Champions League, FC Bayern München

Offensiv ins Finale: Kompany kennt nur einen Stil gegen PSG

05.05.2026 - 12:25:45 | dpa.de

Noch ein Spektakel? Eine große Drama-Nacht in München? Nach dem Neun-Tore-Wahnsinn in Paris warten alle gebannt auf den zweiten Schlagabtausch zwischen Bayern und PSG. Die Ausgangslage ist klar.

  • Vincent Kompany gibt die Richtung vor: «Wir wollen am Ende nur gewinnen.» - Foto: Harry Langer/dpa
    Vincent Kompany gibt die Richtung vor: «Wir wollen am Ende nur gewinnen.» - Foto: Harry Langer/dpa
  • Bayerns Trumpf: Der 100-Tore-Sturm mit Harry Kane (l), Luis Díaz (r) und Michael Olise (oben) vereint beim Jubel. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
    Bayerns Trumpf: Der 100-Tore-Sturm mit Harry Kane (l), Luis Díaz (r) und Michael Olise (oben) vereint beim Jubel. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Sie muss die Bayern-Abwehr aufhalten: Chwitscha Kwarazchelia (l) und Ousmane Dembélé trafen beim irren 5:4 in Paris jeweils zweimal. (Archivbild)  - Foto: Christophe Ena/AP/dpa
    Sie muss die Bayern-Abwehr aufhalten: Chwitscha Kwarazchelia (l) und Ousmane Dembélé trafen beim irren 5:4 in Paris jeweils zweimal. (Archivbild) - Foto: Christophe Ena/AP/dpa
  • Im Hinspiel fünfmal machtlos, im Rückspiel Bayerns X-Faktor? Manuel Neuer beim Elfmetertor von Ousmane Dembélé. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
    Im Hinspiel fünfmal machtlos, im Rückspiel Bayerns X-Faktor? Manuel Neuer beim Elfmetertor von Ousmane Dembélé. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
Vincent Kompany gibt die Richtung vor: «Wir wollen am Ende nur gewinnen.» - Foto: Harry Langer/dpa Bayerns Trumpf: Der 100-Tore-Sturm mit Harry Kane (l), Luis Díaz (r) und Michael Olise (oben) vereint beim Jubel. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa Sie muss die Bayern-Abwehr aufhalten: Chwitscha Kwarazchelia (l) und Ousmane Dembélé trafen beim irren 5:4 in Paris jeweils zweimal. (Archivbild)  - Foto: Christophe Ena/AP/dpa Im Hinspiel fünfmal machtlos, im Rückspiel Bayerns X-Faktor? Manuel Neuer beim Elfmetertor von Ousmane Dembélé. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa

Ring frei, Runde zwei: Alle Fußball-Liebhaber warten gebannt auf den ultimativen Schlagabtausch zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain. «Jetzt geht's los. Jetzt ist Crunchtime angesagt. Wir sind alle sehr heiß auf das Spiel und bereit, alles zu geben», sagte Nationalspieler Jonathan Tah. Für Trainer Vincent Kompany ist das Ziel klar: «Wir wollen am Ende nur gewinnen.» Und Titelverteidiger PSG von Europas Fußball-Thron stürzen.

Runde eins im Champions-League-Halbfinale ging beim 5:4-Spektakel vor einer Woche in Frankreich an das Starensemble von PSG-Coach Luis Enrique. Nun kommt es im Kampf um die Endspiel-Teilnahme am 30. Mai in Budapest an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) in einer brodelnden und in Rot getauchten Allianz Arena zur Entscheidung. In 90 Minuten? Nach 120 Minuten? Oder sogar erst in einem dramatischen Elfmeterschießen?

Kann der Neun-Tore-Wahnsinn aus dem Prinzenpark von den fantastischen Sturmreihen um Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz auf Münchner Seite sowie Ousmane Dembélé, Chwitscha Kwarazchelia und Desiré Doué bei PSG sogar noch mal getoppt werden? Sieben der neun Hinspiel-Tore erzielten sie. «Pervers geil», nannte Bayerns Sportvorstand Max Eberl das Offensivfest. 

Kompany: Nicht verlieren, was uns stark macht

Und jeder wünscht sich ein weiteres mitreißendes, intensives, temporeiches Duell zweier Topteams, deren DNA auf einem brachialen Offensivstil basiert. Der neue Trainerstar Kompany und der hochdekorierte Champions-League-Sieger Enrique werden kaum zurückweichen und ihre Philosophie verraten. 

«Wer sollte einen Schritt zurück machen?», fragte Kompany. «Wir nützen die Mittel, die wir haben. Mehr ist es nicht. Das Einzige ist, dass dieser Fußball die Überzeugung ist, dass er zur Mannschaft passt und dass wir so gewinnen. Ich möchte gerne zu null spielen. Aber was nicht passieren darf, ist, dass wir etwas verlieren, was uns stark macht.» Enrique wird es umgekehrt genauso sehen. Für PSG ist die Münchner Arena zudem ein Ort des Glücks: 2025 überrollten die Franzosen mit ihrer Offensiv-Power im Endspiel Inter Mailand mit 5:0.

Das Gigantenduell Bayern gegen Paris könnte den Beweis erbringen, dass eben auch die pure Lust zum Angreifen Titel einbringen kann. «Das ist das, was den Fußball ausmacht - die Offensive», meinte Eberl. «Wir können andere Spiele haben, in denen die Defensive dominiert, die gehen 1:0 aus mit Eckballtor.»

«Ich möchte auch gerne zu null spielen»

Für den ehemaligen Weltklasse-Verteidiger Kompany war «ganz logisch, was passiert ist in Paris. Ich möchte auch zu null spielen, gerne. Das ist immer ein Ziel von uns.» Und das hätte man ja auch erst zuletzt beim 2:0 im Pokal-Halbfinale in Leverkusen überragend geschafft, erinnerte der 40-Jährige. 

Dann folgte Kompanys großes Aber: «Es gibt keinen Grund, warum PSG etwas ändern sollte, was sie im letzten Jahr zur besten Mannschaft in Europa gemacht hat. Und wir sind in dieses Duell gekommen als die Mannschaft, die in Europa die meisten Tore gemacht und die meisten Spiele gewonnen hat.»

Bayerns Final-Hoffnungen ruhen in erster Linie auf dem furiosen Angriffstrio Kane (54 Tore), Díaz (26) und Olise (21), das in 51 Saisonspielen auf exakt 101 Treffer kommt. Paris und Bayern sind mit 43 beziehungsweise 42 Toren die Teams mit den meisten Treffern im laufenden Wettbewerb. Heißt: Vollgas ins Finale!

Kann kontrollierte Offensive wirklich eine Lösung sein? Ruhephasen gönnen diese beiden Pressing-Maschinen üblicherweise keinem Gegner. Ein Umdenken auf «safety first» scheint absurd. «Wir werden unseren Spielstil nicht ändern und uns hinten einigeln», sagte Mittelfeld-Taktgeber Kimmich bestimmt. «Im Viertelfinale sind wir gegen Real mit einem Sieg gestartet. Jetzt liegen wir ein Tor hinten. Wir sind die Mannschaft, die auf jeden Fall ein Tor braucht.»

Hakimi-Ausfall Handicap für Paris

Ein 1:0, 2:1, 3:2 oder ein weiteres 5:4 würde Verlängerung bedeuten. Wenn es dazu kommt, könnte es Vorteil Bayern heißen. In Paris lag die Kompany-Elf 2:5 zurück, hatte aber am Ende mehr zuzusetzen, kam noch heran. Paris hat zudem ein Handicap: Der ehemalige Dortmunder Achraf Hakimi fällt verletzt aus. Der 20-jährige Warren Zaïre-Emery könnte die Notfall-Lösung rechts hinten sein - gegen den schon in Paris herausragenden Luis Díaz.

Klar ist auch: Der Spielstand beeinflusst die Dynamik auf dem Spielfeld im Rückspiel viel mehr als im Hinspiel. Beim Anstoß ist PSG weiter. Bayern muss auf Sieg spielen - Paris kann auf sein Turbo-Umschaltspiel mit den Hochgeschwindigkeits-Stürmern Dembélé, Kwarazchelia und Doué setzen. 

Neuer noch einmal X-Faktor? 

«PSG ist eine gute Kontermannschaft - und das haben wir auch schon gegen Real erlebt», warnte Kapitän Manuel Neuer. Madrid lag im Viertelfinale dreimal vorne in München. Kann der 40-jährige Neuer, der in Paris bei allen fünf Gegentoren machtlos war, im Rückspiel zum X-Faktor werden?    

Sportvorstand Eberl zeigte sich vorsichtig optimistisch: «Unsere Mannschaft hat in dieser Saison toujours herausragend performt und wusste immer, worauf es ankommt. Jeder Spieler auf seiner Position, und jeder, der reinkommt, muss 100 Prozent erfüllen, damit wir weiterkommen können.»

Ein Erfolgsfaktor soll die Allianz Arena sein. «Wir müssen sie zur Festung machen», appellierte Torjäger Kane an die Fans. Diese sollen - wie beim irren 4:3 gegen Real - wieder lautstark der zwölfte Mann sein. «Alle in Rot», lautet der Dresscode am Mittwochabend. Passend dazu laufen Kane und Co. erstmals im knallroten, neuen Heimtrikot der kommenden Saison auf.

«Wir brauchen jede Stimme. Wir brauchen 100 Prozent 'Mia san Mia'», sagte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen: «Wir wollen ins Finale – und dafür müssen wir die Fußballwelt gegen dieses immens starke Paris noch einmal begeistern.»

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