Niedersachsens Justizministerin will Vergewaltiger hÀrter bestrafen
28.03.2024 - 06:32:20 | dts-nachrichtenagentur.de
Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) fordert hĂ€rtere Konsequenzen fĂŒr Sexual- und GewaltstraftĂ€ter.
Das Strafgesetzbuch in einer Bibliothek (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Aus meiner Sicht ist das GefĂŒge der Strafhöhen im Ungleichgewicht", sagte die SPD-Politikerin der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" und fĂŒgte hinzu: "FĂŒr mich steht fest, dass aktuell der Totschlag und vor allem auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung teilweise deutlich zu niedrig bestraft werden."
Wahlmann, die in diesem Jahr Vorsitzende der Konferenz der Justizminister ist, sprach sich dafĂŒr aus, die Entscheidung ĂŒber die konkrete Anpassung in die HĂ€nde einer Expertenkommission zu legen, sagte aber: "Sexualstraftaten wie Vergewaltigungen und Missbrauch werden im Vergleich zu Vermögensdelikten wie Raub relativ niedrig bestraft." Strafrecht ist Sache des Bundes.
Ein besonders schwerer Raub - Mindeststrafe fĂŒnf Jahre - könne ja schlieĂlich auch das "Abziehen" einer Schachtel Zigaretten unter Vorhalt einer Waffe sein.
"Das steht doch in keinem VerhĂ€ltnis zu einer Vergewaltigung, fĂŒr die derzeit ein Strafrahmen ab zwei Jahren Freiheitsstrafe gilt", machte Wahlmann deutlich und nannte ein weiteres Beispiel: Ein bewaffnetes Handeltreiben mit BetĂ€ubungsmitteln in nicht geringer Menge werde mit mindestens fĂŒnf Jahren Haft bestraft. Gleiches gelte aber auch fĂŒr den Totschlag. "Da passt etwas nicht, finde ich; das ist schlicht und einfach ungerecht", sagte die frĂŒhere Richterin.
Die oppositionelle CDU im Landtag hĂ€lt von Wahlmanns VorstoĂ nichts und findet, die Justizministerin solle "nicht von den eigentlichen Problemen ablenken". Die Zahl der Straftaten steige, die Strafverfahren dauerten immer lĂ€nger. "Das ist das eigentliche Problem, dem sich die Ministerin annehmen muss. Wir sollten daher nicht weiter am Strafrecht herumdoktern, sondern die Justizministerin sollte auf Landesebene in Niedersachsen ihre Hausaufgaben machen. Dazu gehören mehr Stellen fĂŒr Richter und StaatsanwĂ€lte in der Strafjustiz", sagte Carina Hermann, parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Fraktion.
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