Ampel-Politiker, Vorgehen

Ampel-Politiker offen fĂŒr hĂ€rteres Vorgehen gegen Tiktok

22.04.2024 - 09:25:32 | dts-nachrichtenagentur.de

Nachdem das US-ReprÀsentantenhaus ein Gesetz zu einem möglichen Tiktok-Verbot in den USA verabschiedet hat, werden in Deutschland Àhnliche Schritte diskutiert.

Junge Frauen mit Smartphone (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Prinzipiell halte ich auch ein schĂ€rferes Vorgehen in Europa fĂŒr denkbar", sagte der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, dem "Handelsblatt". "Wichtig ist dafĂŒr allerdings, klare Erkenntnisse zu sammeln und dann auch gerichtsfest zu prĂ€sentieren." Ein "großer Teil" der VorwĂŒrfe finde "noch zu sehr auf Grundlage von Vermutungen statt".

Die Tiktok-Entscheidung des ReprĂ€sentantenhauses wertet er als "Paukenschlag", von der er sich mehr Klarheit hinsichtlich der EigentĂŒmer- und Firmenstruktur des Unternehmens erhoffe. Handlungsbedarf sieht auch die FDP: "Tiktok ist eine Propagandamaschine, die pro-westliche Inhalte im Sinne Chinas unterdrĂŒckt", sagte der Vorsitzende der Liberalen im EU-Parlament, Moritz Körner, dem "Handelsblatt". "Zur Wahrung unserer digitalen SouverĂ€nitĂ€t muss deshalb gegenĂŒber Tiktok gehandelt werden." Körner plĂ€diert dafĂŒr, notfalls mit den USA zu kooperieren. "Ein erzwungener Verkauf oder ein Verbot der China-App in der EU sollten erwogen werden, wenn die Durchsetzung europĂ€ischen Rechts gegenĂŒber Tiktok scheitert", sagte er. "In dem Fall könnte die EU-Sparte von Tiktok gemeinsam mit der US-Sparte verkauft werden." Der FDP-Digitalpolitiker Maximilian Funke-Kaiser sagte dem "Handelsblatt", Tiktok sei ein Sicherheitsrisiko und eine Plattform fĂŒr Propaganda aus China und Russland. "Die Entscheidung in den USA zu einem generellen Tiktok-Verbot kann eine Blaupause werden, sollte sie vor den Gerichten standhalten." Gleichwohl steht er einem generellen Verbot der App skeptisch gegenĂŒber: Eine solche Vorgehensweise werde aus seiner Sicht in Europa eine "Welle an Gerichtsverfahren" auslösen. "Die Zeit und Energie sollte man meiner Meinung nach lieber dafĂŒr investieren, die Plattform auf Basis des Digital Services Act maximal hart an die Leine zu nehmen." Daneben macht sich Funke-Kaiser fĂŒr ein "zĂŒgiges" Tiktok-Verbot auf allen dienstlichen EndgerĂ€ten in Europa stark.

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