Rente, Sozialpolitik

Monika Schnitzer plĂ€diert vehement fĂŒr Streichung der Rente mit 63

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 09:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Wirtschaftsexpertin Schnitzer fordert die Bundesregierung dazu auf, die FrĂŒhrente mit 63 Jahren auch trotz anhaltenden Widerstands abzuschaffen.

Ökonomin Schnitzer drĂ€ngt auf Abschaffung der Rente mit 63
Alter Mann in einem Pflegeheim (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Kaum ausgesprochen, schon brodelt die Debatte: Monika Schnitzer legt den Finger in die Wunde der deutschen Rentenpolitik.

Wer profitiert wirklich?

Interessant – laut Schnitzer seien es hauptsĂ€chlich besonders fitte Menschen, die sich frĂŒhzeitig auf die Rentenbank setzen. Das klingt zunĂ€chst nach einem Luxusproblem, hat aber einen doppelten Boden. Denn wer mit 63 in Rente geht, bekommt zwei Jahre lĂ€nger Geld – natĂŒrlich finanziert von den Beitragszahlern, also im Kern von der arbeitenden Generation. Irgendwie unfair, findet Schnitzer und ich kann den Gedanken nachvollziehen.

Die Last der JĂŒngeren

Da stellt sich unweigerlich die Frage nach der Gerechtigkeit: Warum soll ein Handwerker Anfang dreißig, der gerade seinen Meisterbrief gemacht hat, die Rente fĂŒr andere mitstemmen, die eigentlich auch weiterarbeiten könnten? Der Generationenkonflikt wird so – das ist jedenfalls Schnitzers Sicht – weiter angeheizt. Sie sagt ganz offen: "Fragen Sie die Blockierer der Reform, wessen Rechnung sie da bezahlen lassen wollen."

System unter Druck

Die Rentenreform sei nicht irgendwann, sondern jetzt dringend nötig, so Schnitzer. In der Vergangenheit habe man das System immer weiter aufgeblĂ€ht – stĂ€ndig mehr Leistungen, kaum ein Gedanke an die Kosten auf lange Sicht. Sie fordert, dass diese „versicherungsexternen Sonderangebote“ wie die Rente mit 63 endlich gestrichen werden. Witzig – oder eher bitter: Gerade diese Punkte gelten manchmal als sozialpolitische Errungenschaft.

Zukunft der Rente: Kapitaldeckung als Ausweg?

Nebenbei – fast im Nebensatz – schwingt noch ein grĂ¶ĂŸerer Gedanke mit: Das reine Umlagesystem, bei dem die JĂŒngeren die Älteren finanzieren, reicht in einer alternden Gesellschaft nicht mehr aus. Ein Einstieg in kapitalgedeckte Modelle scheint fĂŒr Schnitzer unumgĂ€nglich. Mich wundert, dass diese Diskussion schon so lange wabert und doch politisch kaum Fahrt aufnimmt.

GegensÀtze in der Politik

Zu guter Letzt: Kaum ist das Thema angesprochen, gibt es Widerstand von den BundeslĂ€ndern. Als Beispiel hat Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern die Bundespolitik scharf kritisiert und sich gegen Kanzler Merz‘ Äußerungen zur abschlagsfreien FrĂŒhrente gestellt – das politische Ringen geht also munter weiter.

Monika Schnitzer fordert entschlossene Schritte gegen die Rente mit 63 und kritisiert, dass hiervon hĂ€ufig besonders Gesunde profitieren – finanziert von der jungen Generation. Sie argumentiert, die bisherige Rentenpolitik habe das System unnötig verteuert und fordert, zusĂ€tzliche Sonderleistungen abzuschaffen; zugleich solle kapitalgedeckte Vorsorge stĂ€rker in den Fokus rĂŒcken. Der politische Gegenwind – beispielsweise durch Landesregierungen wie in Mecklenburg-Vorpommern – zeigt, wie kontrovers das Thema bleibt.

Aktuell gibt es neue Debatten rund um die Rentenpolitik: Der Spiegel berichtet, dass eine Expertenkommission hĂ€rtere Reformen fordert, um die Rente langfristig zu sichern. Auch die SĂŒddeutsche Zeitung beleuchtet die Streitpunkte zwischen Bund und LĂ€ndern bezĂŒglich des Generationenvertrags in der Rente und macht deutlich, dass jĂŒngere Beitragszahler ihre Belastungsgrenze erreichen. Laut FAZ verschĂ€rft die Bundesregierung die Tonlage gegenĂŒber den LĂ€ndern, um Rentenprivilegien wie die FrĂŒhrente mit 63 einzuschrĂ€nken. Die Diskussion um die Zukunft der Altersvorsorge bleibt dynamisch und polarisiert weiterhin große Teile der deutschen Gesellschaft.

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