GĂŒnther erwartet weiter Beteiligung des Bundes bei Sturmflut-SchĂ€den
17.12.2023 - 18:50:16 | dpa.deHintergrund sind Medienberichte, wonach der Bund sich nicht am Wiederaufbau beteiligen wolle. Das gehe aus einem Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor.
Ein Regierungssprecher bestĂ€tigte am Sonntagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, die Flut werde nicht als Naturkatastrophe von nationalem AusmaĂ bewertet. "Im Rahmen des Treffens von Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der LĂ€nder am 6. November wurde eine Arbeitsgruppe vereinbart", erklĂ€rte er. Diese habe prĂŒfen sollen, ob es sich um SchĂ€den von nationalem AusmaĂ handele wie zuletzt bei den VerwĂŒstungen im Ahrtal im Sommer 2021, bei denen seinerzeit SchĂ€den in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro entstanden sei.
Die Arbeitsgruppe habe mittlerweile zweimal getagt, sagte der Regierungssprecher weiter. Das zustĂ€ndige Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft sei zu der EinschĂ€tzung gekommen, dass die Höhe der entstandenen SchĂ€den - etwa 240 Millionen Euro - nicht dafĂŒr spreche, dass die Sturmflut eine Naturkatastrophe von nationalem AusmaĂ gewesen sei. Er stellte aber indirekt Bundesmittel aus einem anderen Topf in Aussicht.
Der Bund beteiligt sich nach Worten des Regierungssprechers im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Klimaschutzes" (GAK) bereits maĂgeblich an der Finanzierung von MaĂnahmen des KĂŒstenschutzes und ĂŒbernimmt mehr als zwei Drittel der dafĂŒr entstehenden Kosten. "Im Rahmen der Arbeitsgruppe wurde vereinbart zu prĂŒfen, ob noch vorhandene nicht verausgabte Restmittel der GAK fĂŒr 2023 umgeschichtet und den beiden betroffenen LĂ€ndern zur VerfĂŒgung gestellt werden können. Diese PrĂŒfung lĂ€uft gegenwĂ€rtig."
Eine Sprecherin der Staatskanzlei in Kiel sagte am Sonntag auf Anfrage, man habe den Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums verwundert zur Kenntnis genommen. Die Staatskanzlei habe eine solche EinschÀtzung offiziell bislang nicht erhalten.
Der MinisterprĂ€sident betonte: "Ich vertraue auf das Wort des Kanzlers." Der Bundeskanzler habe bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz am 6. November zugesagt, dass der Bund sich angemessen an den Kosten, die durch die schwere Sturmflut an der OstseekĂŒste im Oktober entstanden sind, beteiligen werde. "Es wird Zeit, dass der Bund klarstellt, wie die Zusage umgesetzt wird."
Die Sturmflut hatte in der Nacht zum 21. Oktober entlang der OstseekĂŒste teils gewaltige Zerstörungen angerichtet. Auf Fehmarn kam eine Frau ums Leben.
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