TatverdÀchtiger von Magdeburg kommt in Untersuchungshaft
22.12.2024 - 03:46:50 | dpa.de
Nach der tödlichen Fahrt mit einem Auto ĂŒber den Weihnachtsmarkt in Magdeburg ist Haftbefehl gegen den festgenommenen TatverdĂ€chtigen erlassen worden. Der 50-JĂ€hrige mĂŒsse wegen des Vorwurfs fĂŒnffachen Mordes, mehrfach versuchten Mordes und mehrfacher gefĂ€hrlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft, teilte die Polizei am frĂŒhen Sonntagmorgen in Magdeburg mit. Der VerdĂ€chtige war am Samstagabend einem Haftrichter vorgefĂŒhrt worden.Â
Ermittler: Todesfahrer hatte keinen KomplizenÂ
Nach der Tat mit fĂŒnf Todesopfern und 200 Verletzten am Freitagabend war der Mann zunĂ€chst in Polizeigewahrsam gebracht worden. Der VerdĂ€chtige ist ein als Islam-Kritiker bekannter Arzt aus Bernburg, der aus Saudi-Arabien stammt. Es handele sich um einen EinzeltĂ€ter, nach bisherigen Ermittlungen gebe es keine Hinweise auf einen zweiten TĂ€ter, teilten die Ermittler mit.
Der Mann soll freigehaltene Rettungsgassen genutzt haben, um mit seinem Auto ĂŒber den Weihnachtsmarkt zu rasen und mit groĂer Geschwindigkeit Menschen umzufahren. Nach Behördenangaben wurden vier Frauen im Alter von 45, 52, 67 und 75 Jahren sowie ein neunjĂ€hriger Junge getötet. Der Angriff auf den Weihnachtsmarkt löste nicht nur in Deutschland Entsetzen und Trauer aus, auch aus dem Ausland gab es bestĂŒrzte Reaktionen.
Bundesanwaltschaft prĂŒft den FallÂ
Was den mutmaĂlichen TĂ€ter zu dem Verbrechen bewegte, ist bislang nicht geklĂ€rt. Das Motiv könnte Unzufriedenheit mit dem Umgang mit FlĂŒchtlingen aus Saudi-Arabien in Deutschland gewesen sein, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Walter Nopens in Magdeburg.Â
Die Ermittlungen werden weiterhin von der Polizei in Sachsen-Anhalt gefĂŒhrt. Die Bundesanwaltschaft prĂŒfe noch, ob sie die Ermittlungen ĂŒbernehme, teilten die Sicherheitsbehörden in Magdeburg mit. Die Bundesanwaltschaft kann staatsschutzrelevante Straftaten verfolgen, wenn sie von einer sogenannten besonderen Bedeutung sind.Â
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bezeichnet sich der 50-JĂ€hrige, der seit 2006 in Deutschland lebt, selbst als Ex-Muslim. Demnach stellte er im Februar 2016 einen Asylantrag, ĂŒber den im Juli desselben Jahres entschieden wurde. Der saudische StaatsbĂŒrger erhielt damals Asyl als politisch Verfolgter.Â
Trauer mit Blumen und KerzenÂ
Viele Menschen in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt gedachten am Samstagabend der Opfer und ihrer Angehörigen. Allein vor dem Dom beteiligten sich nach ersten SchĂ€tzungen der Polizei mehr als 1.000 Menschen am Gedenken - eine groĂe Videoleinwand war aufgebaut, auf die der Gottesdienst aus dem Dom ĂŒbertragen wurde.Â
Vielerorts in der Stadt legten Trauernde Blumen ab und zĂŒndeten Kerzen fĂŒr die Opfer an. OberbĂŒrgermeisterin Simone Borris (parteilos) rief die Magdeburger auf, trotz der erschĂŒtternden Geschehnisse zusammenzuhalten.
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