Deutschland, Bildung

Bafög-Erhöhung verschiebt sich um halbes Jahr

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:26 Uhr, dpa.de

Nach langem Hin und Her gibt es beim Bafög Gewissheit: FĂŒr einige EmpfĂ€nger kommen Erhöhungen nicht wie geplant schon zum Wintersemester, sondern ein halbes Jahr spĂ€ter.

Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und Bafög bekommen, mĂŒssen auf eine Erhöhung ein halbes Jahr lĂ€nger warten. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und Bafög bekommen, mĂŒssen auf eine Erhöhung ein halbes Jahr lĂ€nger warten. (Symbolbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Bestimmte Bafög-EmpfĂ€nger können nicht wie geplant mit einer Erhöhung der UnterstĂŒtzung schon zum Wintersemester rechnen. Die ursprĂŒnglich geplante Anhebung der im Bafög enthaltenen Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro fĂŒr diejenigen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, soll demnach erst zum Sommersemester 2027 kommen. Das teilten die zustĂ€ndigen Fachpolitiker von Union und SPD in Berlin mit. 

Bafög-Anpassung an Grundsicherung bleibt

Hintergrund ist demnach eine Einigung beider Seiten ĂŒber die im Koalitionsvertrag vereinbarte große Bafög-Reform. Darin hatten CDU, CSU und SPD eine Anhebung der Wohnkostenpauschale bereits zu diesem Wintersemester und eine schrittweise Anhebung des Bafögs dauerhaft auf das Niveau der Grundsicherung in den folgenden Jahren vereinbart. In den Vertrag war aber auch eine HintertĂŒr eingebaut worden: «Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt», heißt es darin. 

Geplant ist nun, dass die Wohnkostenpauschale etwas spĂ€ter erhöht wird. Der sogenannte Bafög-Grundbedarf fĂŒr Studierende, der aktuell bei 475 Euro liegt, soll nach SPD-Angaben wie geplant in zwei Schritten auf das Grundsicherungsniveau angehoben werden: Zum Wintersemester 2027/28 auf 503 und zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro. Zudem werde eine verlĂ€ssliche und transparente Regelung zur ÜberprĂŒfung und Anpassung der FördersĂ€tze eingefĂŒhrt, die sich am Grundsicherungsniveau orientiere.

Union verweist auf leere Kassen

Die Unionsseite hatte sich in den vergangenen Monaten unter Verweis auf die angespannte Finanzlage gegen Anhebungen von Leistungen gestellt. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte gesagt, man werde staatliche Leistungen wie BĂŒrgergeld, Wohngeld, Elterngeld oder Bafög absehbar nicht erhöhen können. 

«Nach intensiven Verhandlungen ist es der Koalition gemeinsam gelungen, alle bereits vereinbarten Leistungsverbesserungen in voller Höhe zu sichern», sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Wiebke Esdar. Der SPD-Forschungspolitiker Oliver Kaczmarek sagte: «FĂŒr Studierende bedeutet die Reform mehr Geld, mehr VerlĂ€sslichkeit, weniger BĂŒrokratie. Damit stĂ€rken wir das Vertrauen in das Bafög als verlĂ€ssliche Studienfinanzierung.» 

Die stellvertretende Unionsfraktionschefin Inge GrĂ€ĂŸle (CDU) sprach ebenfalls von intensiven Verhandlungen. «Allen ist jetzt klar, dass der weitere Ausbau staatlicher Leistungen nicht losgelöst von der gesamtwirtschaftlichen Lage erfolgen kann. Es ist eine gemeinsame Aufgabe dieser Regierungskoalition, wieder fĂŒr Wirtschaftswachstum zu sorgen», sagte sie.

Rund 613.000 Bafög-EmpfÀnger

2024 zĂ€hlte das Statistische Bundesamt rund 612.800 Bafög-EmpfĂ€nger - der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000. Darunter waren 483.800 Studentinnen und Studenten und 129.000 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Insgesamt sind in Deutschland rund 2,9 Millionen Menschen zum Studium eingeschrieben, es gibt etwa 11,5 Millionen SchĂŒler.

de | politik | 69730347 |