AfD-PlÀne, Europa

Ökonomen kritisieren AfD-PlĂ€ne zu Europa und Windkraft scharf

13.01.2025 - 15:31:59 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach EinschĂ€tzung fĂŒhrender Ökonomen wĂŒrden die PlĂ€ne der AfD in der Europa- und Energiepolitik großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Alice Weidel am 11.01.2025 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Alice Weidel am 11.01.2025 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm wertet die Aussagen von Parteichefin Alice Weidel zu Windkraftwerken als Beleg dafĂŒr, dass die AfD "die Ressentiments ihrer WĂ€hlerschaft gegen die Energiewende" bediene. Die Partei wolle ja nicht nur die Förderung der Erneuerbaren Energien einstellen, sondern auch den Ausstieg aus Kohle und Kernkraft rĂŒckgĂ€ngig machen, sagte Grimm dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Die Ökonomin hĂ€lt die energiepolitischen AnsĂ€tze insgesamt fĂŒr widersprĂŒchlich. Im Fokus stĂŒnden marktwirtschaftliche AnsĂ€tze bei der Energieversorgung, gleichzeitig sei die AfD aber extrem kritisch gegenĂŒber Europa und ganz wesentlichen gemeinsamen Zielen.

"Wie will man den Binnenmarkt vertiefen, wenn man gemeinsame Institutionen und Ziele der Energiepolitik einreißen will?", fragte Grimm. In der Europapolitik hĂ€lt der Ökonom Achim Truger die Streichung der EU-Austritts-Forderung aus dem AfD-Wahlprogramm fĂŒr wenig ĂŒberzeugend, weil die Partei weiterhin anstrebe, dass Deutschland das Euro-System verlasse. "Ein Austritt aus dem Euro wĂŒrde zu massiven Turbulenzen im Finanzsystem fĂŒhren und voraussichtlich zu einer starken Aufwertung der dann wieder entstehenden D-Mark", sagte er dem "Handelsblatt". Das wĂŒrde aus seiner Sicht "mit einem Schlag die ohnehin stark angeschlagene deutsche Exportwirtschaft und Industrie weiter schwĂ€chen und weiter in die Krise treiben". Der PrĂ€sident des MĂŒnchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, erwartet bei Umsetzung der AfD-PlĂ€ne ebenfalls einen massiven Schaden fĂŒr die Wirtschaft, zumal Deutschland tief mit den anderen EU-Staaten verflochten sei. "Am bestehenden Euro-System gibt es viel zu kritisieren, aber die EinfĂŒhrung einer eigenen WĂ€hrung wĂ€re darauf nicht die richtige Antwort, denn das wĂŒrde schwere politische und ökonomische Verwerfungen verursachen", sagte Fuest. Stattdessen plĂ€dierte er dafĂŒr, die Institutionen des Euroraums weiterzuentwickeln und zu verbessern, aber gemeinsam mit den europĂ€ischen Partnern.

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