Rufe nach schnelleren Verfahren gegen Silvester-Chaoten
Veröffentlicht am: 01.01.2026 um 13:16 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deBundespolizei-GdP-Chef Andreas RoĂkopf sagte der Zeitung: "Es gab Hunderte von Festnahmen. Hier erwarten wir schnelle Gerichtsverfahren mit konsequenten Strafen." Diejenigen Kollegen, welche den Kopf hinhielten, erwarteten das. "Es geht nicht mehr nur um Böllerverbote, sondern um schwere Angriffe auf unseren Rechtsstaat." Der PrĂ€sident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, warnte unterdessen vor einer "wachsenden Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft". Dem mĂŒsse man "entschlossen entgegentreten", sagte Gröhe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Gröhe begrĂŒĂte den von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgelegten Gesetzesentwurf, der schĂ€rfere Strafen fĂŒr Angriffe auf Einsatz- und RettungskrĂ€fte vorsieht. Es sei zudem wichtig, das Bewusstsein fĂŒr die Bedeutung der RettungskrĂ€fte zu stĂ€rken, mahnte der DRK-PrĂ€sident. Auch mĂŒsse man auf die Auswirkungen von Gewalt hinweisen. "Die Menschen, die sich rund um die Uhr an 365 Tagen fĂŒr die Allgemeinheit einsetzen und dabei jeden Tag Menschenleben retten, haben den besonderen Schutz unseres Rechtsstaates wahrlich verdient", sagte Gröhe. Die Gewerkschaft Verdi forderte unterdessen von den öffentlichen Arbeitgebern wirksame Konzepte und bessere AusrĂŒstung zum Schutz der BeschĂ€ftigten. "Es ist und bleibt empörend, wenn Menschen angegriffen werden, die anderen helfen", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. "Das dĂŒrfen wir als Gesellschaft in keinem Fall hinnehmen oder gar als Berufsrisiko abtun. EinsatzkrĂ€fte retten Menschen aus Gefahrensituationen, versorgen sie medizinisch, kĂŒmmern sich um ihren Schutz - und sie verdienen daher selbst den bestmöglichen Schutz vor jeder Gewalt." Der Bundesvorsitzende des Arbeiter Samariter Bundes (ASB), Knut Fleckenstein, forderte derweil mit Blick auf Angriffe auf RettungskrĂ€fte in der Silvesternacht ein Alkoholverbot beim Böllern. "Wir brauchen besser ausgestattete Rettungsdienste sowie klare Regeln beim Feuerwerk, wie zum Beispiel ein Alkoholverbot: Wer böllert, sollte nicht Alkohol trinken dĂŒrfen - bis hin zu kommunalen Böllerverboten an sensiblen Orten", sagte Fleckenstein den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Die Bilanz der Silvesternacht zeige, dass die Zahl der EinsĂ€tze hoch bleibe, es viele Verletzte gebe und immer wieder Angriffe auf EinsatzkrĂ€fte. "Der massive Missbrauch von Pyrotechnik muss eingedĂ€mmt werden: durch konsequentes Durchgreifen, frĂŒhe PrĂ€vention in Schulen und Stadtteilen und eine klare gesellschaftliche Haltung von jedem einzelnen von uns: Gewalt gegen diejenigen, die anderen helfen, ist tabu", sagte Fleckenstein. "Silvester darf ein Fest bleiben - aber nicht auf Kosten derjenigen, die in dieser Nacht fĂŒr die Sicherheit aller im Einsatz sind." UnterstĂŒtzung signalisierte der ASB-Chef fĂŒr den jĂŒngst vorgelegten Gesetzesentwurf von Hubig. "Wer RettungskrĂ€fte, Polizei oder Feuerwehr angreift, greift diejenigen an, die Menschenleben schĂŒtzen wollen und statt Silvester mit ihren Freunden und ihrer Familie zu feiern, im Einsatz fĂŒr die Sicherheit aller sind", sagte Fleckenstein.
