MÀchtige, Juso-VerbÀnde

MÀchtige Juso-VerbÀnde stellen sich gegen Koalitionsvertrag

13.04.2025 - 13:56:24 | dts-nachrichtenagentur.de

Mehrere Juso-LandesverbĂ€nde ĂŒben scharfe Kritik an zentralen Punkten des Koalitionsvertrags zwischen Union und SPD - und halten die PlĂ€ne so fĂŒr nicht zustimmungsfĂ€hig.

Söder, Merz, Klingbeil, Esken am 09.04.2025 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Man diskutiere derzeit die Vereinbarungen: "Wir sehen aber schon jetzt, dass entscheidende Punkte in eine Richtung gehen, die wir nicht gutheißen können", sagte die Vorsitzende des grĂ¶ĂŸten Juso-Landesverbands in Nordrhein-Westfalen, Nina Gaedike, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Ähnlich fĂ€llt das Urteil der Vorsitzenden des SPD-Jugendverbands in Niedersachsen, Ronja Laemmerhirt, aus. "Als Jusos haben wir in den vergangenen Wochen rote Linien formuliert und mit unserer Kampagne deutlich gemacht, welche Punkte fĂŒr uns ein Dealbreaker sind", sagte sie dem "Handelsblatt".

Davon befĂ€nden sich nun "einige" im Koalitionsvertrag. FĂŒr die Berliner Jusos steht schon fest, dass sie die Koalitionsvereinbarung ablehnen werden. "Uns ist klar, dass es in einer Koalition Kompromisse braucht", sagte die Co-Landesvorsitzende Kari Lenke der Zeitung. "Diese dĂŒrfen aber nicht bei Menschenrechten und bei grundlegenden Idealen der Sozialdemokratie gemacht werden." Angesichts dessen könne man dem Vertrag nicht zustimmen. Die Jusos beklagen vor allem eine weitere Aufweichung des BĂŒrgergelds, die angestrebte Abschaffung der tĂ€glichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden, und kritisieren einige Punkte im Bereich Migration. "Wir haben Grundwerte, und die halten wir hoch", sagte Gaedike. Das gelte etwa fĂŒr die Wahrung von Europarecht an den deutschen Grenzen. Mit Blick auf die geplanten VerschĂ€rfungen beim BĂŒrgergeld pocht Gaedike auf die Beibehaltung einer "menschenwĂŒrdigen Grundsicherung ohne Totalsanktionen und Vermittlungszwang". Laemmerhirt wandte sie sich gegen Änderungen bei der Arbeitszeit. "Der von den Gewerkschaften hart erkĂ€mpfte Achtstundentag muss bleiben und ist eine Errungenschaft, fĂŒr die wir uns als Partei lange gefeiert haben", sagte sie. Ebenso lehnen die Jusos den Stopp des Familiennachzugs von sogenannten subsidiĂ€r GeschĂŒtzten ab. Auch an den freiwilligen Aufnahmeprogrammen des Bundes wollen sie festhalten. Verantwortung heiße auch, Partner nicht im Stich zu lassen, die sich fĂŒr uns in Gefahr gebracht haben, sagte Gaedike. Aufnahmeprogramme zu beenden, wie das fĂŒr Menschen aus Afghanistan, sei aber genau das Gegenteil. "Diese Linien sind fĂŒr uns nicht verhandelbar."

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