Nationalmannschaft, WM

Das WM-Märchen des Nathaniel Brown: Alle lieben «Nene»

15.06.2026 - 08:54:14 | dpa.de

Nathaniel Brown sorgt bei der WM für Begeisterung. Was den Linksverteidiger so besonders macht und wie sich sein Verhältnis zu Manuel Neuer verändert hat.

  • Nathaniel Brown erlebt bei der WM in Amerika seinen Traum.  - Bild: Christian Charisius/dpa
    Nathaniel Brown erlebt bei der WM in Amerika seinen Traum. - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Bundestrainer Nagelsmann hält große Stücke auf den Frankfurter.  - Bild: Tom Weller/dpa
    Bundestrainer Nagelsmann hält große Stücke auf den Frankfurter. - Bild: Tom Weller/dpa
  • Browns Torjubel in Houston war eine große Befreiung.  - Bild: Christian Charisius/dpa
    Browns Torjubel in Houston war eine große Befreiung. - Bild: Christian Charisius/dpa
Nathaniel Brown erlebt bei der WM in Amerika seinen Traum.  - Bild: Christian Charisius/dpa Bundestrainer Nagelsmann hält große Stücke auf den Frankfurter.  - Bild: Tom Weller/dpa Browns Torjubel in Houston war eine große Befreiung.  - Bild: Christian Charisius/dpa

Jetzt ist Nathaniel Brown auch mit Manuel Neuer per Du. Die anfängliche Scheu vor dem Rekordtorwart ist abgelegt. Schließlich hat «Nene», wie Brown auch bei der Fußball-Nationalmannschaft von allen genannt wird, beim 7:1-Turbostart gegen Curaçao für seinen eigenen ersten großen WM-Moment gesorgt. Und das gleich bei der Premiere.

«Ich kann das gar nicht beschreiben, ich bin einfach in die Ecke gerannt», sagte der Linksverteidiger zum Jubel nach seinem ersten Tor im Nationaltrikot. Ob Neuer, ob Kai Havertz oder ob Julian Nagelsmann als großer Förderer: Alle sind begeistert von Brown. Und zwar nicht nur wegen des Treffers in Houston.

Nagelsmann sieht «emotionalen Flash»

Wenngleich auch dem Bundestrainer beim schnellen Linksverteidiger etwas Besonderes aufgefallen war. «Ich meine, so einen emotionalen Flash bei ihm gesehen zu haben nach dem Tor», sagte Nagelsmann. Ein emotionaler Flash, das sind die ganzen frühen Sommerwochen für Brown. 

Nach der Länderspielpremiere im November schien das WM-Ticket möglich. Dann wurde es mit dem ersten Startelfeinsatz im März gegen Ghana (2:1) greifbar. Jetzt ist er auf der einstigen großen Problemposition auf der linken Abwehrseite sogar gesetzt. Und ein Versprechen für eine große Zukunft. 

Einen gelernten Innenverteidiger wie Benedikt Höwedes beim WM-Sieg 2014 muss Nagelsmann jedenfalls in den USA nicht für die Außenbahn umschulen. Da ist Experte Brown jetzt am Zug und hat den hochgeschätzten David Raum als Stammkraft erstmal abgelöst. 

Plötzlich auch für Eckbälle zuständig

Gegen Curaçao war er auch Eckballschütze und legte für Nico Schlotterbecks Kopfballtor auf. Einstudiert sei das gewesen. Auch wenn er sich die Standards eigentlich gar nicht zugetraut habe. «Aber unser Standard-Trainer meinte, du kannst es», erzählte Brown. Auch Nagelsmann hatte schon gesagt, dass Browns größtes Problem sei, dass er gar nicht wisse, wie gut er wirklich sei. 

Alle lieben diesen «Nene». Das ist ein erstes WM-Motto der DFB-Elf. Und es wird sich im Teamquartier in Winston-Salem am für die Spieler freien Dienstag fortsetzen. Dann feiert Brown seinen 23. Geburtstag. Der Glückwunschmarathon geht also weiter. 

«Er ist ein ganz lieber Mensch, ein ganz lieber Kerl, der sehr demütig ist, der sehr wissbegierig ist. Er hat trotzdem auch einen kleinen Schalk im Nacken, was ich sehr gerne mag», sagte Nagelsmann in einer Art charakterlichen Liebeserklärung über den jungen Mann aus Kümmersbruck in der Oberpfalz. 

Der Respekt vor Manuel Neuer

Noch vor gut zwei Wochen war das so eine Sache mit dem Schalk im Nacken. Da wusste Brown einfach nicht, wie er den deutschen Rekordtorwart Neuer ansprechen darf. Sollte man diese leibhaftige Ikone nicht besser siezen, berichtete Brown noch im fränkischen Trainingscamp. Mittlerweile sprechen die besten deutschen Fußballer in den höchsten Tönen über Brown. 

«Wenn man sieht, wie der Junge arbeitet, jeden Tag. Im ersten WM-Spiel so zu spielen, gleich ein Tor zu machen, ist in seinem Alter überragend», sagte Kai Havertz. Solche Spieler «brauchen wir in der Nationalmannschaft. Deswegen sind wir sehr froh, ihn hier zu haben», fügte der englische Meister vom FC Arsenal an. 

Brown hat in einer für seinen Club schwierigen Spielzeit bei Eintracht Frankfurt persönlich eine gute Saison hingelegt. Er bringt alles mit, was die Position als Schienenspieler erfordert. Tempo, Zweikampfstärke, ein gutes Positionsspiel. Das weckt Begehrlichkeiten. Der FC Bayern München soll schon Einigkeit mit ihm erzielt haben, heißt es in den einschlägigen Transferportalen. Brown lächelt die Gerüchte noch weg - auf seine freundliche Art.

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