Jürgen Klopp, DFB-Nationalmannschaft

Nations League: Jürgen Klopp tauscht im DFB-Kader – Adeyemi ersetzt Lennart Karl

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 13:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Jürgen Klopp nimmt vor seinem ersten Länderspiel-Lehrgang als Bundestrainer einen Tausch im Nations-League-Kader vor und setzt dabei sichtbar auf Belastungssteuerung. Der Wechsel betrifft die Offensivposition von Lennart Karl zu Karim Adeyemi im 24-köpfigen Aufgebot für die Partien gegen Niederlande und Griechenland.

  • Karim Adeyemi ist zurück bei der Fußball-Nationalmannschaft. (Archivbild)  - Bild: Emilio Morenatti/AP/dpa
    Karim Adeyemi ist zurück bei der Fußball-Nationalmannschaft. (Archivbild) - Bild: Emilio Morenatti/AP/dpa
  • Lennart Karl wird erst in der kommenden Woche wieder zur Nationalmannschaft kommen. (Archivbild)  - Bild: Uwe Anspach/dpa
    Lennart Karl wird erst in der kommenden Woche wieder zur Nationalmannschaft kommen. (Archivbild) - Bild: Uwe Anspach/dpa
Karim Adeyemi ist zurück bei der Fußball-Nationalmannschaft. (Archivbild)  - Bild: Emilio Morenatti/AP/dpa Lennart Karl wird erst in der kommenden Woche wieder zur Nationalmannschaft kommen. (Archivbild)  - Bild: Uwe Anspach/dpa

Bundestrainer Jürgen Klopp hat zum Auftakt seines ersten Lehrgangs mit der deutschen Nationalmannschaft einen Wechsel im Nations-League-Kader vorgenommen.

Adeyemi rückt für Karl ins erste Aufgebot

Der im Sommer von Borussia Dortmund zum FC Barcelona gewechselte Außenstürmer Karim Adeyemi gehört künftig zum 24-köpfigen Kader für die ersten beiden Partien in der Nations League. Er ersetzt den Bayern-Youngster Lennart Karl im Aufgebot für das Spiel am Donnerstag in Amsterdam gegen die Niederlande und das Duell drei Tage später in Augsburg gegen Griechenland. Adeyemi hatte sein bislang letztes von elf Länderspielen im Oktober 2025 absolviert.

Karl in zweitem Kader für Serbien und Griechenland

Der 18-jährige Karl rückt im Gegenzug in den zweiten Kader, der am 1. Oktober in München auf Serbien trifft und den Vier-Spiele-Auftakt unter Klopp anschließend mit dem Rückspiel gegen Griechenland in Thessaloniki beschließt. Karl hatte die Weltmeisterschaft im Sommer verpasst, nachdem er sich in der letzten Vorbereitungsphase eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Für den Tausch nannte der Deutsche Fußball-Bund Belastungssteuerung als Grund.

Belastung im Verein als Faktor

Beim 7:0-Sieg des FC Bayern gegen Union Berlin kam Karl am Freitag nicht zum Einsatz. Adeyemi wurde beim 3:1-Erfolg des FC Barcelona in der Schlussphase eingewechselt. Beide Spieler reisen damit mit unterschiedlichen Einsatzminuten aus ihren Klubs zur Nationalmannschaft, was in die Planung des Bundestrainers und seines Stabs einfließt.

44 Spieler im Lehrgang in Herzogenaurach

Klopps erster Lehrgang als Bundestrainer ist von einem ungewöhnlich großen Gesamtaufgebot geprägt. Wegen des seltenen Saisonstarts mit vier Länderspielen in kurzer Folge nominierte der Coach insgesamt 44 Akteure. Bereits am Sonntagabend trafen die ersten Spieler im Teamquartier im fränkischen Herzogenaurach ein, darunter eine Bayern-Gruppe um Kapitän Joshua Kimmich, Stürmer Kevin Schade vom FC Brentford sowie Torwart Finn Dahmen vom FC Augsburg. Am Montagmittag war der erste Kader komplett angereist und bereit für die Nations-League-Vorbereitung im DFB-Homeground.

Neuer Bundestrainer, neue Struktur

Mit dem ersten Lehrgang unter Jürgen Klopp beginnt für die deutsche Nationalmannschaft eine sichtbar veränderte Arbeitsweise. Der Bundestrainer verzichtet nicht nur auf ein klassisches, schmales Aufgebot, sondern plant die ungewöhnliche Serie von vier Länderspielen mit einem bewusst breit angelegten XXL-Kader. Die Aufteilung in zwei Gruppen für die Nations-League-Partien gegen die Niederlande und Griechenland sowie die anschließenden Spiele gegen Serbien und erneut Griechenland zeigt, dass Belastungssteuerung und flexible Personalplanung zentrale Elemente seiner Startphase sind.

Belastungssteuerung als Leitmotiv

Der Tausch von Lennart Karl und Karim Adeyemi zwischen erstem und zweitem Kader unterstreicht diesen Ansatz. Statt eine Verletzungsmeldung oder einen Formknick zu kommunizieren, stellt der Verband die Steuerung der Gesamtbelastung in den Vordergrund. Für einen jungen Spieler wie Karl, der eine Muskelverletzung und ein verpasstes Turnier im Sommer hinter sich hat, kann eine gestaffelte Heranführung an die Nationalmannschaft helfen, Folgeschäden zu vermeiden und ihn langfristig leistungsfähig zu halten. Zugleich bekommt Adeyemi, der nach seinem Wechsel zum FC Barcelona und einer längeren Länderspielpause steht, früh die Chance, sich im ersten Kreis unter Klopp zu präsentieren.

Bedeutung für Kaderhierarchie und Fans

Für die Öffentlichkeit ist der personelle Tausch ein weiteres Signal, dass unter Klopp Hierarchien variabler gedacht werden. 44 nominierte Akteure verdeutlichen, dass auch Spieler aus der zweiten Reihe realistische Einsatzchancen erhalten und sich im direkten Vergleich empfehlen können. Für Fans ergibt sich ein Bild eines Bundestrainers, der sowohl auf erfahrene Kräfte als auch auf Talente setzt und kurzfristige Form sowie körperliche Verfassung stärker gewichtet als starre Rangordnungen. Die Nations-League-Spiele in Amsterdam und Augsburg werden damit nicht nur sportlicher Gradmesser, sondern auch erster Testlauf für Klopps Modell eines dynamischen Nationalmannschaftskaders.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Führt Klopp Deutschland zurück an die Weltspitze?“ (19.09.2026)

Der Beitrag stelle Klopps ersten Lehrgang als Auftakt einer neuen Ära dar und hebe hervor, dass der Bundestrainer mit einem XXL-Kader und vier aufeinanderfolgenden Partien bewusst auf frische Impulse und einen intensiven Konkurrenzkampf setze. Im Zentrum stehe die Frage, ob die Qualität des breiten Aufgebots ausreiche, um das DFB-Team schrittweise zurück an die Weltspitze zu führen und ein dauerhaftes Aufbruchssignal zu senden.

Frankfurter Rundschau: „Niederlande gegen Deutschland live im TV und Stream: Hier sehen Sie das Klopp-Debüt“ (19.09.2026)

Der Artikel ordne das Nations-League-Spiel in Amsterdam als symbolischen Auftakt der Klopp-Ära ein und betone die sportliche und emotionale Bedeutung des Duells mit den Niederlanden nach dem enttäuschenden WM-Aus. Neben TV-Hinweisen werde erläutert, dass mit dem Beginn der Nations League eine „neue Zeitrechnung“ unter Klopp anhebe, in der ein breiter Kader und personelle Veränderungen als Mittel für einen Neustart genutzt würden.

Medienübergreifend werde betont, dass Klopps Amtsantritt mit einem sehr großen Kader und einer dichten Spielserie verbunden sei, die als erster Gradmesser für seine Wirkung auf das DFB-Team gelte. Unterschiede bestünden in der Gewichtung: Während BR24 stärker nach der langfristigen Rückkehr zur Weltspitze frage, stelle die Frankfurter Rundschau das Auftaktspiel und dessen Rahmenbedingungen in den Vordergrund. Offen bleibe, wie sich die einzelnen personellen Entscheidungen im Verlauf der vier Partien konkret auswirken werden.

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