Unionspolitiker wollen Letzte Generation beobachten lassen
26.05.2023 - 02:43:09 | dpa.de
Mehrere Unionspolitiker stellen die Entscheidung des Verfassungsschutzes in Frage, die Klimaaktivisten-Gruppe Letzte Generation nicht zu beobachten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph de Vries (CDU) sagte der «Welt»: «Eine Organisation, die systematisch Straftaten plant und begeht und dabei auch nicht vor Gewaltdelikten, Bedrohungen und Nötigungen unserer Verfassungsorgane zurĂŒckschreckt, ist ein Fall fĂŒr den Verfassungsschutz.» Er halte «eine Beobachtung mit nachrichtendienstlichen Mitteln fĂŒr geboten».
Der CSU-Abgeordnete Alexander Hoffmann erklĂ€rte, innerhalb der Gruppe wĂŒrden «Ideen wie eine Notstandsgesetzgebung, das völlige Ausschalten politischer Instanzen und deren Entscheidungen sowie die Umverteilung von Eigentum» diskutiert. «Dies zielt eindeutig auf die Beseitigung der verfassungsgemĂ€Ăen Ordnung ab.»
Der PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang (CDU), hatte zuletzt gesagt, dass seine Behörde keine hinreichenden Anhaltspunkte habe, die Gruppe als extremistisch einzuschĂ€tzen. Da die Grundhaltung der Aktivisten sei, auf aktive Gewalt zu verzichten, liege kein Extremismus vor. In dieser EinschĂ€tzung sei er sich mit allen 16 LandesĂ€mtern fĂŒr Verfassungsschutz einig. Der Verfassungsschutz verfolge aber tĂ€glich, wie sich die Situation entwickle.
Die Klimaschutz-Aktivisten lenken mit Klebeaktionen an Kunstwerken und Verkehrsblockaden Aufmerksamkeit auf sich, behindern damit aber auch Einsatz- und Rettungsfahrzeuge. Sie verlangen einen sogenannten Gesellschaftsrat, der das Ende der Nutzung von fossilen Brennstoffen in Deutschland bis 2030 planen soll. AuĂerdem fordern sie Tempo 100 auf Autobahnen und ein 9-Euro-Ticket.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte «eine grundlegende Neubewertung der Letzten Generation durch die Sicherheitsbehörden», falls sich der Verdacht bestĂ€tige, dass aus dieser Bewegung heraus ein Anschlag auf eine Ăl-Pipeline geplant worden sei.
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