Seeheimer, Kreis

Seeheimer Kreis fĂŒr Migrationspolitik nach dĂ€nischem Vorbild

14.06.2024 - 03:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Obwohl die dĂ€nischen Sozialdemokraten bei der Europawahl von 21,5 Prozent im Jahr 2019 auf 15,6 Prozent abgestĂŒrzt sind, will sich SPD-Vizefraktionschef Dirk Wiese nach dem Wahldebakel seiner Partei die dĂ€nische Schwesterpartei zum Vorbild nehmen.

Seeheimer Kreis (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wir sollten uns den Kurs der nordischen Sozialdemokraten sehr genau anschauen", sagte Wiese dem "Tagesspiegel" am Donnerstag. Nicht alles dort sei eins zu eins in Deutschland umsetzbar oder wĂŒnschenswert. "Aber die Sozialdemokratie dort hat gerade in der Migrationspolitik einen Kurs eingeschlagen, der dazu gefĂŒhrt hat, dass sie wieder Wahlerfolge hat und vor allem, dass sie radikale Parteien klein gehalten hat", sagte Wiese. "Wir mĂŒssen in der SPD ohne Scheuklappen darĂŒber sprechen und von diesen Erfahrungen profitieren".

Das sei fĂŒr ihn selbstverstĂ€ndlich. Zugleich kritisierte er Aussagen des Juso-Vorsitzenden Philipp TĂŒrmer nach der Wahl. "Wir können nicht, wie der Juso-Chef jetzt vorschlĂ€gt, Probleme verschweigen, um bloß nicht rechten Narrativen hinterherzulaufen", mahnte Wiese. Das sei die völlig falsche Schlussfolgerung aus dieser Wahl. Wiese kritisierte auch die bisherige Aufarbeitung des Wahlergebnisses. "Wir können jetzt nach der Europawahl nicht sagen, das schlechte Wahlergebnis lag nur an schlechter Kommunikation", sagte Wiese. "Wir mĂŒssen wieder viel stĂ€rker die berufstĂ€tige Familie in den Blick nehmen, diejenigen, die jeden Morgen aufstehen und das Land mit am Laufen halten." Die Partei nehme die Sorgen der Menschen im Bereich Zuwanderung sehr ernst. Die meisten Menschen seien fĂŒr Zuwanderung, wollten aber, dass der Rechtsstaat durchgesetzt werde, so Wiese. "Sie haben die berechtigte Erwartungshaltung, dass diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten oder keinen Asylgrund haben, das Land wieder verlassen mĂŒssen." Das mĂŒsse die SPD kĂŒnftig klarer benennen. Zudem forderte er mehr Migrationsabkommen, um die Zahl der Abschiebungen weiter zu erhöhen, und ein Ende des grundsĂ€tzlichen Abschiebestopps nach Afghanistan. "Wer Kapitalverbrechen begeht, muss unser Land verlassen." Das Bundesinnenministerium arbeitet zurzeit daran. "Unser Sicherheitsinteresse geht vor", sagte der SPD-Politiker. 2021 hatte der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte Abschiebungen nach Afghanistan gestoppt. Der Gerichtshof legt das sogenannte Refoulement-Verbot in der Genfer FlĂŒchtlingskonvention in Kombination mit dem Folterverbot in der EuropĂ€ischen Menschenrechtskonvention so aus, dass nicht in LĂ€nder abgeschoben werden darf, in denen den Betroffenen Folter droht.

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