Söder nennt US-PlÀne «Àrgerlich und gefÀhrlich»
05.05.2026 - 13:45:43 | dpa.deBayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) hat die US-PlĂ€ne zur Truppenreduzierung und einen möglichen Verzicht der US-Regierung auf eine Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland als «Àrgerlich und gefĂ€hrlich» bezeichnet. ZunĂ€chst brauche es Klarheit darĂŒber, «wann, wie, was und wer», sagte Söder am Rande von Beratungen seines Kabinetts in BrĂŒssel. Es brauche erst einmal VerlĂ€sslichkeit und Planbarkeit, sagte der CSU-Chef - und rief die Bundesregierung auf, die US-PlĂ€ne nicht einfach so hinzunehmen. AnkĂŒndigungen der USA seien ja manchmal schneller als deren Umsetzung.
Söder betonte: «Wir wissen noch nicht endgĂŒltig, ob es so ist, dass US-Truppen abgezogen werden, und wenn - so deutet sich die Nachrichtenlage an - aus Bayern. Das ist genauso Ă€rgerlich, wie es gefĂ€hrlich ist, dass Amerika ĂŒberlegt, die Mittelstreckenwaffen nicht zu liefern. Beides ist Ă€rgerlich und gefĂ€hrlich.»
Söder: Achselzucken und Schulterzucken sind zu wenig
Söder fĂŒgte hinzu, allerdings ohne Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) oder andere beim Namen zu nennen: «Und wir sind uns auch nicht ganz sicher, ob es wirklich zwingend gewesen ist, dass das passiert ist.» Die Probleme seien «teilweise in Berlin» entstanden. «Also mĂŒssen sie dort auch gelöst werden.»
Jedenfalls dĂŒrfe der Vorgang nun nicht einfach achselzuckend zur Kenntnis genommen werden. «Bei aller Coolheit und aller Coolness - das sind ernstzunehmende VorgĂ€nge, wenn Soldaten abgezogen werden.» Und es sei ein gefĂ€hrlicher Vorgang, wenn eine Ausstattung mit Mittelstreckenraketen, die es im europĂ€ischen Umfeld und in Deutschland nicht gebe, nicht erfolge. Deshalb mĂŒsse die Bundesregierung sich bemĂŒhen, die Probleme zu lösen.Â
Es mĂŒsse auch versucht werden, die genannte Zahl von 5.000 Soldaten, die abgezogen werden sollen, noch einmal deutlich zu reduzieren. Und es mĂŒsse aufgezeigt werden, wie wichtig der Standort Deutschland fĂŒr die USA sei.
Und im Zweifelsfall brauche es Kompensationen fĂŒr betroffene Regionen, die dĂŒrfe man nicht alleine lassen, forderte Söder. Deswegen sei «Achselzucken und Schulterzucken irgendwie zu wenig und ein bisschen Einsatz gefragt».
Zieht Brigade aus Vilseck ab?
Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und Merz hat die US-Regierung den Teilabzug von Soldaten aus Deutschland angekĂŒndigt. Rund 5.000 von ihnen sollen in den nĂ€chsten sechs bis zwölf Monaten verlegt werden - nach Trumps Worten könnten es am Ende sogar «weit mehr» sein.Â
Mehreren Medienberichten zufolge steht der Abzug einer US-Kampfbrigade aus dem bayerischen Vilseck im Raum. Im Zuge der geplanten Reduzierung der US-Truppen in Deutschland soll das Pentagon auch die eigentlich geplante Stationierung einer Einheit zur Bedienung, Unterhaltung und Wartung der Mittelstreckenraketen zurĂŒckgenommen haben.
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