grund zum Aufgeben sieht, verbindet er Problembenennung mit einem Stabilitätsversprechen. Für Leser bedeutet das: Trotz Umfrageschwäche und interner Diskussionen ist derzeit nicht mit einem Machtwechsel im Kanzleramt aus der CSU heraus zu rechnen. Stattdessen deutet sich an, dass die Union ihren Kurs auf Reformen und Geschlossenheit setzt – und den innerkoalitionären Streit mit der SPD sowie den Umgang mit der AfD zu zentralen politischen Konfliktlinien der kommenden Monate macht.

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