Michael Mronz, DOSB-Präsidentschaft

Michael Mronz soll DOSB-Präsident werden – Verbände lassen Gegenkandidaten offen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 15:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

IOC-Mitglied Michael Mronz soll nach dem Willen einer Findungskommission für das Amt des DOSB-Präsidenten kandidieren. Eine gemeinsame Entscheidung der Verbände gibt es aber noch nicht – bis zum 30. Oktober sind weitere Bewerbungen möglich.

Eine Findungskommission empfiehlt Michael Mronz als DOSB-Präsidentschaftskandidaten. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
Eine Findungskommission empfiehlt Michael Mronz als DOSB-Präsidentschaftskandidaten. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa

IOC-Mitglied Michael Mronz soll auf Empfehlung einer Findungskommission als Nachfolger von Thomas Weikert für das Amt des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds kandidieren.

Verbände beraten weiter

Die Spitzenverbände und die Landessportbünde hätten den Vorschlag beraten und sich darauf verständigt, ihre Gespräche nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 30. Oktober fortzusetzen, teilte die Findungskommission mit. Eine Verständigung auf einen gemeinsamen Kandidaten sei damit ausdrücklich nicht verbunden.

Als möglicher Gegenkandidat gilt Martin Engelhardt, der Präsident der Deutschen Triathlon Union. Die Vertreter der Landessportbünde und der Spitzenverbände wollen bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist weitere Perspektiven einbeziehen und bis dahin keine Empfehlung für das Präsidentenamt aussprechen.

Wahl im Dezember

Die Mitgliederversammlung des DOSB soll am 5. Dezember in Frankfurt am Main über die Nachfolge entscheiden. Noch bis zum 30. Oktober können Kandidaten ihr Interesse erklären; zwei Wochen später will der DOSB die Liste der Bewerber für die zur Wahl stehenden Positionen veröffentlichen.

Der noch amtierende DOSB-Chef Thomas Weikert hatte am Donnerstag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Der 64-Jährige begründete dies damit, dass ihm die Kraft für eine weitere Amtszeit fehle. Mehrere Verbände hatten ihm zudem signalisiert, eine Wiederwahl nicht unterstützen zu wollen.

Mronz mit internationalem Netzwerk

Der 59 Jahre alte Sportmanager Mronz ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und gehört bereits dem DOSB-Präsidium an. Durch sein internationales Netzwerk könnte er die Bewerbung Münchens um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 unterstützen.

Mronz ist Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH und war Mitbegründer der Initiative Rhein-Ruhr, die eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2032 angestrebt hatte. Das IOC legte sich jedoch früher als erwartet auf Brisbane als bevorzugten Kandidaten fest.

Kritik wegen Rhein-Ruhr-Nähe

Wegen seiner Verbindung zur früheren Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr gab es im Sport zuletzt Kritik an einem weiteren Aufstieg von Mronz. Das NRW-Projekt hatte am vergangenen Samstag das Duell mit der Münchner Bewerbung um eine erneute deutsche Olympia-Kandidatur verloren.

Entscheidung fällt erst im Dezember

Die Empfehlung für Michael Mronz ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber noch nicht die Wahl an der DOSB-Mitgliederversammlung am 5. Dezember in Frankfurt am Main. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 30. Oktober können weitere Kandidaturen hinzukommen. Damit bleibt offen, ob sich die Verbände auf Mronz verständigen oder ob es zu einer Kampfabstimmung kommt.

Für den DOSB steht dabei nicht nur ein Personalwechsel an. Der Verband muss nach dem angekündigten Rückzug von Thomas Weikert seine politische und strategische Ausrichtung klären. Dazu gehört auch die Frage, wie geschlossen der deutsche Sport bei der Vorbereitung einer möglichen Bewerbung um Olympische Sommerspiele auftritt.

Olympia-Bewerbung als zentraler Hintergrund

Mronz bringt als IOC-Mitglied internationale Kontakte mit und war an der Initiative für eine Rhein-Ruhr-Bewerbung beteiligt. Diese Erfahrung kann für die Münchner Olympia-Pläne hilfreich sein, verstärkt aber zugleich die Debatte über mögliche Interessenkonflikte und die angemessene Distanz des DOSB zu einzelnen Bewerbungsstandorten.

Das verlorene Duell zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr zeigt, dass die Olympiafrage innerhalb des deutschen Sports politisch sensibel bleibt. Für Sportverbände und Athleten ist deshalb entscheidend, ob ein neuer DOSB-Präsident unterschiedliche regionale Interessen zusammenführen und eine international konkurrenzfähige Bewerbung organisieren kann.

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